HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Taping: Dr. Dieter Sielmann befestigt ein Heilpflaster.
Zur Bilderstrecke

Fotos © PR

Allgemeinmediziner Dr. Dieter Sielmann exklusiv in HÖRZU

Die neuen Heilpflaster

Es zieht im Kreuz. Es hämmert im Kopf. Es sticht im Knie. Schmerz hat viele Gesichter. Gnade kennt er keine. Vielleicht sollte man ihm einfach mal eine kleben. Taping ist einen Versuch wert. Nebenwirkungen gibt es nicht, nur in seltenen Fällen allergische Reaktionen. Dafür versprechen die farbigen Bänder auf der Haut schnelle Hilfe: bei Rücken-, Schulter-, und Nackenschmerzen, Gelenkbeschwerden, Migräne, Verschleiß und Entzündungen.

Im Spitzensport längst etabliert, kommt die in Japan entwickelte Methode (Kinesio-Taping) jetzt auch im Alltag schwer in Mode. Im Büro, im Schwimmbad, auf dem Sportplatz - immer häufiger sieht man die Klebestreifen an verschiedenen Körperstellen. "Seit acht Jahren behandle ich jeden Tag 10 bis 20 Patienten mit Medi-Taping", erzählt Dr. Dieter Sielmann, Allgemeinarzt aus Bad Oldesloe (Foto). Seine Erkenntnis: "99 Prozent der Schmerzpatienten haben eine Beinlängendifferenz und ein muskuläres Problem, bedingt durch die Schiefhaltung."

Mit den dehnbaren Bändern aus reiner Baumwolle, deren Klebefläche aus Acryl besteht, kommen die lädierten Muskeln wieder in Bewegung - wie bei einer Dauermassage. Gleichzeitig werden Hautsensoren stimuliert, Akupunkturpunkte angeregt und Selbstheilungskräfte mobilisiert, zusätzlich verbessert sich die Blut- und Lymphzirkulation. Dies bewirkt wiederum, dass etwa bei kleinen Verletzungen Schmerzhormone schneller abgebaut werden. Auch auf die Farbe der Tapes kommt es an. "Denn jede wirkt energetisch auf den Körper", weiß Sielmann. "Rot und Grün verstärken Energie, Blau zieht Energie, Gelb wirkt beruhigend und Beige neutral."

Die Pflaster bleiben mehrere Tage auf der Haut, rät Sielmann. Sie sind für 10 bis 15 Euro über das Internet zu beziehen (zum Beispiel www.medi-tape.de). Bei kleinen Verletzungen, Verspannungen, Muskelkrämpfen oder zur Prophylaxe kann man es selbst probieren", sagt Sielmann. "Bei ernsthaften Erkrankungen lässt man sich besser vom Arzt oder Therapeuten tapen."

Bei diesen Beschwerden hilft Taping.

Kopf- und Nackenleiden

Nach langem Sitzen im Büro oder beim Fernsehen, nach konzentrierten Denkphasen oder falscher Bewegung können Spannungskopfschmerzen, Tinnitus und Migräne auftreten. Mit Tapes auf den Muskeln des Halswirbelbereichs kann man dagegen angehen - auch vorbeugend.

Probleme in der Schulter

Gerade der Schulterbereich ist vorwiegend aus Muskeln aufgebaut, die durch Fehlbelastungen beim Sport oder durch falsche Haltung am PC schnell schmerzen. Zur Therapie sollten meist alle beteiligten Muskeln mit Tapes versorgt werden: erst Brustmuskel (Pectoralis), dann Schultergelenkmuskel (Supraspinatus) und am Ende Armmuskeln (Triceps). Dabei verstärken verschiedene Tape-Farben die Wirkung. Hier ist allerdings Experten-Hilfe nötig.

Rückenbeschwerden

Der Arzt oder Therapeut ertastet sehr behutsam die Schmerzpunkte und klebt die Muskeln, die wehtun und die Bewegung beeinträchtigen, mit Bändern ab. Rückenleiden sind in der Regel auf eine schiefe Haltung zurückzuführen. Und die kann - prophylaktisch oder akut - mit dem Taping derWirbelsäule langfristig therapiert werden.

Autor: Anja Matthies