HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Hausstauballergie – die besten Tipps

Hausstaubmilben tummeln sich auf einem Kissen. Sie sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Foto © iStock/selvanegra

Symptome, Test und Behandlung

Hausstauballergie – die besten Tipps

Erkältung, Heuschnupfen oder Hausstaubmilbenallergie? Die Symptome dieser Krankheiten ähneln sich und reichen von Schnupfen und geröteten Augen bis zu Husten. Wie Sie erkennen, ob es womöglich eine Hausstauballergie ist und was gegen die Milben helfen kann.

Hausstaubmilbenallergie ist sehr häufig. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (daab) geht davon aus, dass jeder Zehnte betroffen ist. Vor allem bei Kindern nimmt die Hausstauballergie zu, jedes fünfte ist auf Hausstaub allergisch. Auslöser ist genau genommen nicht der Hausstaub, sondern der Kot und die Körperreste von Hausstaubmilben.

Hausstauballergie – Milbenkot ist die Hauptursache

Die Spinnentiere sind so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Der Milbenkot trocknet, zerfällt in seine Bestandteile und diese vermischen sich mit dem Hausstaub. Mit jedem Luftzug werden sie aufgewirbelt. Gelangen sie auf die Haut oder werden mit der Atemluft inhaliert, kann das bei dafür empfindlichen (sensibilisierten) Menschen zu einer Allergie führen.

Denn bestimmte Eiweißpartikel im Kot der Hausstaubmilben sind stark allergen, verursachen also bei einer entsprechenden körperlichen Bereitschaft leicht eine Allergie. Liegt diese Empfindlichkeit nicht vor, sind die Hausstaubmilbenallergene dagegen harmlos.

Hausstauballergie – achten Sie auf diese Anzeichen

Allgemeine Symptome der Hausstaubmilbenallergie sind:

• Niesen
• gerötete Augen
• Schnupfen
• Halsschmerzen

Zusätzlich fühlen sich die Betroffenen meist schlapp.

Unbehandelt kann die Hausstauballergie zu allergischem Asthma werden

Besonders gefährlich: Oft werden diese allgemeinen Anzeichen mit denen einer Erkältung verwechselt und die Betroffenen gehen nicht zum Arzt. Wenn die Hausstauballergie aber nicht gezielt behandelt wird, besteht das Risiko, dass aus dem allergischen Schnupfen allergisches Asthma entsteht – das meistens chronisch verläuft. Der Arzt spricht dann von einem Etagenwechsel, denn es sind nicht mehr (nur) die oberen Atemwege betroffen, sondern auch die unteren.

Deshalb ist es wichtig, die Symptome etwas differenzierter zu betrachten. Typisch für Hausstaubmilbenallergie sind:

1. Die Nase ist chronisch verstopft.
2. Das Sekret aus der Nase ist klar oder milchig.
3. Niesen, Augenjucken und Schnupfen sind nachts und morgens nach dem Aufwachen besonders schlimm.
4. Beim Zubettgehen sind die Symptome meistens noch weniger ausgeprägt.
5. Die Beschwerden plagen vor allem in der Wohnung.
6. Die Probleme legen sich etwas, wenn Sie im Freien an der frischen Luft sind.
7. Die Anzeichen sind zu Beginn der Heizperiode im Herbst am stärksten.

Milbenkot sammelt sich in Betten, Polstern, Kuscheltieren

Die Erklärung für diese typischen Allergieanzeichen durch Hausstaubmilben ist einfach: Hausstaub und damit auch Milbenkot befindet sich ausschließlich in Räumen. Denn die Milben ernähren sich von Hautschuppen, die wir täglich verlieren. Sie sammeln sich vor allem im Bett, auf dem Sofa und in Teppichen. Entsprechend finden sich dort auch die meisten Hausstaubmilben. Bei Kindern spielen außerdem die geliebten Kuscheltiere als Milbenkot-Reservoir eine große Rolle.

Doch warum ist die Hausstauballergie im Herbst besonders schlimm? Die Milben vermehren sich vor allem im Sommer. Danach sterben die meisten Spinnentierchen. Bis zum Oktober hat sich daher eine große Menge Milbenkot angesammelt, dazu kommen die ebenfalls allergen wirksamen Überreste der gestorbenen Milben.

Hausstauballergie – der Test

Wenn auch nur eine der sieben Beobachtungen bei Ihnen zutrifft, könnte das auf eine Hausstaubmilbenallergie hinweisen. Bitte gehen Sie in diesem Fall zu Ihrem Hausarzt oder einem Allergologen. Vermutlich wird der Arzt zunächst fragen, wann die Beschwerden auftreten und wie intensiv sie belasten.

Danach folgt die körperliche Untersuchung. Der Mediziner inspiziert die Schleimhäute der Nase und des Rachens und schaut sich die Bindehäute der Augen an. Zusätzlich horcht er die Lunge ab. Denn die Atemgeräusche geben Hinweise darauf, ob Bronchien und Lunge frei sind oder ob sich bereits allergisches Asthma gebildet hat.

Meist ergibt sich dabei schon der Verdacht auf Hausstauballergie. Mehr Sicherheit liefern verschiedenen Allergietests. Dazu gehören:

Pricktest (Hauttest): Hier träufelt der Arzt verschiedene Lösungen mit potentiellen Allergenen auf die Innenseite des Unterarms. Danach pikst er mit einer Nadel die Stellen an (piksen heißt auf englisch to prick, daher Pricktest). Nach einigen Minuten zeigt sich, ob der Körper allergisch auf Hausstaubmilbenallergene reagiert. An der betreffenden Stelle bilden sich dann innerhalb von rund zehn Minuten Quaddeln und es tritt starker Juckreiz auf.

Blutuntersuchung: Der Bluttest zeigt, ob Antikörper (Immunglobuline, Ig) gegen das Milbenallergen vorliegen. Ist die Ig-Konzentration hoch, weist das ebenfalls auf eine Allergie hin.

Nasaler Provokationstest: Dieser Test ist besonders aussagekräftig. Zuerst sprüht der Arzt harmlose Kochsalzlösung in die Nase. Reagiert der Patient bereits jetzt mit Niesen und Schnupfen, handelt es sich vermutlich um eine allgemeine Überempfindlichkeit. Tritt keine Reaktion ein, sprüht der Arzt im zweiten Teil des Tests eine Lösung mit Milbenallergenen in die Nase. Muss der Patient jetzt niesen, läuft die Nase oder schwillt sie zu, besteht mit hoher Sicherheit eine Hausstauballergie.

Medikamente gegen Hausstaubmilbenallergie

Als erste Hilfe gegen starke Beschwerden bei einer Hausstauballergie und anderen allergischen Reaktionen eignen sich Antihistaminika. Das sind Medikamente, die die allergische Reaktion des Körpers abbremsen. Viele dieser Wirkstoffe sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, stärkere sind verschreibungspflichtig.

Bei besonders ausgeprägten Symptomen und allergischem Asthma kann der Arzt auch Medikamente mit Kortison verschreiben, etwa in Sprayform. Das körpereigene Hormon wirkt gut gegen Entzündung und Allergie.

Die Medikamente unterbrechen jedoch nur die allergische Reaktion und bekämpfen nicht die Ursache der Hausstaubmilbenallergie. Diese liegt in der Veranlagung, dass der Körper auf die eigentlich harmlosen Hausstaubmilbenallergene überreagiert, als würde es sich um gefährliche Erreger handeln.

Hyposensibilisierung: Die Impfung gegen Hausstaubmilbenallergie

In diesem Punkt setzt die Hyposensibilisierung an. Diese Behandlung wird auch als spezifische Immuntherapie (SIT), Allergieimpfung oder Desensibilisierung bezeichnet. Sie hat zum Ziel, dass der Körper sich langsam an die Allergene gewöhnt und folglich nicht mehr überempfindlich reagiert.

Im Rahmen der Hyposensibilisierung bekommt der Patient über mehrere Jahre hinweg unter ärztlicher Kontrolle das Milbenallergen verabreicht. Anfangs handelt es sich um winzige Dosen, nach und nach steigert sich die Menge, bis sie der natürlichen Belastung mit dem Hausstaubmilbenallergen entspricht.

Dabei hat der Arzt die Wahl zwischen zwei Methoden:

1. Subkutane Hyposensibilisierung oder subkutane Immuntherapie (SCIT)
Hier wird eine Lösung mit dem Allergen mithilfe von Injektionen unter die Haut
gespritzt.
2. Sublinguale Hyposensibilisierung oder sublinguale Immuntherapie (SLIT)
Dabei erhält der Patient die Allergenlösung in Form von Tropfen, die unter die Zunge gegeben werden.

Sieben Wege, Hausstaubmilben zu vertreiben

Mindestens genauso wichtig für Menschen mit Hausstauballergie: Sorgen Sie für eine möglichst milbenfreie Umgebung, Stichwort Reduzierung der Allergenbelastung (Allergenkarenz). Am besten geht das im Gebirge. Ab 1.500 Höhenmetern können Milben nicht überleben: Die Luft ist zu trocken und durchschnittlich zu kühl. Hausstaubmilben lieben es eher feucht und warm.

Eine gute Idee für einen milbenfreien Urlaub sind also die Berge. Seinen Wohnsitz ganz ins Gebirge zu verlegen, funktioniert jedoch für die meisten Hausstaubmilbenallergiker wohl eher nicht. Doch auch sie können es schaffen, ihre Umgebung möglichst frei von Milbenkot zu gestalten:

1. Vor allem die Schlafräume sollten nicht zu warm sein, die Luft aber relativ trocken.
2. Lüften Sie regelmäßig.
3. Sanieren Sie Ihr Bett. Lassen Sie Ihre Matratzen einmal pro Jahr reinigen. Spezielle Überzüge (Encasings) sollen Milben und ihren Kot in der Matratze einsperren. Matratzen aus Kaltschaum oder Latex sind empfehlenswert, sie bieten den Milben schlechte Bedingungen. Wechseln Sie Ihre Bettwäsche möglichst oft und waschen Sie sie bei mindestens 60 Grad. Eine weitere Option ist milbendichte Bettwäsche.
4. Verzichten Sie möglichst auf Staubfänger. Das bedeutet: Laminat oder Parkett statt Teppichboden und wenig offene Regale.
5. Wischen Sie die Böden regelmäßig, reinigen Sie Polster mit einem Staubsauger, der mit einem Feinstaubfilter ausgerüstet ist.
6. Kuscheltiere werden in der Tiefkühltruhe milbenfrei.
7. Milben lassen sich mit speziellen Pflanzenextrakten vertreiben, etwa als Spray (Milben-Repellent). Dabei enthält etwa Niembaumöl-Extrakt einen natürlichen Wirkstoff (Mahalin), der die Milben nicht vernichtet, aber ihnen den Appetit auf die Hautschüppchen verdirbt. Dadurch verhungern die Hausstaubmilben. Mit dem Milbenspray lassen sich Matratzen, Decken und Kissen behandeln.

Übrigens: Hausstaubmilben gibt es in jeder Wohnung, die Spinnentiere haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun!

Autor: MONIKA PREUK