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Arabische Heilkunst: Heilwissen um Öle und Kräuter

Ein frischer Minztee hilft gegen Magenbeschwerden; Bild: © picture alliance/chromorange

Arabische Heilpflanzen

Heilkraft aus 1001 Nacht

Weihrauch lindert Rheumaleiden, Myrrhe stoppt Entzündungen, Schwarzkümmel wirkt gut bei Neurodermitis: In der frühen arabischen Heilkunst (etwa 700 bis 1300 nach Christus) setzten die Ärzte und Wüstendoktoren eine Vielzahl von Pflanzen und Kräutern ein, um Kranke zu kurieren. Viele der traditionellen Anwendungen erweisen sich auch heute noch als äußerst wirksame Therapie.

Öle, Düfte, Räucherwerk

"Die muslimischen Ärzte waren ihrer Zeit weit voraus. Vor allem das Heilwissen um die örtlichen Pflanzen war von größter Bedeutung", sagt der Ethnomediziner Dr. Ingfried Hobert (50), Spezialist für Naturheilkunde. Aloe, Bockshornklee, Rosmarin, Myrrhe und Weihrauch galten im Orient als besonders heilsam. Moderne Studien belegen die entzündungshemmende, keimtötende und durchblutungsanregende Wirkung dieser Heilpflanzen. Auch die Gewürzpflanze Schwarzkümmel ist in arabischen Ländern von alters her ein Allheilmittel. Die kleinen braunschwarzen Samen enthalten Linolsäure, die Entzündungen lindert, und ätherische Öle, die antibakteriell wirken. "Die orientalische Medizin", so Hobert, "setzt das Öl bei Hautleiden wie Neurodermitis ein." Selbst "Functional Food" (gesundes Essen) war damals ein Thema: "Feigen, früher eines der wichtigsten Nahrungsmittel, wirken frisch oder getrocknet mild abführend", weiß Hobert. "Sie sind also ideal bei leichter Verstopfung."

Nicht nur Krankheiten wollte man heilen, sondern auch Körper und Geist in Balance bringen. Hoch im Kurs standen deshalb Stimmungsaufheller in Form von Ölen, Düften, Tees, Badezusätzen und Räucherwerk. Dr. Hobert empfiehlt ein traditionelles Teerezept. Die Zutaten: 1 EL Ginsengwurzel, 1 EL Ingwerwurzel, 1 EL Süßholz, 1 Dattel (erhältlich in Apotheken, Reformhäusern). Alles in einem halben Liter Wasser aufkochen, zugedeckt 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und nach Belieben mit Honig süßen. Steigert garaniert das weihnachtliche Wohlbefinden!

Die Apotheke des Morgenlandes

Welche Heilpflanzen im Orient als besonders heilsam gelten und bei welchen Krankheiten man sie einsetzt:

  • Bockshornklee
  • Hilft bei vielen Hautentzündungen.
    Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, ätherische Öle, Bitterstoffe.
    Wirkung: stoffwechselfördernd, schmerzlindernd.

  • Granatapfel
  • Schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
    Inhaltsstoffe: jede Menge sekundäre Pflanzenstoffe.
    Wirkung: antiviral, entzündungshemmend, antioxidativ.

  • Feige
  • Fördert die Verdauung und die Wundheilung.
    Inhaltsstoffe: Enzyme (Ficin), Pektin, Fruchtsäuren.
    Wirkung: antibakteriell.

  • Myrrhe
  • Gut bei Zahnfleischentzündung.
    Inhaltsstoffe: Rohgummi, Harze.
    Wirkung: desinfizierend.

  • Safran
  • Hilft bei Magenkoliken.
    Inhaltsstoff: ätherisches Öl.
    Wirkung: krampflösend.

  • Weihrauchbaum
  • Heilmittel bei Rheuma und Colitis ulcerosa (Darmentzündung).
    Inhaltsstoffe: Boswelliasäure, ätherisches Öl.
    Wirkung: entzündungshemmend.

    Autor: Elke Polomski