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Bewegung

Vielen Erkrankungen, die verstärkt im Alter auftreten, beugt schon mäßige körperliche
Aktivität vor. - Foto: © picture alliance / Westend61

Halten Sie Ihren Body fit

Bewegung statt Pillen

Mehr Aktivität hält den Körper gesund. Aber es muss nicht immer gleich Ausdauertraining sein – schon zehn Minuten am Tag genügen.

Stellen wir uns mal vor, es gäbe im Kaufhaus, am Flughafen, in S- und U-Bahnhöfen keine Rolltreppen, sondern bloß einfache Treppen. Wie selbstverständlich würden wir in so einem Fall die Stufen hochsteigen – und uns bestimmt besser fühlen. Denn jeder Schritt bringt unseren Organismus in Schwung.

In Wirklichkeit aber reihen wir uns gern in die Warteschlange vor der Rolltreppe ein, um den Nutzen elektrischer Fortbewegung auszukosten. Die Treppe gleich daneben ignorieren wir geflissentlich. Das ist das Fatale am Fortschritt: Wir haben die Möglichkeit, unseren körperlichen Einsatz in Beruf und Alltag maximal zu reduzieren.


"Gesundheits-Check" im TV

Mi., 20.5.: Bewegung statt Pillen. Über die Heilkraft von moderatem Sport; HR, 21.45 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts und in unserem TV-Programm)


Die verheerende Folge: Inzwischen schafft es beinahe die Hälfte der Bundesbürger nicht mehr, sich täglich eine halbe Stunde lang körperlich zu betätigen. Stattdessen nimmt die Tendenz zum langen Sitzen weiter zu: Sieben Stunden pro Tag ist deutscher Durchschnitt. Und die meisten von uns, so ergab eine aktuelle Umfrage der Techniker Krankenkasse, fühlen sich schlechter, je mehr sie sitzen. Warum das so ist? Prof. Martin Halle, Leiter des Präventionszentrums am Münchener Klinikum rechts der Isar und Buchautor ("Zellen fahren gerne Fahrrad", Mosaik, 208 S., 19,99 €), erklärt es: "Wenn wir uns nicht genug bewegen, führt das nicht nur sehr schnell zu reduzierter Leistungsfähigkeit und schlechter körperlicher Fitness, der Körper wird auch in seinen Funktionen nachhaltig geschädigt."

Körperliche Aktivität hält jung

Fast jede Woche wird irgendwo auf der Welt eine Studie veröffentlicht, welche die Heilkraft der Bewegung belegt. Ob bei Diabetes, Depression, Demenz, Herz-Kreislauf-Problemen oder Übergewicht, Muskelschwund oder Osteoporose – vielen Erkrankungen, die verstärkt im Alter auftreten, beugt schon mäßige körperliche Aktivität vor. Selbst Krebspatienten leben offenbar länger, wenn sie nach der Diagnose regelmäßig Sport treiben. Kinder lernen besser, wenn sie rennen, toben, klettern, balancieren.

Dabei müssen es nicht, wie die Empfehlung jahrelang lautete, 150 Minuten Ausdauertraining pro Woche sein. Jetzt zeigt eine Studie der Iowa State University, dass bereits wenig Sport der Gesundheit nützt. So senken schon Bewegungshäppchen das Risiko für einen Herz-Kreislauf-Tod erheblich. Zehn schweißtreibende Minuten am Tag wirken. Dies bestätigt auch Prof. Halle: "Manche Menschen müssen komplett von vorn anfangen, denen nützt ein Übungsplan mit dreimal 45 Minuten Joggen pro Woche gar nichts. Für die ist es bereits ein Erfolg, wenn sie zehn Minuten laufen."

Der Spaßfaktor ist wichtig

Dosiertes Bewegen ist einfach. Mit wenig Aufwand erreicht man immensen Nutzen. Als Strategie für den Alltag rät Prof. Halle: "Aktivität überall nutzen, sich mit Gleichgesinnten 'verbrüdern', mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, einen zügigen Spaziergang in der Mittagspause oder am Abend mit Partner oder Freunden machen." Und: Treppen flott gehen! All das ergibt einen zusätzlichen Bewegungsbonus.

Doch ohne Spaß geht gar nichts. Am besten versucht man es mit einer Bewegungsart, die einem schon immer Freude gemacht hat. Oder mit einer Sportart, die man leicht erlernt und die schnellen Erfolg verspricht. Das Angebot ist vielfältig und verändert sich ständig.