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Kristallsalz

Kristallsalz enthält viele Mineralien und Spurenelemente. - Foto: © dpa

Wichtiger Mineralstoff

Salz und seine Wirkung

Eine Suppe ohne eine ordentliche Prise Salz? Richtig, das wäre eine ziemlich fade Sache. Salz dient uns als wichtige Würzhilfe. Salz ist ein Lebensmittel – im wahrsten Sinn des Wortes. Ohne Salz geht im Körper gar nichts. Es hat eine heilende Wirkung: als Trinkkur, Umschlag, Bad oder Spülung hilft es gegen Beschwerden.

Kochsalz

Kochsalz ist lebensnotwendig für unseren Körper. "Die Salzkonzentration reguliert den Flüssigkeitshaushalt. Salz hält das Wasser im Körper", so Dr. Johannes Kerschl, Internist und Chefarzt an der Rehaklinik Prinzregent Luitpold in Bad Reichenhall.

"Nur bei optimalem Gleichgewicht von Wasser und Salzen funktioniert der Stoffwechsel reibungslos." Mindestens fünf Gramm Salz pro Tag muss man aufnehmen, um alle lebenswichtigen Körperfunktionen zu ermöglichen, also etwa einen Teelöffel. Das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Doch Vorsicht: Mehr als zehn Gramm am Tag sollten es nicht sein. "Eine zu hohe Kochsalzzufuhr kann den Alterungsprozess beschleunigen", weiß Heilpraktikerin Gabriele Zimmermann ("Heilen mit Wasser und Salz", Herbig Verlag, 172 Seiten, 14,99 Euro).

Neben der lebensnotwendigen Funktion von Salz ist seit vielen Jahrhunderten auch seine heilende Kraft bekannt. Schon vor 6000 Jahren wurde das "weiße Gold" in Indien als Arznei entdeckt. In Form von Sole kann es seine Wirkung besonders gut entfalten, da der Kontakt zu Haut- und Schleimhautzellen hier wesentlich intensiver ist als bei kristallinen Formen.

Kristallsalz

Salz und Sole unterstützen die Versorgung der Zellen mit Mineralien und Spurenelementen, helfen bei der Ausscheidung von Giftstoffen und stärken die Abwehrkräfte – vor allem, wenn man natürliche Salze verwendet, etwa Kristallsalz.

Im Gegensatz zu Kochsalz besteht Kristallsalz nicht nur aus Natriumchlorid, sondern enthält zusätzlich viele Mineralien (etwa Kalium, Magnesium) sowie Spurenelemente (Zink, Selen).

Wichtig: Wer Kristallsalz (Reformhaus) aus Gesundheitsgründen nutzen will, muss auf die Menge achten. Patienten mit Herz-Kreislauf-Leiden sollten mit dem Arzt abklären, ob eine Trinkkur in Frage kommt.

Die heilende Wirkung von Salz

Die Basis für diese Anwendungen ist Sole, eine Salz-Wasser-Lösung.

  • Soleschlick-Paste gegen Insektenstiche

  • Soleschlick-Paste (aus Apotheke oder Reformhaus) wirkt entzündungshemmend und kann den Juckreiz effektiv lindern.
    So geht's: Den Soleschlick auf den Stich tupfen, antrocknen lassen, nach zwei Stunden oder am nächsten Morgen abwaschen.

  • Salzumschläge gegen Kopfschmerzen

  • Umschläge mit Solelösung helfen, den bei Kopfschmerzen aufkommenden immensen Druck im Kopf zu lösen.
    So geht's: Fünfprozentige Solelösung herstellen (5 g Salz in 100 ml Wasser auflösen), ein Tuch aus Baumwolle hineintauchen, dann auf die Stirn legen. Den Umschlag alle drei bis fünf Minuten erneuern, eventuell einen weiteren Umschlag in den Nacken legen.

  • Solerollen gegen Muskelverspannungen

  • Verspannungen in Nacken, Schultern und Rücken (etwa durch langes Sitzen) lassen sich gut durch Solerollen lockern.
    So geht's: Drei Handtücher einmal zusammenfalten und so zusammenrollen, dass ein Trichter entsteht. In den Trichter heiße einprozentige Sole (10 g Salz auf 1 Liter Wasser) gießen, Rolle auswringen und an der schmerzenden Stelle, z. B. auf dem Rücken, abrollen – so lange, bis die Tücher kalt sind. Das letzte Tuch einige Minuten über die schmerzende Stelle legen.

  • Salzbinde gegen Magen- und Darmbeschwerden

  • Bei Bauchkrämpfen hilft eine Bauchbinde mit dreiprozentiger Solelösung (3 g Salz auf 100 ml Wasser).
    So geht's: Das Tuch eintauchen, auswringen, auf den Bauch legen, trockenes Handtuch um den Bauch wickeln, eventuell eine Wärmflasche auflegen, eine halbe Stunde ruhen.

  • Kristallsole gegen Erkältung

  • Kristallsole wirkt schleimlösend und entzündungshemmend bei Erkältungen. Erkältungskrankheiten wie Husten, Schnupfen und Halsschmerzen können so gelindert werden.
    So geht's: Bis zu viermal täglich die Sole (30 – 50 g Salz auf 2 Liter Wasser) inhalieren. Mit niedriger Konzentration beginnen, nach und nach steigern. Bei Halsschmerzen mehrmals täglich mit einprozentiger Solelösung gurgeln. Das desinfiziert und befeuchtet.

  • Leberwickel gegen Leber- und Gallenleiden

  • Bei Schmerzen in der Leber-Gallen-Gegend hilft ein Leberwickel mit zehnprozentiger Solelösung (10 g Salz auf 100 ml Wasser).
    So geht's: Baumwolltuch in die heiße Sole tauchen, auswringen, auf die Leber legen, Bauch mit trockenem Handtuch umwickeln, 30 Minuten Wärmflasche auflegen. Auch wer keine Schmerzen hat, kann den Wickel zur Unterstützung der Entgiftungsfunktion zweimal wöchentlich auflegen.

  • Salztherapie lindert Neurodermitis

  • Eine Salztherapie allein kann dieses Hautleiden nicht heilen, aber sie lindert den Juckreiz und hilft der Haut, sich zu regenerieren.
    So geht's: Zweimal pro Woche ein Solebad (Solekonzentration sollte mindestens bei 1 Prozent liegen, also auf 100 Liter Wasser ein Kilo Kristallsalz). Man kann auch unbehandeltes Meersalz verwenden. Badetemperatur etwa 37 Grad, danach nicht abduschen.

  • Heißes Fußbad gegen Nieren- und Blasenbeschwerden

  • Gute Wasser- und Mineralienzufuhr ist ausschlaggebend für die Nierenfunktion. Ein heißes Fußbad stärkt sie zusätzlich.
    So geht's: Über mehrere Wochen täglich vor dem Schlafengehen Füße in 40 Grad warmem Wasser 10 bis 15 Minuten lang baden (200 g Salz auf 10 Liter Wasser).

  • Salzspülungen gegen Mittelohrentzündung

  • Das Abschwellen der Schleimhäute in Nase und Rachen ist wichtig für die Heilung der Ohren. Zwei- bis fünfmal täglich die Nase spülen.
    So geht's: Solelösung (ein Gramm Salz auf 100 ml Wasser) in ein flaches Gefäß füllen, etwas in ein Nasenloch hochziehen und ins Waschbecken ablaufen lassen. Dabei das andere Nasenloch zuhalten. Dann wechseln.

    Die wichtigsten Salzsorten

    Aus Meer oder Berg, rein oder gebleicht: Salz ist nicht gleich Salz. Die wichtigsten Salzsorten im Überblick:

  • Meersalz

  • Meersalz wird aus Meerwasser gewonnen, das in Salzgärten in der Sonne kristallisiert.

  • Steinsalz

  • Steinsalz stammt aus Resten ausgetrockneter Urmeere. Abbau in Salzbergwerken.

  • Kristallsalz

  • Kristallsalz zieht sich in gelb, orange oder rosa getönten Adern durch das Steinsalz.

  • Kochsalz

  • Kochsalz ist gereinigtes, gebleichtes Steinsalz und besteht fast nur aus Natriumchlorid.

    Autor: Antje Raupach