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Aus Schnupfen kann schnell eine Entzündung der Nebenhöhlen werden.

Aus Schnupfen kann schnell eine Entzündung der Nebenhöhlen werden. / Foto: © picture alliance/chromorange

Fünf-Punkte-Plan

Entzündung der Nasennebenhöhlen: Das hilft

Wenn zu Winterbeginn die Nase läuft, ist das eigentlich nichts Ungewöhnliches. Jeder Dritte niest und hustet bei sinkenden Temperaturen. Will die Erkältung aber so gar nicht verschwinden, kann hinter dem hartnäckigen Schnupfen eine Entzündung der Nasennebenhöhlen stecken. Typische Symptome: Beim Vorbeugen dröhnt der Kopf, beim Hüpfen schmerzen die oberen Backenzähne, man fühlt sich elend, und zu allem Übel kommt oft noch Fieber hinzu.

In 90 Prozent aller Fälle wird die sogenannte Sinusitis von Viren ausgelöst, die sich auf den Schleimhäuten ansiedeln und sie anschwellen lassen. Größtes Problem dabei: Das Schnupfensekret kann nicht mehr abfließen, die Nebenhöhlen werden nicht mehr belüftet. Und das bietet Krankheitserregern einen idealen Nährboden.

Unbehandelt kann die Sinusitis chronisch werden oder auch gefährliche Folgeerkrankungen nach sich ziehen. "Zum Beispiel Sehstörungen, den Verlust des Geruchssinns, eine Zahnwurzel- oder sogar Hirnhautentzündung", warnt Dr. Wolfgang Grebe, Internist aus Frankenberg/Hessen.

Häufig kommt es auch zum sogenannten Etagenwechsel: Dabei rutscht die Entzündung von oben nach unten und greift die Bronchien an. Dr. Wolfgang Grebe: "Der oft verwendete Ausdruck ‚united airways‘, also ‚vereinigte Luftwege‘, macht deutlich, wie eng die Atemwege über die Schleimhäute miteinander verbunden sind."

Das ist die beste Fünf-Punkte-Strategie gegen die schmerzhafte Entzündung:

1. Die Sekretbildung anregen
Besonders wichtig ist es, den zähen Schleim zu verflüssigen (Sekretolyse). Dabei kann laut aktuellen klinischen Studien etwa ein pflanzliches Mischdestillat aus Eukalyptus-und Zitronenöl effektiv helfen. Es wirkt schleimlösend und abschwellend (z. B. "Gelomyrtol", Apotheke). "Die typischen Symptome wie eine behinderte Nasenatmung und Druckgefühl in den Nebenhöhlen bessern sich durch die Einnahme deutlich", sagt Dr. Thorsten Zehlicke, Oberarzt der HNO-Abteilung am Bundeswehrkankenhaus Hamburg. Antibiotika sollte man nur in Ausnahmefällen nehmen. "Auch grüner oder eitriger Schleim benötigt nur selten Antibiotika!", so Dr. Grebe.

Nasenspray

Ein Meerwasserspray verhindert, dass die Schleimhäute austrocknen. / Foto: © picture alliance / dpa Themendienst

2. Inhalieren
Einfach und sehr effektiv sind Dampfbäder, vor allem wenn man sie mit Kamillenblüten oder Eukalyptusöl anreichert. Mit jedem Atemzug werden die leicht flüchtigen Stoffe vom Wasserdampf zu den Schleimhäuten transportiert. So unterstützen sie ganz natürlich die Sekretbildung.

3. Nasenspülungen
Nasenduschen mit Salzlösung (Drogerie, Apotheke) spülen Viren heraus und legen einen schützenden Feuchtigkeitsfilm über die Schleimhäute. Wichtig: Dosierungsvorschrift beachten!

4. Alternative Helfer
Holunderextrakt oder Lindenblütentee kann die Entzündung hemmen und fördert außerdem die Durchblutung der Schleimhäute. Bei homöopathischen Mitteln haben sich etwa Cinnabaris (Zinnober) und Hepar sulfuris calcareum (Kalk-Schwefelleber) bewährt (jeweils fünf Globuli in der Potenz D12). Heilpraktiker behandeln auch erfolgreich mit Akupunktur, Enzym- und Eigenbluttherapie.

5. Wenn nichts mehr hilft: OP
Sind alle Therapien ausgeschöpft, raten Experten bei chronischer Sinusitis oft zu einer Operation: Dabei werden etwa im Siebbein, wo 95 Prozent der Entzündungen entstehen, erkrankte Schleimhaut und verengte Knochenwände entfernt, damit das Sekret wieder abfließen kann. Ohne Skalpell kommt die Ballon-Sinuplastik aus, eine neue Operationsmethode aus den USA. Per Ballon werden die Zugänge zu den betroffenen Nebenhöhlen geweitet. Beide Eingriffe werden in der Regel von den Kassen bezahlt.

Autor: Susan Junghans-Knoll