HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Demenz – wie Sie die Symptome erkennen

Eines der ersten Anzeichen von Demenz ist, dass Entscheidungen immer schwerer fallen.
Foto © iStock/stnazkul

Anzeichen und Test

Demenz – wie Sie die Symptome erkennen

Demenz wird durch verschiedene Krankheiten hervorgerufen. Die bekannteste Ursache für Demenz ist Alzheimer. Die meisten Formen der Demenz sind (noch) nicht heilbar, doch werden die Anzeichen früh erkannt, lässt sich der fortschreitende Gedächtnisverlust wenigstens hinauszögern. Auf welche Warnsignale Sie deshalb achten sollten. Demenz könnte in Zukunft Volkskrankheit Nummer eins werden. Aktuell sind mehr als eineinhalb Millionen Menschen in Deutschland betroffen. In den nächsten drei Jahrzehnten rechnen Experten mit einer Verdoppelung. Hauptursache: Die Lebenserwartung steigt. Demenz ist auch eine Alterserkrankung (Altersdemenz) – und mit dem Alter steigt das Demenzrisiko.

Altersdemenz und digitale Demenz

Daneben diskutieren Experten auch die Hypothese, dass der exzessive, unkontrollierte Gebrauch von Smartphones und Computer langfristig eine Rolle spielen könnte, Stichwort digitale Demenz. Digitale Medien nehmen dem Gehirn das Denken ab und das Organ büßt damit langsam an Leistungsfähigkeit ein. Ob das Risiko dieser digitalen Demenz tatsächlich besteht, muss jedoch erst noch in Studien geprüft werden. Medizinisch gesichert ist dagegen, dass Demenz eine chronische, fortschreitende Entwicklung ist, die mit Gedächtnisverlust einhergeht. Die Bezeichnung Demenz stammt vom Lateinischen „de mentia“, ohne Geist. Demenz ist keine eigenständige Krankheit, sondern es handelt sich genau genommen um typische Symptome, die durch verschiedene Krankheiten hervorgerufen werden. Dementsprechend steht der Oberbegriff Demenz für mehr als 50 Krankheitsformen.

Demenz: Die häufigsten Ursachen

Die bekannteste und häufigste davon ist Alzheimer. Mehr als 60 Prozent der Menschen mit Demenz haben Alzheimer (hier Link zum entstehenden Alzheimer-Artikel, der noch folgt….). Dabei unterscheiden Ärzte zwischen zwei Demenzformen:

• Primäre Demenz: Dazu gehören Alzheimer, vaskuläre (gefäßbedingte) Demenz, frontotemporale Demenz (Morbus Pick) und Lewy-Körperchen-Demenz.
• Sekundäre Demenz: Hier ist Demenz die Folge einer Krankheit, etwa von Parkinson (Parkinson-Demenz), Depressionen, Alkoholsucht, Medikamentenmissbrauch oder einer Schilddrüsenerkrankung. Sekundäre Demenz ist selten und im Gegensatz zu primärer Demenz mit Ausnahme der Parkinson-Demenz meist heilbar – wenn die Ursprungskrankheit richtig behandelt wird. Eine besonders große Rolle spielt bei der sekundären Demenz Flüssigkeitsmangel: Vor allem ältere Menschen trinken oft zu wenig. Zu wenig Flüssigkeit hat vor allem Folgen für das Gehirn – es verliert an Leistungsfähigkeit.

Vaskuläre Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz und frontotemporale Demenz

Die wichtigsten primären Demenzformen sind:

  1. Die vaskuläre Demenz ist nach Alzheimer die häufigste primäre Demenzerkrankung. Sie heißt auch gefäßbedingte Demenz, weil Durchblutungsstörungen im Gehirn Auslöser sind. Dadurch sterben Nervenzellen. Ursachen der Durchblutungsstörung sind zu hoher Blutdruck, Arteriosklerose, sowie kleine, unbemerkt verlaufende Schlaganfälle.
  2. Typisch für Lewy-Körperchen-Demenz sind Ablagerungen in den Nervenzellen des Gehirns, ähnlich wie bei Alzheimer. Vor allem Hirnstamm und Großhirnrinde sind betroffen, in diesen Arealen gehen verstärkt Nervenzellen zugrunde.
  3. Bei der frontotemporalen Demenz oder Morbus Pick sterben im Gehirn zwar ebenfalls Nervenzellen, doch in einem anderen Bereich – hinter den Schläfen und der Stirn. Deshalb sind die Anzeichen auch etwas anders als bei den übrigen Demenzformen: Das Gedächtnis bleibt länger leistungsfähig, allerdings ändert sich die Persönlichkeit sehr stark.

Demenz – diese 13 Symptome sind typisch

Bei all diesen Demenzformen lässt sich die Ursache der krankhaften Veränderungen im Gehirn nicht heilen, es gibt noch keine Medikamente gegen Alzheimer, frontotemporale Demenz, vaskuläre Demenz oder Parkinson-Demenz. Doch es bestehen Möglichkeiten, die Verschlechterung abzubremsen und den Verlauf der Krankheit so positiv zu beeinflussen. Voraussetzung dafür ist, die unterschiedlichen Symptome der Demenz möglichst frühzeitig zu erkennen. Achten Sie deshalb auf diese Warnsignale, bereits jedes einzelne davon sollten Sie von einem Arzt abklären lassen:

  1. Sie können sich nicht erinnern, ob Sie gestern beim Arzt waren oder nicht bzw. an eine vergleichbare Situation: Dann lässt Ihr Kurzzeitgedächtnis nach.
  2. Sie müssen überlegen, wie sich der Bankautomat, die Heizung im Keller, die Waschmaschine oder ein anderes technisches Gerät bedienen lässt – obwohl Sie das eigentlich im Schlaf konnten.
  3. Sie haben Schwierigkeiten, selbst kleine Entscheidungen zu treffen.
  4. Tätigkeiten, die mehrere Schritte erfordern – etwa Kochen – bereiten Ihnen Probleme.
  5. Es gibt Momente, da kennen Sie sich in Ihrer gewohnten Umgebung nicht mehr aus – etwa der heimischen Wohnung oder Straße.
  6. Sie können nicht mehr mit voller Aufmerksamkeit einer Unterhaltung folgen und an ihr teilnehmen.
  7. Termine, die Ihnen wichtig sind, vergessen Sie – die Verabredung mit Freunden, den Termin in der Autowerkstatt.
  8. Die Persönlichkeit verändert sich – wer früher mal sanft war, wird aggressiver, fröhliche Menschen werden traurig.
  9. Stimmungsschwankungen nehmen zu – Sie fühlen sich häufig ängstlich und misstrauisch.
  10. Sie lassen Ihre sozialen Kontakte einschlafen.
  11. Sie erkennen Ihnen bekannte Menschen manchmal nicht.
  12. Manchmal treten Sprachstörungen auf.
  13. Sie leiden häufig unter Schlaflosigkeit.

Demenz-Test: Wie der Arzt die Diagnose stellt

Wenn eine oder mehrere Aussagen auf Sie zutreffen oder Sie sich diesbezüglich unsicher fühlen, sollten Sie sich an Ihren Hausarzt oder einen Neurologen wenden. Verschiedene Tests helfen dabei, die Diagnose Demenz zu stellen und einzugrenzen, welche Form vorliegt. Tipp: Nehmen Sie zum ersten Gespräch in die Praxis einen Angehörigen mit, dem Sie vertrauen. Er kann mit seinen Beobachtungen dem Arzt helfen. Zu Beginn der Demenz-Diagnose steht das ausführliche Gespräch. Im Anschluss daran führt der Arzt einen Demenz-Test durch. Dabei gibt es verschiedene Verfahren. Sie haben alle zum Ziel, kognitive Fähigkeiten wie Konzentration und Merkfähigkeit zu prüfen. Am einfachsten ist dabei der Uhr-Test: Der Patient bekommt ein Blatt Papier mit einem aufgezeichneten Kreis. Nun soll er darin die Ziffern und Zeiger eintragen, die eine bestimmte Uhrzeit anzeigen. Was sich so einfach anhört, stellt Patienten mit Demenz jedoch vor eine schwierige Aufgabe. Weitere, ausführlichere Demenz-Tests:
• Der Mini-Mental-Status-Test prüft die Fähigkeiten der Orientierung, Anleitungen ausführen, sowie das Rechnen.
• DemTect (Demenz-Detektion) stellt mit fünf Aufgaben (Wortflüssigkeit, Aufmerksamkeit usw.) fest, ob eine beginnende oder fortgeschrittene Demenz vorliegen könnte. Neben diesen neuropsychologischen Tests und Gesprächen ist die körperliche Untersuchung wichtig – auch um die Ursache der Demenz aufzudecken, damit die entsprechende Behandlung eingeleitet werden kann. Die Untersuchungen bei Verdacht auf Demenz umfassen:
• Prüfung der Muskelreflexe
• Bluttest
• bildgebende Verfahren des Gehirns – etwa CT (Computertomographie) und MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie)
• Messung der Hirnströme mit dem EEG (Elektroenzephalographie)

Demenz behandeln – Medikamente und andere Maßnahmen

Stehen die Diagnose Demenz und die Form fest, empfiehlt der Arzt meist verschiedene Therapien. Sie bestehen aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen. Je nach Demenzform, etwa Altersdemenz, Alzheimer oder Morbus Pick, sind das folgende Medikamente:
• Antidepressiva verbessern die häufig gedrückte Stimmung.
• Antidementiva gleichen den bei Demenz typischen Mangel an Botenstoffen im Gehirn aus.
• Neuroleptika unterdrücken negative Stimmungsschwankungen und Sinnestäuschungen, wie sie bei manchen Demenz-Erkrankungen vorkommen können.

Zu den nicht-medikamentösen Behandlungsoptionen bei Demenz gehören:
• Verhaltenstherapie hilft dabei, die psychische Belastung durch die Erkrankung zu erleichtern. Gerade zu Beginn einer Demenz trifft die Gewissheit, nach und nach das Gedächtnis und damit auch die Persönlichkeit zu verlieren, den Patienten zutiefst.
• Ergotherapie ermöglicht, die Aufgaben des Alltags noch lange selbständig auszuführen (Einkaufen, Kochen, Körperpflege). • Kognitives Training schult die Konzentration und Denkfähigkeit.

Demenz vorbeugen

Trotz all dieser Maßnahmen ist primäre Demenz, also Alzheimer, Lewy-Körperchen-Demenz, frontotemporale Demenz oder vaskuläre Demenz nicht heilbar. Allerdings können Sie selbst zu einem gewissen Maß beitragen, das Risiko für Demenz zu senken. Dazu gehört vor allem ein gesunder Lebensstil mit bewusster Ernährung und viel Bewegung. Zusätzlich liefern Studien Hinweise darauf, dass Präparate mit Fischöl (Omega-3-Fettsäuren) oder Ginkgo die Gedächtnisfähigkeit positiv beeinflussen können.

Freunde schützen vor Demenz

Mindestens genauso wichtig ist jedoch: Bleiben Sie gesellig! Familie und Freunde halten geistig fit. Der persönliche Austausch, nicht gefiltert und abgeflacht über SMS und Mails, trainiert das Gehirn besonders gut und macht nebenbei zufriedener.

Autor: MONIKA PREUK