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Fitness vor dem Buero

Joggen vor der Arbeit hält fit. - Foto: ROSLAN RAHMAN/AFP/Getty Images

4 Fitnessregeln

Fit am Schreibtisch

Ein Hauch von Leichtigkeit hängt in der Luft, keine andere Jahreszeit animiert so zum Abwerfen von Ballast wie der Frühling. Aber wer es der Natur gleichtun will, die jetzt mit Macht aus dem Winterschlaf erwacht, muss von alten Gewohnheiten Abschied nehmen. Leichter gesagt als getan? Die HÖRZU-Redaktion startete den Selbstversuch und holte sich einen Fachmann für Motivation ins Haus. Seine Ratschläge können zur Nachahmung nur wärmstens empfohlen werden!

Ein frischer Wind fegt durchs Großraumbüro, und das liegt nicht an der Klimaanlage, sondern an ihm: Patric Heizmann, Ernährungscoach und Comedian, der mit seiner Show "Ich bin dann mal schlank" ab Mai wieder durch Deutschland tourt und eine überraschende Erkenntnis verbreitet: Schlank wird auch, wer genussvoll isst! Nur das Richtige muss es eben sein. Heute hat sich der Coach einer echten Herausforderung gestellt: Wie kriege ich eine Redaktion im Schnelldurchlauf fit? Redakteure, die den ganzen Tag vor dem Computer sitzen und auf dem Weg zum Konferenzraum prall gefüllte Snack-Boxen passieren?
Sekretärinnen, die im Schrank hinter Aktenordnern salzige Knabbereien verstecken? Mitarbeiter, die stolz auf die angeblich gesunden, vitaminreichen Säfte auf den Schreibtischen verweisen? Und eine stellvertretende Chefredakteurin, die in ihrem Büro einen Schatz an Süßigkeiten bunkert?

Erste Etappe: Kantine

Patric Heizmann trägt ein T-Shirt und darunter gut definierte Muskeln. Bevor er beginnt, zieht er einen Proteinriegel aus dem Rucksack und trinkt ein Glas Wasser. Dann beginnt seine Tour de Force, der nur entkommt, wer sich jetzt unauffällig hinter seinem Gummibaum duckt. Erste Etappe: Kantine, bereits um zwölf, denn ab halb eins beginnt der Ansturm. Die drei Probanden der Redaktion dürfen sich auf ihre Teller füllen, worauf sie Appetit haben, der Meister wird danach sein Urteil sprechen. Oliver Noelle, der Filmexperte, greift beim Schnitzel zu und packt noch reichlich Pommes frites auf den Teller – das soll ihn gut über den Nachmittag bringen. Redakteurin Dagmar Weychardt bleibt am Nudelstand hängen, krönt ihre üppige Portion mit Pesto und wählt noch ein Dessert. Kollegin Anne- Kathrin Hasse mischt sich einen bunten Salat mit gekochten Eihälften. Patric Heiz-mann selbst kombiniert zwei Frikadellen mit Möhren und Brokkoli und gießt über das Fleisch eine kleine Kelle Soße. Seine Wertung: Den gesündesten Teller hat sich die Salatliebhaberin zusammengestellt, gefolgt vom Schnitzel-Fan. Der Nudelteller fällt durch.
"Nudeln bestehen ausschließlich aus Kohlenhydraten. Die sättigen zwar – aber nur kurz. Der Blutzucker fährt Achterbahn, viele spüren danach einen Energieabfall und fallen ins sogenannte ‚Nudelkoma‘."

Viel Eiweiß zu Mittag

Heizmanns Ernährungsrichtlinie für das Mittagessen ist einfach: Er empfiehlt sättigendes Eiweiß wie Fisch, Fleisch, Käse oder Sojaprodukte, dazu Gemüse und Salat. Und was ist mit der Soße? Sein verblüffendes Statement: Gegen hochwertiges Fett ist nichts zu sagen. Im Gegenteil: "Die Angst vor Fett hat die Menschen fett gemacht. Denn wer an Fett spart, greift an-derswo zu." Der Ernährungsprofi empfiehlt Fette wie kalt gepresstes Olivenöl oder Butter und rät von Margarine eher ab.

Zurück ins Büro, Kurzbesuch in der Chefredaktion, wo Julia Brinckman gerade fertige Seiten abnimmt. Traditionell auf dem Tisch: eine große Schale mit Snacks. Schokoriegel, Gummibärchen, Lakritzschnecken – alles, was das Herz begehrt. Der Teller mit Süßigkeiten, befindet Heizmann streng, muss weg. "Das Prinzip: Ich esse ja nur ganz wenig, aber dafür immer, ist eine Dickmach-Strategie. Jedes noch so kleine Häppchen stoppt die Fettverbrennung und füllt nebenbei noch das Kalorienkonto." Drei bis vier Stunden Pause sollten unbedingt zwischen den Mahlzeiten liegen. Heizmanns strenger Blick erfasst auch die Chipstüten von Chefsekretärin Anne Schröter und wandert weiter zu dem orangefarbenen Obstsaft, den Kollegin Constanze Scharsitzke sich gerade großzügig einschenkt. Das Urteil des Experten ist gnadenlos: "Säfte gehören nicht zur schlank machenden Ernährung." Ob Traubensaft, Limo, Cola oder eine vermeintlich gesunde Buttermilch mit Geschmack – die meisten Getränke enthalten viel Zucker und gehören deshalb eher in die Abteilung Süßigkeiten. Und was soll man stattdessen trinken? Wasser. Kräutertee. Auch Kaffee geht durch, Hauptsache ohne Milch und Zucker.

Kein Pardon im Treppenhaus

Kommen wir zur Bewegung, die Schreibtischarbeitern meistens fehlt. Kniebeugen empfiehlt Heizmann, Armdrücken am Büroschrank, nur mitmachen will heute keiner. Aber halt: Wer im achten Stock arbeitet wie die Redakteure von HÖRZU, hat das beste Fitnessgerät direkt neben der Fahrstuhltür: das Treppenhaus! Zwei Reporter müssen sich vom Erdgeschoss an hoch kämpfen, immer zwei Stufen auf einmal, da kennt der Meister kein Pardon. Er selbst steigt leichtfüßig hinterher. Als kleinen Anreiz empfiehlt er, bunte Punkte an die Stufen zu kleben, um die Motivation zu steigern. Damit nicht genug: Auch in der Freizeit sollen wir etwas für Muskelaufbau und Ausdauer tun. Das halte nicht nur schlank, sondern sei auch das beste Mittel für den Stressabbau.

Dreimal am Tag essen

Zum Schluss des Redaktionsbesuchs diktiert Heizmann der Reporterin einige goldene Regeln ins Notizbuch: Dreimal am Tag darf sich jeder satt essen, Hauptsache, er lässt im Laufe des Tages zunehmend Kohlenhydrate wie Nudeln, Kartoffeln, Reis und Brot weg und verzichtet beim Abendessen ganz darauf. Für den kleinen Hunger zwischendurch sind je nach Länge des Arbeitstages zwei gesunde Snacks erlaubt, etwa Müsliriegel aus Früchtemüsli, Mandeln und Magerquark. Auch ein Apfel hilft beim Durchhalten. Aber was, wenn die Schlusstermine drängen und die Nerven flattern? Alles ist besser, als zu essen. Ein Glas Wasser auf Ex, einen zuckerfreien Kaugummi kauen, eine Runde an der frischen Luft drehen oder mit einem Kaffee relaxen – schon geht’s einem besser. Bleiben die alltäglichen Verführungen: Im Layout duftet es nach Kuchen, die Fotochefin hat selbst gebackene Brownies und Käsetorten zu einem Kuchenbuffet arrangiert. Was nun? "Verzichten", sagt Heizmann. "Notfalls unter einem Vorwand. Und wenn man selbst Geburtstag hat, anstelle des Kuchens mal einen Obstsalat anbieten." Dann verabschiedet sich der Coach und steigt winkend in den Fahrstuhl. Er darf das, er ist nämlich schon schlank.


Die vier Fitnessregeln

Fitnessregel 1
Dreimal am Tag satt essen Von Diäten hält Ernährungscoach Heizmann gar nichts: „FDH ist doch nur eine Abkürzung für Frust durch Hungern.“ Er ermutigt dazu, sich dreimal am Tag richtig satt zu essen. Am besten mit eiweißhaltigen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch oder Eiern, dazu Gemüse und Salat. Kohlenhydrate wie Nudeln machen nur kurzfristig satt und lassen den Blutzuckerspiegel schnell wieder ansteigen. Abends, so Heizmann, sollte man auf Kohlenhydrate wie etwa Brot ganz verzichten.

Fitnessregel 2
Statt Säften besser viel Wasser trinken Da stehen die Fruchtsäfte nun einladend auf dem Schreibtisch, sollen auch noch gesund und vitaminreich sein. Aber Patric Heizmann ist gnadenlos: „Säfte gehören nicht zur schlank machenden Ernährung.“ Grund: Sie enthalten Zucker. Die Bauchspeicheldrüse schüttet daraufhin Insulin aus, und die Fettverbrennung wird gestoppt.

Fitnessregel 3 Regelmäßige Bewegung in den Alltag integrieren
Lieber Treppen steigen als Fahrstuhl fahren, besser zu Fuß oder mit dem Fahrrad ins Büro als mit dem Bus: Bewegung fängt vor der Haustür an. Für den Bürotag empfiehlt Heizmann einfache Übungen: Stirn auf die Tischkante legen, zwei Wasserflaschen nehmen und mit ausgestreckten Armen heben und senken. Oder: gestrecktes Bein auf dem Schreibtisch ablegen, Oberkörper nach vorn beugen, bis es im Rücken leicht zieht.

Fitnessregel 4 Snacks rigoros aus dem Büro verbannen
Ein Müsliriegel hier, eine Lakritzschnecke da: Snacks versüßen den Alltag und helfen gegen Stress? Heizmann warnt vor Blutzuckeranstieg und folgender „Naschdemenz“. Zwischen den Mahlzeiten sollte man drei bis vier Stunden lang nichts essen. Gegen den kleinen Hunger hilft ein Apfel oder zuckerfreier Kaugummi

Autor: Angela Meyer-Barg