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Neurodermitiker sollten ihre Haut konsequent mit fetthaltiger Creme pflegen.

Neurodermitiker sollten ihre Haut konsequent mit fetthaltiger Creme pflegen. / Fotos: © picture alliance/chromorange

Bei Neurodermitis

Erste Hilfe für die Haut

Wenn die Blätter fallen und die Kälte in den letzten Winkel kriecht, haben es Neurodermitis-Patienten besonders schwer. Ihre Haut leidet dann noch mehr, weil sie etwa durch die großen Temperaturunterschiede zusätzlich austrocknet, spröde und rissig wird.

Warum Neurodermitiker unter diesen Beschwerden leiden, kann die Wissenschaft bis heute nur teilweise erklären: Eine veränderte Zusammensetzung der Hautfette könnte Ursache dafür sein, dass die Barrierefunktion ihrer Hülle gestört ist. Zum einen verliert die betroffene Haut dadurch deutlich mehr Feuchtigkeit als die normale, zum anderen haben es Allergene viel leichter, in den Körper zu gelangen.

Da ihm diese Eindringlinge eigentlich nicht schaden, würde das Immunsystem normalerweise kein großes Aufhebens um sie machen. Das Abwehrsystem eines Neurodermitikers stuft die Allergene jedoch als äußerst gefährlich ein und reagiert mit einem vollkommen überzogenen Angriff: einer allergischen Reaktion samt Ekzemen, Juckreiz und schuppender Haut.

In Deutschland leiden etwa drei Millionen Menschen an Neurodermitis. Häufig tritt die Krankheit schon bei Kindern in den ersten Lebensmonaten auf, genauso häufig verschwindet sie allerdings auch wieder in der Pubertät. Manche Betroffenen leiden jedoch ihr ganzes Leben daran. Der ständige extreme Temperaturwechsel zwischen der warmen Wohnung und den frostigen Graden draußen macht der Haut in der kalten Jahreszeit zusätzlich zu schaffen. Hinzu kommen: trockene Heizungsluft, falsche Kleidung, zu wenig Sonnenlicht. Alles Gründe, weshalb Neurodermitiker im Winter so häufig Ekzemschübe haben.

Cremen, Cremen, Cremen!

Wichtig ist dann eine konsequente Pflege der Haut mit einer ausreichend fetten Creme oder Salbe. Sie schließt den Schutzfilm wieder, verhindert, dass die Haut austrocknet und Infektionen entstehen. Zudem lindert sie Juckreiz. Etabliert hat sich auch die Fototherapie, bei der die Haut des Patienten mit ultraviolettem Licht bestrahlt wird. Die intensiven Strahlen sollen im Körper ebenfalls die Immunantwort abschwächen. Bei besonders heftigen Schüben verschreibt der Arzt oft kortisonhaltige Cremes, die das Immunsystem ausbremsen. Allerdings ist Kortison nicht zur Dauertherapie geeignet. Viel besser wirkt häufig die Kraft der Natur.

8 Tipps für die beste Hautpflege

Die Haut von Neurodermitikern ist trocken und gereizt. Zudem wird ihre Schutzfunktion beeinträchtigt. Doch Betroffene können einiges selbst tun, um ihre wertvolle Hülle zu pflegen, Juckreiz und Entzündungen zu lindern.

1. Entspannung Tief durchatmen! Denn auch die Haut reagiert auf Stress. Autogenes Training, Yoga, Tai-Chi oder andere Entspannungstechniken können der gereizten Haut "schmeicheln".

2. Duschen statt baden Die Badewanne ist nicht der beste Ort für Menschen mit Neurodermitis. Das warme Wasser trocknet die Haut aus und verschlimmert so die Beschwerden. Doch selbst nach dem Duschen heißt es: cremen, cremen, cremen! Geschmeidige Haut macht nämlich weniger Probleme. Verwenden Sie bitte zusätzlich schonende, ölhaltige Waschlotionen.

3. Einfetten Trockene Haut verlangt nach Cremes mit hohem Fettanteil. Als Inhaltsstoff ist auch Harnstoff ideal, weil er die Feuchtigkeit in der Haut hält. Auf wunde oder blutende Stellen gehört dagegen keine fette Salbe, da die Verletzung sonst nicht heilen kann.

4. Nicht kratzen Falls es unbedingt sein muss, die juckende Stelle lieber reiben, zwicken oder beklopfen. Auch kühlende Packungen und Eiswürfel können den Juckreiz kurzfristig stillen. Zum Abtrocknen nur weiche Handtücher wählen.

5. Bewusst essen Es gibt keine Spezialdiät für Neurodermitiker. Betroffene, die allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel reagieren, sollten diese jedoch meiden.

6. Naturkraft Nach aktuellen Studien hat sich der pflanzliche Wirkstoff aus dem asiatischen Mönchsköpfchen bewährt ("Dermaplant", Apotheke). Er versorgt die Haut mit Fett und Feuchtigkeit, wirkt antibakteriell, stillt Juckreiz und kann Neurodermitis-Schübe lindern.

7. Qualität Nie bei den Produkten für die Hautpflege sparen! Waschen Sie sich möglichst nur mit tensidfreier Waschlotion (pH-Wert zwischen 5 und 6,5). Zudem sollten die Produkte am besten in Aluminiumtuben abgefüllt sein. In Tiegel können leicht Keime eindringen, Plastiktuben saugen nach dem Benutzen gleichzeitig mit der Luft immer auch einige Keime an.

8. Luftveränderung Für Kuren und Reisen gilt: Das Klima im Hochgebirge, an der Nordsee, am Mittelmeer und am Toten Meer bekommt vielen Neurodermitikern. Höhen- und Meeresluft ist arm an Schadstoffen und Allergenen. Obendrein tut die UV-Strahlung der empfindlichen Haut gut.

Autor: HÖRZU