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Heilpflanze Kamille

Kamille hemmt Entzündungen und entkrampft. - Foto: © picture alliance / Arco Images GmbH

Natürliche Antibiotika

Heilpflanzen

Pflanzen statt Pillen: Wie wir uns natürliche Schutzstoffe von Heilpflanzen zunutze machen können.

Als es entdeckt wurde, galt es als Meilenstein der Medizingeschichte: das Penicillin. Ein Segen für die Menschheit. Durch Zufall hatte der Forscher Alexander Fleming entdeckt, dass Bakterienkulturen durch den Stoff zerstört wurden. In den 1940er-Jahren ging das erste Antibiotikum in Serienproduktion und heilte von dort an Lungenentzündung, Wundinfektion und andere Leiden, die vorher oft tödlich verliefen.

Antibiotikaresistenz

Heute ist die einstige Wunderwaffe stumpf geworden. Jahr für Jahr verordnen Ärzte allein in Deutschland rund 300 Tonnen davon. Mehr als 2700 verschiedene Mittel sind zugelassen. Immer mehr Bakterien zeigen sich resistent gegen den einstigen Zauberstoff.

Grund: Die Medikamente werden zu oft und zu wahllos verschrieben. Vor allem bei Erkältungskrankheiten wie Mittelohrentzündung oder Atemwegsinfekten setzen Ärzte sie gern ein – obwohl diese Beschwerden fast immer von Viren verursacht werden. Antibiotika aber wirken bekanntlich einzig gegen Bakterien.

Zudem greifen Mediziner bei den allermeisten Infekten zu Breitbandantibiotika. Dabei würde ein Abstrich genügen, um die Erreger genauer zu identifizieren und danach ein passendes Präparat zu wählen.

Der goldene Grundsatz bei Medikamenten lautet nämlich: So wenig wie nötig, so gezielt wie möglich!

Pflanzen statt Antibiotika

Jochberg
Tee mit Schafgarbe, Kamille, Rosenblueten, Moenchspfeffer, Frauenmantel, Thymian. - Foto: © picture alliance / Arco Images GmbH

Viele Ärzte und Heilpraktiker plädieren unterdessen für einen sorgsameren Gebrauch. Die Heilpraktikerin Aruna M. Siewert schrieb sogar ein Buch darüber, in welchen Fällen man statt Antibiotika besser Pflanzen einsetzen sollte.


Buchtipp:
Aruna M. Seiwert: "Pflanzliche Antibiotika: Wie sie wirken und wann sie eingesetzt werden". Gräfer & Unzer, 128 S., 12,99 €


Im Vergleich mit chemischen Pillen sind sie nämlich echte Allrounder: "Im Gegensatz zu Antibiotika wirken viele Pflanzen nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren und sogar gegen Pilze", erklärt Siewert.

Die Natur hat Blüten, Kräuter und Knollen mit wahren Schutzpaketen ausgestattet, mit denen sie Fressfeinde abwehren und Schädlinge vertreiben können: etwa mit Bitter-, Farb- und Gerbstoffen wie den Senfölglykosiden der Kapuzinerkresse oder mit ätherischen Ölen wie bei der Pfefferminze.

Beim Thymian ist sogar wissenschaftlich belegt, dass sein Thymol stark antimikrobiell wirkt und bei Husten den Auswurf fördert. Parallel wies eine Studie nach, dass Antibiotika bei Bronchitis keinen wesentlichen Einfluss auf Schwere oder Dauer des Hustens haben.

Vorteile der natürlichen Antibiotika

"Jede Pflanze bietet ihre ganz eigene Wirkkombination, die sie für die Anwendung bei bestimmten Beschwerden prädestiniert", sagt Aruna M. Siewert. Die natürlichen Antibiotika können als Tee getrunken, als Extrakt oder in Kapseln eingenommen, aber auch äußerlich angewandt werden, etwa als Bad oder Salbe.

Ihr großer Vorteil: Sie haben keine oder kaum Nebenwirkungen. Für die Heilpraktikerin ein gravierender Unterschied zu Antibiotika: "Dort kann eine langfristige oder wiederholte Einnahme die guten Darmbakterien zerstören." Das wiederum schwächt erneut die Abwehr und kann zu wiederkehrenden Infekten führen.

Die Expertin zählt weitere Pluspunkte der Heilpflanzen auf: "Sie helfen der Leber beim Entgiften, stärken die Darmflora und versorgen den Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen." Seiwert ist überzeugt: "Mit antibiotisch wirkenden Pflanzen unterstützt man das Immunsystem, wird schneller wieder gesund – und seltener krank."

Kamille
Kamille ist ein Naturheilmittel. - Foto: © picture alliance / Arco Images GmbH


10 natürliche Antibiotika für die Hausapotheke

• Birke

Wirkung: Birkenblätter sind antibakteriell, blutreinigend und erhöhen die Harnausscheidung. Gegen Infekte der Blase und der Harnwege.

• Kamille

Wirkung: Kamille hemmt Entzündungen, entkrampft. Gegen Magen-Darm-Leiden, angegriffenes Zahnfleisch, Beschwerden der Mundhöhle.

• Melisse

Wirkung: Melisse hat nachweislich entzündungshemmende Effekte. Gegen Herpes helfen vor allem Cremes mit Melissenextrakt.

• Odermenning

Wirkung: Enthält viele Gerbstoffe und hemmt das Wachstum von Bakterien. Gegen Durchfallerkrankungen und Darmentzündungen.

• Pfefferminze

Wirkung: Pfefferminzblätter wirken antibakteriell und entkrampfend. Gegen Magen-Darm-Infekte, Blähungen, als Tee bei Reizdarm.

• Salbei

Wirkung: Salbei hemmt Entzündungen, ist antimikrobiell, hat einen zusammenziehenden Effekt auf Schleimhäute. Gegen Halsentzündung.

• Schafgarbe

Wirkung: Schafgarbe wirkt entzündungshemmend, unterstützt Leber und Galle. Gegen krampfartige Schmerzen im Bauchbereich.

• Thymian

Wirkung: Das ätherische Öl Thymol ist antimikrobiell und löst sehr gut Schleim. Gegen Asthma, grippale Infekte, als Tee gut bei Reizhusten.

• Knoblauch

Wirkung: Knoblauch hat antibiotische, antiseptische Eigenschaften. Gegen Husten, Ohrleiden, äußerlich auch bei Warzen, Hühneraugen.

• Zwiebel

Wirkung: Zwiebeln bekämpfen Bakterien und stärken zudem das Immunsystem. Gegen Bronchitis, Ohrentzündungen und Insektenstiche.

Autor: Esther Langmaack