HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Arthrose – so wichtig ist die Ernährung für gesunde Gelenke

Gemüse, Fisch und wertvolle Pflanzenöle sind wichtig für gesunde Gelenke. Foto © iStock/a_namenko

Schmerzhafter Gelenkverschleiß

Arthrose – so wichtig ist die Ernährung für gesunde Gelenke

Knie, Finger, Hüfte und auch die Kiefergelenke können von Arthrose betroffen sein. Wenn der Knorpel abgenutzt ist, verursacht das Schmerzen bei jeder Bewegung, mit dem Fortschreiten des Knorpelabbaus sogar in Ruhe. Doch es gibt wirksame Hilfen gegen Arthrose. Auch der Ernährungsplan spielt eine große Rolle.
Wenn die Gelenke steif werden und schmerzen, ist meist Arthrose die Ursache. Rund sechs Millionen Deutsche sind betroffen, mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für die Gelenkerkrankung. Die Bezeichnung Arthrose stammt vom griechischen Wort "arthron" für Gelenk. Die Endung "-ose" steht für Veränderung. Arthrose bedeutet also genauer gesagt Gelenkverschleiß oder -abnutzung.

Arthrose und Arthritis – das sind die Unterschiede

Oft wird Arthrose mit Arthritis gleichgesetzt oder verwechselt. Arthritis bezeichnet jedoch eine Gelenkentzündung. Allerdings kann sich aus dem nichtentzündlichen Gelenkverschleiß – der Arthrose – eine Arthritis bilden. Der Arzt spricht dann auch von einer aktivierten Arthrose.

Gelenke: Aufbau und Funktionen

Gelenke sind die beweglichen Verbindungsglieder an den Knochenenden. Sie bestehen aus:
• Gelenkknochen,
• Gelenkschleimhaut,
• Gelenkknorpel und
• Gelenkhöhle.

In der Gelenkhöhle sorgt ein Flüssigkeitsfilm (Gelenkschmiere) dafür, dass die Bewegungen reibungslos ablaufen. Stabilen, doch elastischen Halt geben dem Gelenk Bänder und Gelenkkapsel. Auf diese Weise ermöglichen Gelenke nicht nur, dass wir uns bewegen können. Der Knorpel wirkt auch wie ein Stoßdämpfer, fängt starke Belastungen ab und schützt so den Knochen.

Zuerst greift Arthrose den Knorpel an, dann den Knochen

Gerade hier an den Stoßdämpfern beginnt die Arthrose. Im Frühstadium ist der Knorpel abgerieben und abgenutzt, oft nur an einer kleinen Stelle. Weil dieser Schutz fehlt, verdickt sich der Knochen darunter ein wenig.

Nach und nach verschwindet der Knorpel vollständig. Die Knochen reiben dadurch aufeinander, jede Bewegung löst starke Schmerzen aus. In diesem Spätstadium der Arthrose hat sich der Knochen weiter vergrößert. An den Rändern des Gelenks bilden sich typische Zacken, die Osteophyten. Oft reiben diese zusätzlich aufeinander, was die Arthrose-Schmerzen weiter verstärkt.

Symptome von Arthrose – Belastungsschmerz und Ruheschmerz

Das wichtigste Anzeichen der Arthrose ist demnach der Gelenkschmerz. Je nach Stadium variiert er und zeigt sich als:
Morgensteifigkeit: Beim Aufstehen wollen die Gelenke noch nicht so richtig, sind etwas steif und schmerzen leicht. Das ist typisch für beginnende Arthrose. Nach den ersten Schritten legt sich die Morgensteifigkeit wieder.
Anlaufschmerz: Nach dem Schlafen oder wenn länger ruhig gesessen wurde, tun die ersten Schritte weh. Danach legen sich die Schmerzen wieder.
Belastungsschmerz: Später bleiben diese Schmerzen unter Belastung. Auch wenn der Betroffene länger geht, verschwinden sie nicht mehr.
Ruheschmerz: Die Gelenkschmerzen bleiben auch nach der Belastung bestehen. Dieser Schmerz ist typisch für das Spätstadium der Arthrose.

Ursachen der Arthrose sind meist Überbelastung oder Unfall

Abnutzung ist die wichtigste Ursache für den Gelenkverschleiß. Sie entsteht durch:

• hohe Belastung (50 Prozent der Arthrose-Patienten)
• Folgen eines Unfalls (30 Prozent)
• Fehlstellung und -form der Gelenke (20 Prozent)

Bekannt ist etwa, dass Leistungssportler häufig schon in jungen Jahren Arthrose entwickeln, aber beispielsweise auch Servicekräfte, die täglich viele Stunden auf den Beinen sind. Warum Fehlstellungen der Gelenke den Knorpel schädigen können, leuchtet ebenfalls ein: Handelt es sich etwa um eine leichte Fehlstellung der Hüfte, wird nicht nur das Hüftgelenk einseitig belastet, sondern auch das Knie- und Fußgelenk. An den jeweils betroffenen Stellen kann sich Arthrose bilden.

Arthrose betrifft nicht nur Knie und Hüften

Arthrose kann im Prinzip jedes Gelenk betreffen, oft sind mehrere Gelenke von den Prozessen in Mitleidenschaft gezogen. Das höchste Arthrose-Risiko besteht jedoch für Gelenke, die besonders stark belastet werden:
• Knie (Gonarthrose)
• Hüften (Coxarthrose)
• Wirbelsäule (Spondylarthrose, Facettensyndrom)
• Iliosakralgelenke (ISG-Arthrose, Iliosakralgelenke befinden sich zwischen Kreuzbein und Darmschaufel)
• Schultergelenk (Omarthrose)
• Daumen (Daumenbasisgelenk, Rhizarthrose)
• Finger (Fingerendgelenke: Heberden-Arthrose, Fingermittelgelenke: Bouchard-Arthrose
• Kiefergelenke

Diese Auflistung macht deutlich, dass Belastung im Zusammenhang mit Arthrose nicht nur bedeutet, dass viel Gewicht auf dem Gelenk lastet – wie das etwa beim Knie der Fall ist. Belastung bedeutet auch, dass das Gelenk häufig benutzt wird. Der „Handy-Daumen“, eine Form der Rhizarthrose, ist ein typisches Beispiel. Auch die Kiefergelenke, die wir mit jedem Kauen belasten, können arthrotisch werden. Übergewicht hingegen bedeutet ein erhöhtes Risiko für Gon- und Coxarthrose.

Arthrose erkennen – die Diagnose ist meist einfach

Gelenkschmerzen treten bei verschiedenen Krankheiten auf, etwa Rheuma, einer Borreliose oder entzündlichen Erkrankungen. Der Arzt kann relativ schnell feststellen, ob es sich um Arthrose handelt und wie weit sie fortgeschritten ist. Ansprechpartner ist zunächst der Hausarzt oder gleich der Orthopäde.

Nach einem Gespräch (Anamnese) und der körperlichen Diagnose folgt meist eine Röntgen-Untersuchung. Auf dem Röntgenbild lassen sich die typischen Anzeichen der Arthrose im Gelenk gut erkennen. Weitere bildgebende Verfahren (etwa Sonographie oder Szintigraphie) zeigen, ob sich Entzündungen gebildet haben.

Die Behandlung von Arthrose ist nicht einfach

Der Gelenkverschleiß und Knorpelabbau lässt sich zwar vergleichsweise einfach diagnostizieren. Eine Heilung aber ist bis heute nicht möglich. Wichtig ist es deshalb, die Beschwerden zu lindern und die betroffenen Gelenke zu entlasten. Das bedeutet für Übergewichtige auch, den Gelenken zuliebe abzunehmen.

Entlastung bedeutet jedoch nicht, sich kaum noch zu bewegen. Bewegung ist wichtig, denn durch diesen mechanischen Reiz wird Gelenkflüssigkeit gebildet und der Knorpel gut ernährt. Als Sportarten für Arthrose-Patienten werden Schwimmen und Radfahren empfohlen, weil sie die Gelenke bewegen, ohne sie stark zu belasten.
Weitere Therapien bei Arthrose umfassen:

• Krankengymnastik und Training für starke Muskeln, die die Gelenke entlasten können
• Physikalische Therapien
Medikamente gegen Schmerzen und Entzündung

Auch Hyaluronsäure-Injektionen ins Gelenk sollen fehlende Gelenkschmiere ersetzen und die Gleitfähigkeit erhöhen. Minimalinvasiv lässt sich außerdem Knorpel transplantieren.

Helfen die genannten Maßnahmen kaum oder sind die Gelenkschäden zu groß, die Schmerzen zu stark und die Beweglichkeit eingeschränkt, ist die letzte Option eine Operation, bei der ein künstliches Gelenk das zerstörte ersetzt.

Rund drei Millionen Menschen in Deutschland haben bereits einen Gelenkersatz. Jährlich kommen 200.000 künstliche Hüftgelenke, 150.000 künstliche Kniegelenke und 12.000 künstliche Schultergelenke dazu, wie die Deutsche Arthrose-Hilfe berichtet.

Arthrose – das können Sie selber tun

Die Techniken der Implantation eines künstlichen Gelenks sind inzwischen sehr ausgereift und die Operationserfolge dementsprechend gut. Trotzdem möchten die meisten Arthrose-Patienten eine Operation so lange wie möglich hinausschieben. Das Fortschreiten der Arthrose abbremsen ist dann das Ziel.

Wichtig ist dabei, die entzündungshemmenden Medikamente nach Anweisung des Arztes einzunehmen. Sie können eine Verschlechterung zumindest hinauszögern. Zusätzlich gibt es Nahrungsergänzungsmittel speziell für Arthrose-Patienten, etwa mit Glucosamin. Dieser körpereigene Aminozucker soll den Knorpel und die Gelenkflüssigkeit unterstützen.

Ernährungsumstellung bei Arthrose

Zusätzlich spielt die Ernährung eine Rolle. Übergewicht etwa ist einer der größten Risikofaktoren für Arthrose. Doch darüber hinaus sind auch die Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel wichtig. Denn manche Lebensmittel enthalten von Natur aus eine Substanz, die Entzündungen im Körper befeuern kann. Entzündungen können wiederum eine Arthrose aktivieren und die Bildung einer Arthritis nach sich ziehen. Dieser riskante Stoff ist Arachidonsäure. Daraus wiederum bildet der Körper Substanzen, die eine Entzündung unterstützen. Große Mengen dieser Säure liefern tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurst sowie vollfette Milchprodukte.

Wer Arthrose vorbeugen oder eine bereits bestehende möglichst abbremsen möchte, sollte deshalb am besten ganz auf diese Nahrungsmittel verzichten oder sie zumindest pro Woche höchstens ein bis zwei Mal zu sich nehmen.

Ernährungsplan bei Arthrose

Dagegen gibt es eine ganze Reihe von Lebensmitteln, die möglichst oft auf dem Speiseplan stehen sollten:

• viel frisches Obst und Gemüse: Die Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente unterstützen die Gesundheit von Knochen und Knorpel. Wichtig sind vor allem die Vitamine C und E als Antioxidantien: Sie können reaktive Sauerstoffprodukte, die bei der Zerstörung des Knorpels eine Rolle spielen, abfangen.
• täglich fettarme Sauermilchprodukte wie Joghurt und Buttermilch; auch fettarmer Quark ist sinnvoll. Alle diese Lebensmittel liefern viel Kalzium für gesunde Knochen.
• zwei Mal wöchentlich Kaltwasserfisch, also Lachs oder Makrele. Diese enthalten Omega-3-Fettsäuren, die einer Entzündungen vorbeugen.
• Nüsse und Pflanzenöle (Rapsöl, Olivenöl) enthalten ebenfalls Omega-3-Fettsäuren sowie Vitamin E.

Diese Ernährungsumstellung kann Arthrose zwar nicht heilen, aber dabei helfen, das Fortschreiten des Gelenkverschleißs zu bremsen oder Arthrose erst gar nicht entstehen zu lassen.

Autor: MONIKA PREUK