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Fersensporn: Diese Therapien sind sinnvoll

Oft ist Überlastung schuld daran, wenn sich ein Fersensporn bildet. Foto © iStock/Jan Otto

Fersenschmerz-Therapie

Fersensporn: Diese Therapien sind sinnvoll

Ursache für Fersenschmerzen ist oft ein Fersensporn. Überlastung bei Sport, aber auch Übergewicht lösen diese Entzündung der Plantarsehne aus. Stoßwellentherapie sowie tägliche Dehnungsübungen helfen, den Fersensporn wieder loszuwerden.

Die Symptome eines Fersensporns (Kalkaneussporn) sind deutlich: Bei jedem Schritt sticht ein massiver Schmerz in die Ferse. Normales Gehen, also das Aufsetzen der Ferse und das Abrollen des Fußes nach vorne, wird dann fast unmöglich. Ohnehin sollte jetzt jede Fersenbelastung vermieden werden, weil sie den Fersensporn verstärken kann.

Fersensporn entsteht durch Entzündung der Plantarsehne

Ausgelöst wird der Fersensporn nämlich durch eine Entzündung der Plantarsehne (Plantarfasziitis). Oft entwickelt sich die Plantarfasziitis über Jahre hinweg. Mikroeinrisse an der Sehnenplatte der Fußsohle entzünden sich und an der Ansatzstelle am Knochen (Sehnenansatzstelle) lagert sich Kalk ab. Betroffen sind bis zu 20 Prozent der Bevölkerung, darunter vor allem Frauen. Das liegt daran, weil Frauen durchschnittlich mehr Risikofaktoren für den Fersensporn aufweisen.

Ursachen und Risikofaktoren für den Fersensporn

Einen Fersensporn kann jeder bekommen, der seine Füße überlastet. Zu den Ursachen gehören:

• Übergewicht
• Fehlstellungen der Füße wie Knick-, Senk-, Platt- und Spreizfüße
• verkürzte Wadenmuskulatur, etwa durch Schuhe mit hohen Absätzen
• stehende Tätigkeiten
• bestimmte Sportarten, wie Joggen und Marathonlauf

Besonders gefährdet sind ältere Sportler. Stoßdämpfende Fettpolster, die die Ferse schützen, sind bei ihnen weniger ausgeprägt als bei jungen Menschen.

Die Ursachen von Fersenschmerzen vom Arzt abklären lassen

Je nachdem, wie stark der Fersenschmerz ausgeprägt ist, dauert es auch wieder, bis die Entzündung abgeklungen ist. Manchmal wird die Erkrankung auch chronisch und ist dann schwerer behandelbar. Deshalb ist es wichtig, den Fersenschmerz auf jeden Fall von einem Orthopäden untersuchen zu lassen. Der Arzt stellt die Diagnose mit Hilfe von

• Abtasten
• Test vom Auftreten des Fersenschmerzes und seiner Abhängigkeit zur Bewegung
• Ultraschall
• gegebenenfalls Röntgen

Auf diese Weise lassen sich Veränderungen der Plantarfaszie und des Fersenbeins erkennen, die auf eine Entzündung im Sehnenansatz hinweisen.

Therapien gegen den Fersensporn

Wenn die Sehne geringfügig gereizt ist, verschwinden die Fersenschmerzen allein durch Schonung. Doch meist ist eine Therapie nötig. Der Arzt wird in der Regel verschiedene Maßnahmen zur Behandlung des Fersensporns vorschlagen:

• Einlegesohlen (Orthesen) und Fersenpolster (Fersenkissen) entlasten die Ferse und der Druck auf die Plantarfaszie nimmt ab. Die Einlegesohlen werden nach einem Fußabdruck individuell von einem Orthopädietechniker angefertigt. Sie senken nicht nur den Druck auf die Ferse, sondern gleichen Fehlstellungen des Fußes aus, die womöglich Ursache der Plantarfasziitis sind. Die Fersenkissen (Silikonkissen) gibt es dagegen bereits als Fertigversion in Sanitätshäusern oder im Internet. Wichtig: Die Kissen sollten nicht nur an dem Fuß getragen werden, der betroffen ist, sondern auch am anderen. Sonst differiert nämlich die Beinlänge und das führt zu weiteren Problemen mit Sehnen und Gelenken.

• Taping, also spezielle medizinische Klebebänder (Kinesio-Tape) sollen die Plantarsehne entlasten und den Druck auf das Fersenbein senken.

• Gesundheitsschuhe mit speziellem Fußbett geben den Knöcheln Halt, aber entlasten die Fersen.

• Krankengymnastik lockert Verspannungen der Wadenmuskulatur, dehnt die Sehnen und verbessert die Elastizität der Faszien. Wichtig dabei: Das Fußgewölbe sanft dehnen und nicht überreizen!

• Physikalische Therapie wie Kältebehandlung wirkt gegen den Schmerz.

• Medikamente, die den Schmerz lindern und gegen Entzündungen wirken, unterstützen den Heilprozess beim Fersensporn. Dabei handelt es sich etwa um Diclofenac, Ibuprofen oder ASS (Acetylsalicylsäure). Die Arzneimittel sollten ohne ärztlichen Rat jedoch nicht langfristig eingenommen werden.

• Ein Verband mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Salben ist besonders wirksam, wenn er über die Nacht angelegt wird.

• Reizstrom-Therapie kann den Fersenschmerz lindern. Niederfrequente Wechselströme haben sich bei Nervenschmerzen und Muskelverhärtungen bewährt. Die Leistung wird von einigen Krankenkassen übernommen, eine Sitzung kostet rund zehn Euro.

• Stoßwellen-Therapie kann mit gebündelten Schallwellen Entzündungen lindern und Kalkablagerungen lösen. Die extrakorporale Stoßwellentherapie kostet pro Sitzung rund 70 Euro.

• Injektionen mit entzündungshemmenden Stoffen, die der Arzt direkt an den Fersensporn setzt, können den Krankheitsverlauf spürbar abkürzen. Meist handelt es sich dabei um Kortison. Oft reichen schon ein bis zwei Injektionen.

• Röntgenstrahlen, die besonders niedrig dosiert sind, haben sich zur Behandlung des Kalksporns ebenfalls bewährt.

• Magnetfeldtherapie regt mit speziellen pulsierenden elektromagnetischen Feldern den Zellstoffwechsel an und lindert damit Gelenkbeschwerden. Auch beim Fersensporn können damit die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden. Die Kosten pro Sitzung belaufen sich auf rund 20 Euro, in manchen Fällen übernimmt die Krankenkasse einen Teil davon.

• Akupunktur eignet sich ebenfalls zur Therapie eines Kalkaneussporns, die Kosten von rund 30 Euro pro Behandlung werden nicht von den Kassen erstattet.

• Homöopathie kann ebenfalls empfehlenswert sein. Viele Patienten machen zum Beispiel mit homöopathischen Mitteln basierend auf Vulkanasche gute Erfahrungen.

• Kneipp-Anwendungen wie das ansteigende Fußbad unterstützen die Selbstheilungskräfte bei Plantarfasziitis. Setzen Sie sich dazu auf den Wannenrand und lassen Sie sehr langsam lauwarmes, dann immer wärmeres Wasser einlaufen, bis das Wasser die Waden erreicht. Trocknen Sie dann die Füße ab, ziehen Sie sich warme Socken an und legen Sie sich hin, denn das ansteigende Fußbad entfaltet auch eine entspannende Wirkung.

Fersensporn-Operation nur als letzte Behandlungsoption

Nur wenn alle diese konservativen Maßnahmen nicht helfen, wird der Arzt zu einer Operation raten. Dabei setzt der Chirurg eine Kerbe in die Plantarsehne, um damit am Sehnenansatz den starken Zug auf den Knochen abzuschwächen. Diese Entlastung bringt oft rasch Erleichterung. Bis der Fuß jedoch wieder vollständig belastet werden darf, kann es Monate dauern.

Fersensporn-Behandlung – die besten Dehnungsübungen

Wichtig bei der Behandlung eines Fersensporns ist Geduld. Meist dauert es viele Wochen, bis die Entzündung vollständig abgeklungen ist und sich das Gewebe beruhigt hat. Fußgymnastik hat sich laut Studien bei einer Plantarfasziitis bewährt. Alle Übungen werden im Sitzen oder Liegen ausgeführt, weil dann die Ferse entlastet ist. In Absprache mit dem Arzt oder Physiotherapeuten können folgende Dehnübungen sinnvoll sein:

1. Wade dehnen: Setzen Sie sich entspannt hin und strecken Sie den Fuß nach vorne durch, ziehen Sie dabei die Zehenspitzen Richtung Knie. Das dehnt die Wadenmuskulatur. Hören Sie aber mit der Dehnung auf, wenn es wehtut. Führen Sie diese Übung nicht nur mit dem betroffenen Fuß aus, sondern abwechselnd auch mit dem anderen.
2. Fußmuskeln stärken, Plantarsehne sanft dehnen: Rollen Sie mit dem Fußgewölbe einen kleinen Gymnastikball oder Igelball hin und her.
3. Fußgewölbe stärken: Setzen Sie die Fußsohle fest auf den Boden, während Sie sitzen. Belasten Sie nun den Außenrand des Fußes und ziehen Sie das Fußgewölbe langsam nach oben.
4. Plantarfaszien stärken, Sehnen dehnen: Nehmen Sie ein Handtuch und platzieren Sie Ihren Fuß in die Mitte. Fassen Sie mit beiden Händen die Enden des Handtuchs und ziehen Sie damit den Fuß vorsichtig in Richtung Körper. Das Knie ist dabei durchgestreckt. Halten Sie diese Stellung einige Sekunden. Mit Zunahme der Übungseinheiten lässt sich diese Dauer bis auf eine halbe Minute steigern.

Fersensporn in Zukunft vermeiden

Jeder, der bereits Fersenschmerzen und einen Fersenschmerz hatte, sollte in Zukunft darauf achten, dass sich die Entzündung nicht erneut bildet. Die besten Präventionsmaßnahmen sind:

• Tragen Sie Schuhe, die den Füßen Halt geben, ohne sie einzuengen. Außerdem sollten sie die Schritte gut dämpfen
• Verzichten Sie auf Schuhe mit hohen Absätzen, tragen Sie High Heels nur für wenige Stunden und nicht, wenn Sie länger zu Fuß gehen möchten.
• Bauen Sie Übergewicht ab.
• Verwöhnen Sie Ihre Füße öfter mal mit einer Fußmassage – das gilt vor allem für diejenigen, die beruflich lange stehen müssen.
• Für Sportler: Laufen Sie am besten nur auf weichem Gelände (Waldboden, Wiesenwege) und nicht auf Asphalt.
• Dehnen Sie immer wieder Ihre Wadenmuskeln – also Ferse nach unten und Zehen Richtung Körper ziehen.

Autor: MONIKA PREUK