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Frauen leiden unter vielen Beschwerden und Krankheiten häufiger als Männer.

Frauen leiden unter vielen Beschwerden und Krankheiten häufiger als Männer. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede werden in der Gender-Medizin erforscht. / Foto: © picture alliance/Bildagentur-online

Neues aus der Gender-Medizin

Frauenleiden

Frauen sind anders krank als Männer – das zeigen aktuelle Studien. Mit der Gender-Medizin, die sich mit geschlechtsspezifischen Erkrankungen beschäftigt, hat sich ein neuer Forschungsbereich etabliert. Dabei zeigt sich, dass neben der Anatomie vor allem hormonelle Einflüsse Frauen für bestimmte Krankheiten anfällig machen. Wer um die häufigsten Leiden weiß, kann gegensteuern: durch vorbeugende Maßnahmen, Früherkennung und die gezielte Behandlung von Schwachstellen.

1. Blase

Blasenentzündungen kennen zwei von drei Frauen, viele erkranken immer wieder. Typische Symptome: häufiger Harndrang, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Ursache der Anfälligkeit bei Frauen ist ihre kurze Harnröhre: Die Erreger, meist Kolibakterien aus dem Darm, gelangen rasch ans Ziel. Leichte Fälle sind mit viel Flüssigkeit zu kurieren, bei wiederkehrenden Infekten helfen nur Antibiotika. Zur Vorbeugung sind Cranberry-Präparate oft recht gut. Oder eine Impfung mit abgetöteten Erregern.

2. Genitalbereich

Jucken, Brennen, Ausfluss – drei von vier Frauen haben Erfahrung mit Pilzinfektionen im Vaginalbereich. Ursache ist ein gestörtes Scheidenmilieu, das etwa nach Antibiotikaeinnahme oder durch übermäßige Hygiene entsteht. Inzwischen gibt es rezeptfreie Antipilzmittel zur Selbstbehandlung. Tritt die Infektion erstmals oder aber gehäuft auf, sollte man jedoch den Arzt aufsuchen. Zur Vorbeugung eignen sich Milchsäurezäpfchen, die die Scheidenflora regulieren.

3. Brust

Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen, jede achte bis zehnte Deutsche entwickelt im Lauf ihres Lebens ein Mammakarzinom. Genetische Faktoren sind nur selten entscheidend; Frauen mit familiärer Vorbelastung tragen jedoch ein leicht erhöhtes Risiko. Dank Früherkennung und verbesserter Kombination der Behandlungen aus OP, Chemo-, Strahlen- und Hormontherapie ist die Sterblichkeitsrate in den letzten 20 Jahren um ein Fünftel gesunken. Neue Hoffnung verspricht eine Impfung gegen Brustkrebs, mit der US-Forscher im Tierversuch erste Erfolge erzielten.

4. Bauch

Etwa 15 Prozent der Bevölkerung leidet am Reizdarmsyndrom, zwei Drittel davon sind Frauen. Die vielfältigen Beschwerden treten im Wechsel oder parallel auf: Verstopfung, Durchfall, Krämpfe, Blähungen, Völlegefühl. Ursache ist vermutlich Überempfindlichkeit des darmeigenen Nervensystems, das mit mehr als 100 Millionen Nervenzellen die Verdauung steuert. Betroffene müssen ihre Ernährung auf individuelle Unverträglichkeiten abstimmen. Im Akutfall helfen krampflösende Mittel. Auch Fasten kann den Darm entlasten und seine Toleranzschwelle deutlich verbessern.

5. Schilddrüse

Frauen sind hier bis zu fünfmal häufiger betroffen als Männer. Wichtigste Ursache: die Autoimmunerkrankungen Hashimoto-Thyreoiditis (Unterfunktion) und Morbus Basedow (Überfunktion). Die Veranlagung wird jeweils vererbt, äußere Faktoren begünstigen den Ausbruch. Hashimoto ist nicht heilbar, Betroffene müssen täglich Schilddrüsenhormone nehmen. Bei Morbus Basedow erfolgt eine Radiojodtherapie oder die Entfernung der Drüse. Beides führt meist zu einer Unterfunktion und somit zur Hormonsubstitution.

6. Knochen

80 Prozent der Osteoporose-Patienten in Deutschland sind weiblich. Als besonders gefährdet gelten Frauen nach der Menopause, weil der Östrogenmangel zur Abnahme der Knochendichte führt. Deformationen und Frakturen sind die Folge. In der Therapie setzt man auf Bisphosphonate, die den Knochenabbau hemmen. Erst seit 2010 auf dem Markt: ein monoklonaler Antikörper, der nur einmal pro Halbjahr gespritzt werden muss. Beste Vorbeugung ist aber viel Bewegung sowie eine gesunde Ernährung und ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen. Eine Studie wies kürzlich nach, dass die Einnahme des Wirkstoffs Metafolin in Verbindung mit Kalzium und Vitamin D3 ("taxofit Knochen Plus", Drogerie) vor allem knochenaufbauende Zellen aktiviert.

7. Kopf

Zehn Millionen Deutsche leiden an Migräne, über zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Der Schmerz pocht hinter einem Auge, wird von Übelkeit und Lichtempfindlichkeit begleitet. Ursache: eine Entzündung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn. Die Anfälligkeit ist genetisch bedingt, die Auslöser der Attacken sind individuell. Vorbeugend haben sich neben Magnesium oder Beta-Blockern auch Sport, Akupunktur und Entspannungstraining bewährt. Im Akutfall helfen Mittel gegen Übelkeit und Schmerz, in schweren Fällen rezeptpflichtige Triptane.

Autor: Judith Heisig