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Regelmäßige Fußbäder geben strapazierten Füßen eine Portion Extra-Pflege.

Regelmäßige Fußbäder geben strapazierten Füßen eine Portion Extra-Pflege. / Foto: © picture alliance/Bildagentur-online

Teil 1 der neuen HÖRZU-Serie

Die besten Gesundheits-Tipps

Für die Liebsten nur das Beste! Wenn es der eigenen Tochter, der Mutter oder dem Jugendfreund schlecht geht, überlegen Ärzte besonders gut, was sie raten. Schließlich will man die eigene Familie, die engsten Verwandten oder die dicksten Kumpel nicht leiden sehen.

Beschwerden mit den Bandscheiben? Da empfiehlt ein Orthopäde zu Hause nur selten eine OP an der Wirbelsäule. In der Praxis beim Patienten geschieht das schon häufiger. Und seinen Töchtern wird er genau erklären, warum sie nicht stundenlang in Flipflops herumlaufen sollten. Ein Internist schaut ganz genau hin, wenn die eigene Mutter oder Schwester leichtfertig über eine längere Zeit zu Schmerzmitteln greift. Denn er weiß, dass Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Paracetamol auf Dauer schwere Nebenwirkungen haben und zu einer Abhängigkeit führen können.

Mehr als eine Sprechstunde

Wer weder Arzt noch Ärztin in der Familie oder im engen Bekanntenkreis hat, verlässt sich dagegen meist auf die knappen Erklärungen in der Sprechstunde. Symptome wie Gewichtszunahme und trockene Haut wird er womöglich lange übersehen und gar nicht erst den Facharzt aufsuchen, obwohl beide Körperveränderungen Anzeichen eines Schilddrüsenleidens sein können.

Im ersten Teil der neuen HÖRZU-Reihe finden Sie die besten Ratschläge eines renommierten Orthopäden, eines Internisten und eines Facharztes für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Und falls Sie doch noch unsicher sein sollten, fragen Sie einfach mal Ihren Arzt: "Was würden Sie denn Ihrer Tochter empfehlen?"


Mehr Gesundheits-Tipps:

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Orthopädie

Vom Scheitel bis zur Sohle: Orthopäden wie Dr. Walpert sind Experten für den gesamten Bewegungsapparat. Beschwerden der Muskulatur, Knochen, Gelenke und Sehnen gehören in ihre Hände. Besonders häufig werden sie wegen Rückenleiden konsultiert.

1) Extra-Pflege für die Füße
Sie tragen uns durch unser ganzes Leben: Füße sind Schwerstarbeiter und brauchen deshalb auch besondere Pflege. Dazu gehört vor allem tägliches Eincremen! Auch gut: regelmäßig Fußbäder zu machen und so oft wie möglich auf natürlichen Böden barfuß zu laufen.

2) Mini-Gymnastik
Eine Übung für die Zehen und Waden: Barfuß die Füße eng nebeneinanderstellen. Die Hände seitlich in die Hüften stemmen. Abwechselnd ein Knie anziehen, sodass nur noch die Zehen den Boden berühren. 15-mal mit beiden Füßen wiederholen. Dann auf die Zehenspitzen stellen, eine halbe Minute lang so verharren, die Fersen absenken. Zehnmal wiederholen.

3) Verwöhnprogramm
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gelten die Füße als "Nierenersatz". Das heißt: Über sie kann der Körper entgiften. Dafür Wasser mit Basensalz mischen, Socken darin tränken, auswringen, anziehen. Darüber ein paar trockene Strümpfe ziehen. Hilft auch gegen Arthrose im Großzehengelenk (Hallux rigidus).

4) Augen auf beim Schuhkauf!
Mode hin oder her: Beim Schuhkauf kommt es auf Qualität und die individuelle Fußform an. Breite Füße passen nicht in spitze Pumps. Füße mit Fehlstellungen brauchen einen guten Halt. Die Schuhe möglichst täglich wechseln. Frauen sollten immer wieder andere Absatzhöhen auswählen.

5) Umgeknickt
Hohe Schuhe, unebenes Pflaster – zack, knickt man um: Schwillt der Fuß an, sollte er schnell hochgelegt und gekühlt werden. Je schneller die Kühlung erfolgt, desto weniger schwillt er an, desto rascher klingen die Schmerzen ab. Nach der Akutphase lindern feuchte Umschläge mit Essigwasser oder Retterspitzlösung die Beschwerden.

6) Bandscheibenvorfall
Es muss nicht operiert werden – außer es kommt zu Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen in Armen oder Beinen. Dann ist manchmal schnelles Handeln gefragt, da das Bandscheibengewebe in solchen Fällen die Nerven und das Rückenmark schädigen kann.

7) Muskel- und Gelenkschmerzen
Wenn nach stumpfen Verletzungen keine extrem starken Schmerzen auftreten und das Gelenk nicht deutlich anschwillt, helfen Cremes mit pflanzlichen Wirkstoffen wie z. B. Beinwell. Verschlimmern sich die Schmerzen trotz Creme und Ruhigstellung, sollte allerdings ein Arzt die Ursache klären.

Flipflops

Gefährlicher Modetrend: Flipflops können die Füße dauerhaft schädigen. / Foto: © picture alliance

8) Die Flipflop-Frage
Nie waren Flipflops und Ballerinas beliebter. Aber: Beide können zu dauerhaften Fußschäden führen. Deshalb: nie einen ganzen Tag lang tragen, sondern nur kurz zwischendurch. Bei Flipflops krallen sich die Zehen, um Halt zu finden, zu sehr fest. Das kann die Fußgeometrie verändern. Ballerinas fördern das Einknicken des Fußgelenks.

9) Wadenkrämpfe
Sie treten oft nachts und morgens auf. Dabei zieht sich ein Muskel zusammen, ohne sich wieder zu entspannen. Wichtig: sofort auftreten und herumlaufen. So löst sich der Krampf.

10) Erste Hilfe gegen Hexenschuss
Blitzartiger Schmerz im unteren Rücken, der jede Bewegung unmöglich macht, ist das typische Anzeichen. Eine heiße Dusche oder ein heißes Bad, Pflaster mit Capsaicin, Wärmeauflagen sowie Schonung bessern die Schmerzen und lassen sie fast immer in einer Woche abklingen.

11) Gewichtsmanagement
Die Beine und Füße jedes Menschen sind von Natur aus nur für ganz bestimmte Proportionen angelegt. Überflüssige Pfunde können auf Sehnen und Gelenke drücken und so Fußprobleme fördern. Deshalb: Übergewicht abbauen.

12) Schmerzen im unteren Rücken
Bei heftigen Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule: auf einem Kissen oder der Couch die Beine stufenartig lagern. Das nimmt Druck von der Wirbelsäule. Wärme und Schmerzmittel helfen zusätzlich. Strahlen die Schmerzen in die Beine aus oder tritt nach drei, vier Tagen keine Besserung ein: Bitte zum Orthopäden gehen!

13) Ballenzeh
Viele Frauen leiden unter einem Ballenzeh (Hallux valgus). Inzwischen raten Ärzte den Betroffenen, nicht zu lange zu warten mit der OP. Denn langjährige Fehlstellungen können zur Arthrose im Großzehengrundgelenk führen. Zudem können Probleme an Knien und Hüften entstehen. Je früher die OP, desto besser das Ergebnis.

14) Gesunder Rücken
Die Basis für einen starken Rücken wird hauptsächlich im Alter von 20 bis 30 Jahren geschaffen – durch ausreichend Bewegung. Aber auch später kann man durch Schwimmen und Rückentraining die stützende Muskulatur stärken. Ideal: tägliche Übungen, die auch die Bauchmuskeln trainieren.

15) Skiunfall: Meniskus
Ein stechender Schmerz bei Drehbewegungen ist das typische Symptom. Meist tritt er nach einer Belastung auf. Eine solche Verletzung sollte auf jeden Fall vom Arzt untersucht werden. Ich rate Skifahrern, zwei bis drei Monate vor dem Urlaub den Körper mit einer Skigymnastik vorzubereiten. Das reduziert die Verletzungsgefahr.

16) Lästiger Fersensporn
Ein Fersensporn entsteht durch Überlastung an der Sehnenplatte der Fußsohle (Plantarfascie). Nicht der auf dem Röntgenbild sichtbare Knochenauswuchs, sondern die Reizung der Sehnenplatte unter dem Fuß verursacht die Schmerzen. Einlagen, Krankengymnastik, Injektionen, Ultraschall und Geduld helfen gut. Operieren sollte man einen Fersensporn in der Regel nicht.

17) Sehnenriss an der Schulter
Heute weiß man: Kleine Risse an den Sehnen heilen nie. Das heißt nicht, dass man sie operieren muss. Allerdings sollte gut beobachtet werden, ob aus kleinen, unvollständigen Rissen mit der Zeit größere Rupturen werden. Um eine Verschlimmerung auszuschließen: die Schulter auf jeden Fall untersuchen und beobachten lassen.

18) Schulter ausgerenkt
Wer beim Sport mit Wucht auf die Schulter fällt, spürt sofort starke Schmerzen, weil der Oberarmkopf vor das Schultergelenk rutscht. Bänder, Muskeln und Gelenke werden stark gedehnt, häufig reißt das umliegende Gewebe leicht ein, sodass feine Gefäße und Nerven geschädigt werden. Vereinzelt kribbeln daher die Finger. Das ist ein Notfall, den der Arzt behandeln muss.

Heißes Bad gegen Muskelkater

Ein heißes Bad fördert die Durchblutung und kann schlimmen Muskelkater lindern. / Foto: © picture alliance/chromorange

19) Schlimmer Muskelkater
Hinter Muskelkater verbergen sich kleinste Risse in den Muskelfasern und nicht, wie lange vermutet, eine Übersäuerung des Muskels. Nach ein paar Tagen hören die Schmerzen von allein auf. Durchblutungsfördernde Maßnahmen wie heiße Bäder und sanfte Bewegung unterstützen die Regeneration.

20) Gelenk-Check-up
Bei diesem Check werden Funktionstests gemacht. Er empfiehlt sich für Menschen, die Vorerkrankungen haben (etwa Kreuzbandverletzungen), nach Hüft- oder Knieoperationen oder wenn Patienten wieder mit dem Sport beginnen wollen.

21) Schleimbeutelentzündung
Kommt häufig an der Schulter vor. Meist reichen reizlindernde Mittel per Injektion und Krankengymnastik. Nur selten muss operiert werden.

22) OP-Technik für Allergiker
Müssen nach Frakturen Knochen „geschraubt“ werden, empfehlen sich bei Menschen mit Metallallergie neue Bioschrauben aus Milchsäure. Sie bleiben nach der OP im Fuß und lösen sich nach zwölf bis 18 Monaten wieder auf. Vorteil für den Patienten: Er ist schnell wieder auf den Beinen, eine Nach-OP entfällt.

23) Kniescheibe herausgesprungen
Meist springt die Kniescheibe nach außen. Dabei zerreißt fast immer ihr sogenanntes Aufhängeband an der Innenseite. In den meisten Fällen reicht es, wenn das Kniescheibenband ersetzt wird.

24) Akute Schulterbeschwerden
Zunächst kann sich jeder selbst helfen: Das Gelenk bitte schonen! Und nichts tun, bei dem die Arme über Kopfhöhe gehoben werden müssen. Kühlpacks lindern die Schmerzen. Auch Sportgel wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend. Tabletten (Ibuprofen) sollten maximal an drei aufeinanderfolgenden Tagen eingenommen werden. Dauern die Schmerzen länger als sieben Tage an: zum Arzt!

25) Tennis- oder Mausarm
Ein Tennis- oder Mausarm kommt häufig vor. Es handelt sich um ein Schmerzsyndrom in der Hand- und Fingermuskulatur und an den äußeren Ansätzen des Oberarmknochens. Ich empfehle schmerzstillende Mittel, Krankengymnastik und physikalische Maßnahmen. Als Arzt muss man sich immer bewusst sein, dass die Beschwerden von der Wirbelsäule ausgelöst werden. Nur in Ausnahmefällen sollte man an eine OP denken.

Autor: Esther Langmaack