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Johanniskraut: Klassiker gegen Traurigkeit.

Johanniskraut: Klassiker gegen Traurigkeit und leichte bis mittlere Depressionen. - Foto © picture alliance / Arco Images GmbH

Das Beste aus der Natur-Medizin

Land-Apotheke

Kopfweh, Magendrücken, Halskratzen, Rückenschmerzen: Bei solchen leichten gesundheitlichen Problemen greifen bereits 80 Prozent der Deutschen zuerst zu Mitteln der Land-Apotheke – und nicht zu Pillen, Cremes und Spritzen der Schulmedizin. Von den natürlichen Wirkstoffen versprechen sie sich eine sanftere Linderung mit weniger Nebenwirkungen.

Ein Vorreiter der sogenannten Ethnomedizin in Deutschland ist Dr. Ingfried Hobert aus Steinhude in Niedersachsen. Exklusiv in HÖRZU (siehe Interview hier) schildert er, wie verschiedene Naturheilverfahren der Land-Apotheke Krankheiten und Beschwerden lindern können. Oberste Priorität habe es dabei, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren, sagt der Mediziner. Ebenfalls wichtig sei, dass man alle Therapien gut zu Hause durchführen kann. Zudem rät er, Natur- und Schulmedizin sinnvoll zu kombinieren: "Beide Therapieansätze lassen sich wirkungsvoll verbinden."

Im Folgenden haben wir die verschiedenen Anwendungen nach betroffenen Organen und Beschwerden sortiert und zeigen, wie man sich mit Tees, Wickeln, Bewegungstherapie, Massagen oder gesunder Nahrung wirkungsvoll selbst helfen kann. Achtung: Tritt bei der "Eigentherapie" nach drei bis fünf Tagen keine Besserung ein oder verschlimmern sich die Beschwerden gar, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen!

► Augenprobleme

Bindehautentzündung
Symptome: Gereizte Augen, Rötungen, verschwommenes Sehen.
Das hilft: Salbeiauflage: 1 EL Salbeiblätter mit ¼ l kochendem Wasser aufbrühen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen, Wattebausch damit tränken, sanft aufs Auge legen. Oder: lauwarme Auflagen mit Kamillen- oder Fencheltee. Oder: kalte Auflagen aus Augentrost- und Blaubeerblättern. 1 TL der Mischung mit ¼ l Wasser überbrühen und abkühlen lassen.

Gerstenkorn
Symptome: Entzündete Stelle am Lidrand. Rötungen, Jucken, Schwellungen.
Das hilft: Einen Waschlappen in heißes Wasser tauchen, so warm wie möglich auflegen und auskühlen lassen. Behandlung wiederholen, bis das Gerstenkorn aufgeht.

Trockene Augen
Symptome: Brennen, Rötungen, Jucken, Fremdkörpergefühl im Auge.
Das hilft: Räume lüften und feuchte Tücher über die Heizkörper hängen. Augentropfen mit Euphrasia (Augentrost).

► Erschöpfungszustände

Depressive Verstimmung
Symptome: Schmerzen ohne körperlichen Befund, Herz-Kreislauf-Probleme, Magen- und Darmbeschwerden, Konzentrationsstörungen, Schuldgefühle und Frustration, Beziehungsprobleme, sozialer Rückzug.
Das hilft: Johanniskraut wirkt nachweislich gegen leichte bis mittlere Depressionen. Aber die Wirkung setzt erst nach etwa vier Wochen ein. Lavendelöl stoppt das Gedankenkarussell, entspannt und sorgt für erholsamen Schlaf. Ein altes persisches Heilmittel gegen Depressionen ist Safran. Regelmäßige Saunagänge scheiden belastende Stoffe aus dem Körper aus.

Schlafstörung
Symptome: Abends und nachts: Unruhe. Tagsüber: Abgeschlagenheit.
Das hilft: Abends 20 g Süßmandeln in einer Mühle zerkleinern, in ein Glas warme Milch rühren und langsam trinken. Auch hoch dosierte Baldrianpräparate verhelfen zu besserem Schlummer. Ernährungstipps: Magnesiumreiches Essen entspannt (Vollkornprodukte, Soja, Sesam). Cashewnüsse, Thunfisch und Sonnenblumenkernöl enthalten Tryptophane, die für eine ruhige Nacht sorgen.

Übermäßige Müdigkeit
Symptome: Gerötete Augen, Antriebslosigkeit, Überforderung, Leistungsschwäche.
Das hilft: Wechselduschen und nachfolgendes Trockenbürsten am Morgen regen den Kreislauf nachhaltig an. Einreibungen mit Franzbranntwein (flüssig oder als Gel) vertreiben ebenfalls die Müdigkeit. Ein kalter Armguss erfrischt sofort: den Wasserstrahl langsam von Arm Richtung Herz führen, an der Innenseite zurück. Rosmarinbad: 50 g Blätter in 1 l Wasser kochen, 30

► Frauenprobleme

Blasenentzündung
Symptome: Harndrang, unangenehmes Brennen beim Wasserlassen, Blut im Urin, starke Unterleibsschmerzen.
Das hilft: Den Unterbauch mit Pfefferminzöl einreiben, danach eine Wärmflasche auflegen. Viel trinken. Täglich 3 EL Kürbiskerne einnehmen. Ansteigende Fußbäder (von 32 auf 42 Grad steigern). Tee mit Schachtelhalm oder Bärentraubenblättern (Apotheke).

Prämenstruelles Syndrom (PMS)
Symptome: Stimmungsschwankungen, Angstgefühle, Heißhunger, Gewichtszunahme, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwellung der Brust, Verdauungsprobleme etwa eine Woche vor Einsetzen der Periode.
Das hilft: Für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B6 täglich eine Avocado und zwei Bananen essen. Entspannungsbäder mit Lavendel oder Melisse (Fertigmischungen in Drogerien oder Apotheken). Kuranwendung mit einem Präparat aus Mönchspfeffer (über mehrere Monate, Apotheke).

Zyklusstörungen
Symptome: Kurze oder sehr lange Zyklen, starke Blutungen, Schmerzen.
Das hilft: Gegen kolikartige Schmerzen hilft Frauenmanteltee: 2 TL mit ¼ l siedendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen. Zur Entspannung: einen warmen Heublumensack in Wasserdampf erhitzen und auf den Bauch legen (fertige Mischung aus der Apotheke). Melissebad: 10 Tropfen Öl (Apotheke) mit 100 ml Olivenöl mischen, ins Wasser geben. Auch Mönchspfeffer-Präparate (Apotheke) regulieren den Zyklus.

Wechseljahrsbeschwerden
Symptome: Hitzewallungen, Schlafprobleme, trockene Haut und Schleimhäute.
Das hilft: Kalte Wassergüsse auf den Puls (10-mal täglich) lindern Hitzewallungen. Präparate mit Mönchspfeffer und Traubensilberkerze stabilisieren die Hormonbalance.

► Herz-Kreislauf-Leiden

Durchblutungsstörungen
Symptome: Häufig kalte Hände und Füße, geschwollene Beine.
Das hilft: Präparate mit Ginkgo fördern die Durchblutung. Wechselduschen und Saunagänge trainieren das Gefäßsystem. Ansteigende Fußbäder: Temperatur langsam von 32 auf 42 Grad erhöhen. Kneippgüsse: langsam mit dem kalten Wasserstrahl der Dusche an der Außenseite des Beins bis zur Leiste hochfahren, an der Innenseite wieder runter. Erst warm, dann kalt. Dreimal wiederholen, kalt aufhören. Paprika, frisch oder als Pulver, enthält Capsaicin (regt Durchblutung an).

Niedriger Blutdruck
Symptome: Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Ohnmacht.
Das hilft: Morgens vor dem Aufstehen ein großes Glas warmes Wasser trinken. Über den Tag verteilt: 2–3 Tassen Rosmarintee. Das belebt! Dafür 1 TL geschnittene Rosmarinblätter mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen. Auch im Bad regt Rosmarin an (Zusätze in Apotheken und Drogerien). Wassertreten: abends kaltes Wasser (bis etwa zur Wadenmitte) in die Wanne laufen lassen, 5 Min. im Storchengang laufen, dabei ein Bein immer komplett aus dem Wasser nehmen. Anschließend
warme Socken anziehen.

Venenschwäche
Symptome: Schwere, geschwollene Beine und/oder Knöchel, Kribbeln, nächtliche Wadenkrämpfe, Besenreiser, Krampfadern.
Das hilft: Zitronenölwickel: 5 Tropfen Zitronenöl mit 1 EL Sahne verrühren, mit ¼ l Wasser mixen. Ein Tuch darin eintauchen und für 15 Min. um die Beine wickeln. 100-mal am Tag mit den Beinen wippen. Entstauungsgymnastik morgens und abends: Im Sitzen oder Liegen die Beine ausstrecken, die Wadenmuskulatur anspannen, indem man die Füße abwechselnd Richtung Körper anzieht und wieder ausstreckt. Extrakte aus Rotem Weinlaub, Rosskastanie oder Mäusedorn können in Tabletten oder Cremes ebenfalls Beinbeschwerden lindern.

Autor: Esther Langmaack