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Effektiv: Eine kalte Dusche kurbelt die Durchblutung an.

Effektiv: Eine kalte Dusche kurbelt die Durchblutung an. - Foto © picture alliance / Arco Images G

Helfer für Ihr Immunsystem

Starke Abwehr

Der kalte Winter ist vorbei. Die Sonne scheint wieder länger. Die Natur blüht auf. Alles strotzt nur so vor Kraft. Alles? Schön wär’s, mögen sich viele denken. Denn sie sind zurzeit richtig angeschlagen: Ihre Nase läuft, ihr Hals kratzt, ihre Bronchien sind entzündet. Die Erkältungskrankheiten sorgen in diesen Wochen für volle Wartezimmer. Das bestätigt auch Sybille Pegel, Geschäftsführerin vom "Naturheilzentrum für Kind und Familie" in Hamburg, und nennt den Grund, warum wir gerade jetzt so anfällig für Infekte sind: "Es gibt enorme Temperaturschwankungen. Das Licht verändert sich. Die Zeit der Allergien fängt an. Wir sind wie Pflanzen. Unser Körper stellt sich um.“ Das fordert unsere Abwehr heraus.

Doch was ist das überhaupt, unser Immunsystem? "Ein Netzwerk in unserem Körper, das ständig in Bewegung ist", erklärt Vera Kaesemann, Komplementärmedizinerin des Naturheilzentrums. "Unser Immunsystem ist mit einer Armee vergleichbar. Es gibt viele unterschiedliche Zellen, die mit ihren spezifischen Waffen gegen alle Erreger vorgehen, die den Organismus bedrohen. Tritt irgendwo eine kleine Abwehrlücke oder eine Schwäche auf, ist sofort der ganze Organismus angreifbar und droht krank zu werden.“ Hier geben die Expertinnen zehn Tipps für eine starke Abwehr.

1. Flüssigkeit spült Giftstoffe aus

Wer viel trinkt, ermöglicht es dem Körper, über Ausscheidungen wie Urin und Schweiß besser zu entgiften. Kaesemann: "Der Körper kann mehr schwitzen und leichter über die Schleimhäute entgiften. Flüssigkeit hält zudem die Zellen elastisch. Und nur elastische Zellen bleiben gesund." Die Expertin empfiehlt bis zu drei Liter Wasser am Tag. "Am besten stilles Wasser. Kohlensäure hat nämlich keinen Nutzen, kann aber Blähungen auslösen."

2. Ruhe wehrt freie Radikale ab

Wer zwischendurch mal eine Pause macht, tankt Kraft. Denn negativer Stress durch Belastung, Hektik und Überforderung wird in freie Radikale um gewandelt, die Krankheiten auslösen können. "Um diesen Stoffwechselangriff abzuwehren, ist Entspannung unbedingt erforderlich", so Pegel. Sie rät dazu, öfter einmal innezuhalten. Das gelingt beim Musikhören, bei Yoga oder Meditation, aber auch beim Essen, wenn man sich bewusst dafür Zeit nimmt. Die Expertin empfiehlt zudem: "Arbeitet man beispielsweise den ganzen Tag am Bildschirm, sollte man hin und wieder aufstehen und einen Moment lang einfach nur in den Himmel schauen. So werden die angestrengten Augen entlastet."

3. Bewegung ist der beste Schutz

Die ersten Sonnenstrahlen machen Lust auf Aktivitäten in der freien Natur. "Ausdauersportarten wie Nordic Walking, Joggen oder Radfahren trainieren das Herz-Kreislauf-System und kurbeln den Stoffwechsel an", weiß Komplementärmedizinerin Vera Kaesemann. Auch beim Wandern können weiße Blutkörperchen und andere Abwehrzellen mobilisiert werden, da es jedoch eher geringe Intensität hat, muss man es länger betreiben. "Bewegung lässt sich jedoch auch gut in den Alltag einbauen", so die Expertin. Am besten sei es, einmal am Tag richtig aus der Puste zu kommen. Wer Treppen steigt oder zum Bus läuft, bis er etwas schwitzt und die Wangen rot werden, versorgt den Körper mit Sauerstoff und verbessert damit die Arbeit der Körperpolizei.

4. Schlaf sorgt für neue Antikörper

Über Nacht regenerieren unsere Zellen. Der Körper schüttet weniger Stresshormone aus, nutzt die Zeit, um neue Abwehrzellen zu bilden. "Sechs bis sieben Stunden sind für die meisten gesund", so Pegel. Tatsächlich aber hat jeder Dritte Einschlafschwierigkeiten und ist aufgrund von Schlafmangel anfälliger für Infektionen. Die Expertin rät, vor dem Schlafen viel zu trinken und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Elektrogeräte wie Radiowecker, PC oder TV haben im Schlafraum nichts zu suchen und können die Regeneration empfindlich stören. Komplette Dunkelheit ist wichtig, damit der Organismus Hormone bilden kann, die uns im Gleichgewicht halten.

5. Vitalstoffe beugen vor

Gemischte Vollwertkost mit viel Obst und Gemüse beinhaltet wirksame Antioxidantien,die die Zellen vor freien Radikalen schützen. Weil das Frühjahr die Zeit des frischen Grüns ist, sollte man möglichst oft grüne Kost wählen. Pegel: "Vorsicht vor Orangensaft auf nüchternen Magen, denn er verursacht häufig Sodbrennen, Übelkeit und Völlegefühl. Sie warnt auch vor synthetischen Vitaminen: "Der Körper kann sie gar nicht verwerten."

6. Kalte Duschen härten ab

Je regelmäßiger der Körper Kältereizen ausgesetzt ist, desto unempfindlicher wird er. Vera Kaesemann rät: "Morgens nach der warmen Dusche mit der Brause erst über Beine und Arme, dann über den Rumpf kaltes Wasser spülen, bis es wehtut. Das aktiviert den Stoffwechsel und verstärkt die Durchblutung. Aber vorsichtig beginnen! Das Wasser sollte nicht eiskalt sein! Anfangs reicht es auch aus, nur Beine und Arme abzukühlen."

7. Händewaschen hält gesund

Regelmäßiges, gründliches Händewaschen ist das oberste Gebot der Immunabwehr. Denn Keime lauern an Stellen, mit denen wir immer wieder in Berührung kommen, etwa Türklinken. Doch Wasser allein löst keine Viren und Bakterien. "Deshalb sollte man die Hände sorgfältig, auch zwischen den Fingern, einseifen und nach etwa 20 Sekunden gründlich abspülen", sagt Pegel. "Normale Seife etwa mit Olivenöl-Anteil reicht völlig aus." Von antibakteriellen Seifen, Waschlotionen und Sprays rät sie entschieden ab. Diese zerstören das sensible Gleichgewicht der Haut und bewirken genau das Gegenteil: Erreger können ungehindert über sie eindringen.

8. Küsse beflügeln Abwehrkräfte

Heute schon geküsst? Nur zu! Damit kurbelt man die Durchblutung an. Zwar werden durch die körperliche Nähe Bakterien ausgetauscht, aber beim Küssen gelangen sie in den Magen und werden dort einfach zersetzt. "Außerdem werden dabei Endorphine freigesetzt, Glücksbotenstoffe“, weiß Kaesemann. Die ausgeschütteten Glückshormone können es mit den zahlreich ausgetauschten Erregern leicht aufnehmen und sorgen unter anderem dafür, dass frisch verliebte Menschen selten krank werden.

9. Salzwasser befreit von Viren

Wer jeden Tag seine Nase mit Salzwasser spült, beugt Erkältungskrankheiten vor. "Salzwasser verflüssigt den Schleim, aktiviert die Flimmerhärchen, die die Nase reinigen, und spült mögliche Krankheitserreger aus", erklärt Kaesemann. "Man benötigt dafür etwa eine Tasse lauwarmes Wasser mit einer Messerspitze Salz. Man füllt alles in eine flache Schüssel, taucht die Nase ein, hält ein Nasenloch zu und atmet kräftig ein." Allen, die diese Methode unangenehm finden, empfiehlt die Expertin ein Meersalz-Nasenspray: "Das hat fast den gleichen Effekt."

10. Heilpflanzen wehren Erreger ab

Auch Doktor Natur bietet einige Wege, auf sanfte und einfache Art vorzubeugen und das Immunsystem zu aktivieren. Besonders hilfreich sind erprobte Hausmittel wie etwa Echinacea, Ingwer und Holunder. Insbesondere der Wirkstoff aus der südafrikanischen Kapland-Pelargonie ("Umckaloabo", Apotheke) hat sich im Kampf gegen hartnäckige Erkältungserreger bewährt. Aktuelle Studien belegen, dass der Wurzelextrakt auf dreifache Weise einen effektiven Schutz bietet: Er aktiviert unsere Abwehrzellen und lindert schnell die typischen Erkältungssymptome. Zudem hemmt er, wie eine neue Untersuchung des Instituts für Medizinische Virologie der Goethe-Universität Frankfurt jetzt zeigt, bei akuten Infekten die Viren- und Bakterienvermehrung direkt in den Schleimhautzellen. Dadurch wird eine Ausbreitung der Infektion im ganzen Körper verhindert und die Krankheitsdauer um mehrere Tage verkürzt.

Autor: Anja Matthies