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Eckart von Hirschhausen in 'Deutschlands größter Gedächtnistest'

Eckart von Hirschhausen in 'Deutschlands größter Gedächtnistest' / Foto © NDR/Thorsten Jander

Mit Dr. Eckart von Hirschhausen

"Deutschlands größter Gedächtnistest"

Das nennt man wohl Idealbesetzung! Der neue Moderator von "Deutschlands größtem Gedächtnistest" ist promovierter Mediziner: Dr. Eckart von Hirschhausen. Als Arzt hat er in der Kinderneurologie gearbeitet und sich vor allem mit einer Frage beschäftigt: Wie lernt das Gehirn? Im Interview mit HÖRZU erklärt der Bestsellerautor ("Glück kommt selten allein") jetzt seine ganz persönlichen Gedächtnistricks und verrät, was Tanzen mit Hirntraining zu tun hat.

HÖRZU: In Ihrer Show ermitteln Sie mit Testaufgaben das geistige Alter prominenter Kandidaten wie Markus Lanz und Maria Riesch. Sie selbst werden im Sommer 43 Jahre alt. Liegt Ihr geistiges Alter darunter oder darüber?

Dr. Eckart von Hirschhausen: Ich bin heilfroh, Moderator der Sendung zu sein und nicht Kandidat! Eine mögliche peinliche Entlarvung bleibt mir so erspart. Im Ernst: Ich halte mich für jünger als auf dem Papier, weil geistiges Alter viel mit Flexibilität und Neugier zu tun hat. Dafür stehe ich, und dazu will ich die Zuschauer animieren: Bleibt neugierig, interessiert euch und verlasst ausgetretene Pfade!

HÖRZU: Wie kann das konkret aussehen?

Dr. Eckart von Hirschhausen: Knobel- und Gedächtnisaufgaben wie in unserer Sendung sind ein Aspekt. Wer aber nur eine spezielle Fähigkeit wie Sudoku übt, darf nicht erwarten, dass automatisch ein Transfer in einen anderen Hirnbereich stattfindet. Deshalb mein spezieller Tipp fürs Hirntraining, der zunächst einmal überraschend klingen mag: Tanzen.

HÖRZU:Tanzen?

Dr. Eckart von Hirschhausen: Ja, es hat gleich mehrere positive Effekte: Es fördert soziale Kontakte, Einfühlungsvermögen, die Rechts-Links-Koordination und räumliches Vorstellungsvermögen. Außerdem bringt es Freude, und das Hirn lernt am besten, wenn man Freude hat.

HÖRZU: Und was tun absolute Tanzmuffel?

Dr. Eckart von Hirschhausen: Zum Beispiel Neurobics. Was Aerobic für den Körper, sind Neurobics-Übungen für den Kopf. Über viele Dinge denken wir nicht mehr nach, weil sie Routine geworden sind. Um unsere Nervenbahnen aus ihrem Trott zu holen, sollten wir viel öfter aus dem Schema ausbrechen. Das heißt, alltägliche Bewegungen mal anders ausführen: beim Zähneputzen etwa die andere Hand benutzen, beim Telefonieren auf einem Bein stehen oder mit geschlossenen Augen duschen. Automatisch trainiert man so neue Bahnen.

HÖRZU: Das heißt, das Hirn ist so gesehen ein Muskel, den wir trainieren können?

Dr. Eckart von Hirschhausen: Ja. Das Gehirn ist ein Muskel, man sollte keinen Schließmuskel daraus machen! Und das Gedächtnis ist eben keine Festplatte, die irgendwann voll ist, sondern ein Netz. Je mehr Knoten im Netz, desto mehr Anknüpfungspunktefür Neues. Unser Hirn wird also besser, je mehr wir wissen. Und weil unser Gedächtnis assoziativ ist, fällt das Abrufen leichter, wenn viele Sinneskanäle beteiligt sind. Es gibt mehrere Typen: Einer merkt sich bei Zahlen die Melodie, ein anderer das Muster beim Eintippen.

Autor: Michael Tokarski