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Hohe schmale Absätze strecken das Fußgewöbe übermäßig.

Hohe schmale Absätze strecken das Fußgewöbe übermäßig, so dass der Fuß nicht abrollen kann. Die Folge: Die Archillessehne wird verkürzt. / Foto: © dpa

Das lieben Füße

Gesunde Schuhe

Ziemlich klein sind unsere Füße, vergleicht man sie mit dem Rest des Körpers. Ihre Aufgabe aber ist umso größer: Auf einer Fläche, die etwa die Ausdehnung von drei Bierdeckeln hat, tragen sie uns im Lauf eines Lebens ungefähr viermal rund um den Globus. Dabei bringen sie permanent unser komplettes Körpergerüst in die Balance. Doch statt sie zu unterstützen, erschweren wir ihnen die Arbeit auch noch. 80 Prozent der Deutschen tragen Schuhe, die nicht richtig passen – das meldete jüngst das Deutsche Schuhinstitut.

Viele Modelle sind zu eng, zu klein, zu spitz, vor allem aber zu hoch! Das hat Folgen: Obwohl 98 Prozent der Bevölkerung in den Industriestaaten mit gesunden Füßen zur Welt kommen, haben 60 Prozent später genau dort Probleme – vorwiegend Frauen. Experten sind sich einig: Fußbeschwerden sind eine Wohlstandskrankheit. Bei den Naturvölkern sind Senk- und Spreizfuß, verknöcherte Zehen oder Fersensporn nahezu unbekannt.


Der Kompetenzkreis für gesunde Schuhe

Mehr als 170 Schuhfachgeschäfte in Deutschland haben sich bereits für das 2011 gegründete Qualitätssiegel für gesunde Schuhe qualifiziert. Vor dem Schuhverkauf stehen hier eine Fußtypbestimmung und eine Fußanalyse, um Probleme des Fußes zu erkennen.

Auch der Körperbau und die Bewegungen eines Kunden spielen bei der Auswahl des richtigen Schuhs eine Rolle. Deshalb werden unter anderem Bewegungsanalysen oder ein Fußscan erstellt; zudem nehmen die Schuhverkäufer an mehrjährigen Fortbildungen teil.

Ist der Fuß des Kunden vermessen und analysiert, wird ein Schuhe mit der passenden Form, dem richtigen Spann und der entsprechenden Weite anprobiert. Bei Bedarf werden zusätzlich Einlagen angepasst. Ein gesunder Schuh sollte nicht nur gut am Fuß sitzen, sondern auch frei von Gifststoffen, Allergienanregern und Weichmachern sein. Gesunde Schuhe bestehen aus hochwertigen Materialien und sind optimal verarbeitet.

Hier lassen sich Händler des Kompetenzkreis für gesunde Schuhe für jedes Bundesland suchen.


Doch wo drückt der Schuh genau? "Die Probleme wachsen mit der Höhe des Absatzes. Riskant wird es schon ab etwa drei Zentimetern", sagt Dr. Jürgen Walpert, Orthopäde und leitender Arzt der Fuß- und Gelenkchirurgie der Klinik Fleetinsel in Hamburg: "Das gesamte Körpergewicht, das normalerweise von der Ferse abgefangen wird, verlagert sich bei High Heels auf den Vorfuß." Ein Beispiel: Schon bei einem Absatz von 2,5 Zentimetern muss allein der Vorfuß 22 Prozent des Gesamtkörpergewichts (er)tragen. Bei fünf Zentimetern steigt die Belastung auf 57, bei 7,5 Zentimetern sogar auf 76 Prozent. Der Vorfuß muss die Haltearbeit und das Ausbalancieren des kompletten Körpergerüsts übernehmen, die Zehen rutschen nach vorn und werden im Schuh eingeklemmt.

Fußfalle Flip-Flop

Aber nicht nur High Heels und Stilettos schaden den Füßen. Auch auf flachen Sohlen kann man schnell zum Fall für den Orthopäden werden: Ballerinas und Mokassins geben den Füßen nicht genug Halt, wenn sie weder ein vernünftiges Fußbett noch stabile Fersenkappen haben. Die Zehen müssen sich gleichsam an die Sohle krallen und verknöchern. Besonderer Härtefall sind Flip-Flops.

Und wie sieht der perfekte Auftritt aus? Am besten ist es, Schuhe und Absatzhöhe öfter zu wechseln. "Pumps sollten keine Dauerbegleiter sein", rät der Orthopäde. "Gute Schuhe haben zudem stabile Sohlen sowie Fersenkappen, geben dem Fuß gute Führung." Die Zehen sollten zur Spitze einen Zentimeter Platz haben. Und was macht die Füße wirklich glücklich? Dr. Walpert: "Barfuß laufen! Das stärkt ihre Muskulatur, trainiert das Abrollen."

Autor: Susan Junghans-Knoll