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Rote Augen sind das wichtigste Symptome einer Bindehautentzündung.

Rote Augen sind das wichtigste Symptom einer Bindehautentzündung. Ursache sind oft Bakterien oder Viren. Dann ist die Bindehautentzündung ansteckend.Foto © iStock, vidka

Konjunktivitis

Bindehautentzündung – die Symptome

Rote Augen sind Anzeichen einer Bindehautentzündung. Vor allem Babys sind häufig betroffen. Mehr über Ansteckungsrisiko, Symptome und welche Augentropfen helfen.

Eine Bindehautentzündung, medizinisch Konjunktivitis, entwickelt sich oft von einer Stunde auf die andere. Plötzlich ist ein Auge rot geädert und tränt. Mitunter sind sogar beide Augen betroffen. Ursache für die rote Färbung: Im Rahmen der Entzündung ist die Bindehaut stärker durchblutet. Denn die Bindehaut ist verantwortlich für die Immunabwehr des äußeren Auges. Zusätzlich reagiert das Auge auf den Entzündungsreiz mit der Bildung von Eiweißstoffen und einer Menge an weißen Blutkörperchen. Weitere mögliche Symptome der Bindehautentzündung:

• Das Auge ist verschleimt und verklebt, die Absonderung aus den Augen kann auch eitrig sein.
• Die Bindehaut schwillt an und sieht glasig aus.
• Die Augenlider schwellen an.
• Das Auge ist blendempfindlich, starkes Licht tut weh.
• Die Augen jucken und brennen.

Bindehautentzündung – die Ursachen

Je nach Ursache wird die Konjunktivitis in verschiedene Formen eingeteilt:

Unspezifische Bindehautentzündung

Auslöser wie Zugluft („Cabrio-Syndrom“), aber auch Fremdkörper wie Staub, eine ausgefallene Wimper, Kontaktlinsen oder Rauch reizen die Bindehaut. Ein Fremdkörpergefühl ist dabei das deutlichste Symptom. Auch das trockene Auge (Sicca-Syndrom) kann eine Bindehautentzündung auslösen. Weitere mögliche Ursache ist eine unbehandelte Sehschwäche. Die überanstrengten Augen schmerzen, es wird gerieben und die Bindehaut entzündet sich.

Allergische Bindehautentzündung

Pollen, Tierhaare, Schimmelpilze, Inhaltsstoffe in Kosmetika, Düfte, aber auch Lebensmittel führen zu einer allergischen Reaktion der Bindehaut und der Augenlider. Typisch ist die Bindehautentzündung in Verbindung mit Heuschnupfen. Symptome sind starker Juckreiz und Schwellungen.

Virale Bindehautentzündung

Bei Erkältung, Grippe, Windpocken und Masern können Viren auch die Bindehaut angreifen. Besonders Adenoviren, die auch die Ursache von Erkältungen sind, stecken oft dahinter. Wässriger, manchmal schleimiger Ausfluss ist dann ein typisches Anzeichen der Keratokonjunktivitis epidemica oder "Augengrippe".

Bakterielle Bindehautentzündung

Meistens verursachen Bakterien eine Konjunktivitis. Dabei handelt es um Staphylokokken, Streptokokken oder Pneumokokken, manchmal auch Chlamydien. Typisch für die bakterielle Bindehautentzündung sind stark verschleimte Augen. Dabei sind die Absonderungen gelblich eitrig.

Ansteckung – Vorsicht bei viraler und bakterieller Bindehautentzündung

Dementsprechend unterscheiden Augenärzte, ob die Bindehautentzündung ansteckend ist oder nicht.

• Zur nicht ansteckenden Bindehautentzündung gehören die unspezifische und die allergische Form.
• Virale und bakterielle Bindehautentzündung dagegen sind meist extrem ansteckend (infektiöse Form).

Die Ansteckung erfolgt über Händeschütteln, gemeinsam benutzte Handtücher, Körperkontakt wie Schmusen. Auch im Schwimmbad ist eine Übertragung möglich, aber sehr selten.

Bindehautentzündung – Kleinkinder besonders gefährdet

Vor allem Kinder stecken sich rasch mit einer viralen oder bakteriellen Bindehautentzündung an. Je kleiner sie sind, desto öfter fassen sie sich mit schmutzigen Händen ins Gesicht oder reiben sich am Auge. Auf diese Weise werden die Krankheitserreger schnell übertragen.

Selbstverständlich sollte sein, das Kind, wenn es eine ansteckende Bindehautentzündung hat, nicht in Krippe, Kita und Schule zu schicken. Denn eine Konjunktivitis zieht manchmal ernsthafte Folgeerkrankungen nach sich.


Foto © istock

Bindehautentzündung – Folgen und Verwechslungen

Meist heilt eine Bindehautentzündung zwar ohne Behandlung problemlos aus. Manchmal kann sie jedoch chronisch werden. Dann greifen die Erreger auch die Hornhaut an, was die Sehkraft dauerhaft schwächen kann.

Besonders gefährlich: Hinter der vermeintlichen Bindehautentzündung steckt in Wahrheit eine ernst zu nehmende Erkrankung. Für den Laien sehen die Symptome ähnlich aus. Infrage kommen:

• Infektion der Hornhaut, der Lederhaut oder der Regenbogenhaut durch Viren.
• Hornhautverletzungen
• akuter Glaukomanfall (plötzliche Steigerung des Augeninnendrucks; wird nicht sofort vom Augenarzt behandelt, droht Erblindung)

Bindehautentzündung – wann zum Arzt?

Besser ist es deshalb, die Beschwerden vom Arzt abklären zu lassen. Das gilt vor allem, wenn die Bindehautentzündung nach zwei Tagen nicht besser geworden ist. Weitere Anzeichen, die sofort von einem Augenarzt abgeklärt werden sollten:

• Sehverschlechterung
• starke Augenschmerzen
• Augenschmerzen, die aus dem tiefen Auge kommen und sich nicht auf die Bindehaut beschränken
• Bindehaut ist sektorförmig (also in voneinander abgegrenzten Arealen) gerötet

Durch eine einfache Untersuchung der Innenseite der Augenlider und der Augeninspektion mit der Spaltlampe kann der Augenarzt feststellen, ob eine Konjunktivitis oder andere Krankheit, etwa eine Hornhautverletzung, vorliegt. Gleichzeitig lässt sich erkennen, ob eine Allergie oder Krankheitserreger für die Augenprobleme verantwortlich sind. Der Abstrich von der Bindehaut zeigt, welche Viren oder Bakterien eine Rolle spielen.

Ist ein Fremdkörper Ursache der Reizung, kann der Augenarzt diesen meist sofort entfernen. Bei Bindehautentzündung durch Sehschwäche wird eine entsprechende Brille verschrieben.

In allen anderen Fällen wird der Arzt gemäß seiner Diagnose zur Behandlung mit frei verkäuflichen Augentropfen raten oder rezeptpflichtige Medikamente verschreiben.

Augentropfen – die Behandlung der Bindehautentzündung

Augentropfen bekämpfen die Konjunktivitis lokal. Sind trockene Augen die Ursache, eignen sich Tränenersatzmittel etwa mit Hyaluronsäure. Weitere Mittel gegen die verschiedenen Formen der Bindehautentzündung:

• allergische Bindehautentzündung: meist rezeptfreie Antihistamin-Augentropfen oder kortisonhaltige Augentropfen (verschreibungspflichtig)
• virale Bindehautentzündung: Gegen die häufige Keratokonjunktivitis epidemica gibt es keine zielgerichteten Medikamente. Hier ist nur symptomatische Behandlung möglich, also etwa Augenspülungen. Bei Herpes, Herpes zoster oder viraler Bindehautentzündung im Rahmen der Windpocken oder Masern stehen jedoch spezielle Augentropfen und Medikamente (Virostatika) zur Verfügung.
• Bakterielle Bindehautentzündung: Der Arzt verschreibt antibiotikahaltige Augentropfen und Augensalben. Die Medikamente sollten nach Anweisung angewendet werden. Auch wenn sich die Beschwerden bereits nach zwei Tagen stark gebessert haben, sollten Sie die Behandlung nicht abbrechen, sondern so lange durchführen, wie der Arzt empfohlen hat.

Hausmittel gegen Bindehautentzündung?

Vor allem, wenn die Bindehautentzündung nicht sehr ausgeprägt ist, greifen viele Betroffene lieber zu Hausmitteln. Spülungen mit Kamille oder Auflagen mit schwarzem Tee werden dabei häufig empfohlen. Augenärzte raten jedoch davon ab. Es können Unverträglichkeiten auftreten, die das Auge zusätzlich reizen.

Das sollten Sie bei der Selbstbehandlung einer leichten Bindehautentzündung beachten:

• Gut verträglich sind Augentropfen auf der Basis von Euphrasia (Augentrost). Das Heilkraut wirkt leicht entzündungshemmend.
• Rezeptfreie Augentropfen, die Blutgefäße verengen und damit das Auge weiß machen („Weißmacher“ oder Vasokonstriktoren) sollten nur kurzfristig angewendet werden. Wer sie länger benutzt, riskiert eine medikamentenbedingte Bindehautentzündung.
• Oft beruhigen Augenbäder die gereizten Augen, etwa Fertiglösungen aus der Apotheke mit Salicylsäure.
• Sterile Kochsalzlösung aus der Apotheke eignet sich zum Säubern der Augen, etwa wenn sie morgens verklebt sind. Dafür ein Wattepad mit der Lösung tränken und sanft über die Augenlider streichen, dabei immer von außen nach innen, also von der Schläfe zur Nasenwurzel.
• Reiben Sie nicht an den Augen. Egal, was die Ursache der Bindehautentzündung ist – die Symptome werden dadurch nur stärker. Außerdem haften mögliche Erreger dann an den Händen und Sie geben Viren und Bakterien etwa beim Händeschütteln an andere Menschen weiter. Neben dieser direkten Infektionsgefahr besteht auch das Risiko der indirekten Übertragung, etwa wenn Sie nach dem Augenreiben Gegenstände anfassen und diese wiederum von anderen benutzt werden. Manche Viren können zwei Wochen und länger auf Gegenständen überleben.
• Achten Sie jetzt genau auf Hygiene. Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände. Damit sinkt auch das Risiko, dass Sie Krankheitserreger weitergeben – oder sich damit infizieren.
• Benutzen Sie keine gemeinsamen Handtücher.

Und ganz allgemein: Schützen Sie Ihre Augen. Tragen Sie je nach Situation eine Sonnenbrille, Ski- oder Schwimmbrille. Gewöhnen Sie sich an, Finger-Augen-Kontakt möglichst zu vermeiden – und falls es trotzdem mal erforderlich ist, bitte die Hände davor gründlich waschen. Mit diesen einfachen Maßnahmen reduzieren Sie Ihr Risiko für Bindehautentzündung ganz erheblich.

Autor: MONIKA PREUK