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Optimisten entdecken die Sonnenseiten des Herbtes.

Optimisten entdecken die Sonnenseiten des Herbtes. / Foto: © picture alliance/Beyond

Opimistisch denken

Die Heilkraft des Herbstes

Das Farbenspiel der Bäume, die klare Luft , das sanfter werdende Sonnenlicht: Jetzt setzt die Natur besondere Akzente, stimmt Körper und Seele auf das Ende des Jahres ein. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen. Manche stimmt das melancholisch, einige sogar traurig. Man kann das alles aber auch positiv sehen: Wir gewinnen Zeit, zur Ruhe zu kommen, können endlich innere Einkehr halten.

Der helle Schein des Kerzenlichts, ein prasselndes Kaminfeuer, ein wohlig warmes Entspannungsbad – jetzt ist die Zeit, es sich zu Hause gemütlich zu machen. Wie die Natur schaltet auch unser Organismus in den Ruhe modus, fährt den Stoffwechsel zurück. Das muss nicht immer Energieverlust und Müdigkeit bedeuten. Auch die dunkle Jahreszeit kann uns beschwingen mit ihren besonderen Reizen. Und jeder hat die Möglichkeit, ihre Vorzüge für sich zu nutzen.

Pflanzen für die Seele

Wer beim morgendlichen Spaziergang Wind und Wetter trotzt, wer an sonnigen Tagen versucht, bewusst ganz viele Strahlen einzufangen, der heizt den körpereigenen Stoffwechsel besonders gut an – und damit auch die Produktion des Glückshormons Serotonin. Sensible Seelen, die sich leicht in düstere Gedanken verstricken, können den Stimmungsschwankungen auch ganz natürlich mit Pflanzenkraft begegnen. Tees aus Johanniskraut etwa helfen nach wenigen Wochen regelmäßiger Anwendung zur sanften Stimmungsaufhellung.

Eine ähnlich beruhigende Wirkung hat Lavendel. Seine Wirkstoffe sorgen dafür, dass die Reizverarbeitung im Nervensystem in die Balance kommt. Ein spezielles Lavendelöl, das Silexan, hat sogar angstlösende Effekte und verbessert damit die Schlafqualität ("Lasea", Apotheke). In einer klinischen Studie der Universität Gießen erwies sich der Pflanzenstoff als ebenso wirksam wie ein oft verschriebenes synthetisches Arzneimittel in niedriger Dosierung.

Zeit für innere Einkehr

Die besten Stimmungsaufheller sind allerdings Menschen, die wir lieben. Jetzt haben wir die Chance, den Kontakt mit ihnen zu pflegen und zu intensivieren, denn der Herbst mit seinen langen, dunklen Abenden bietet viele Gelegenheiten für Gemeinschaft, Geselligkeit und Geborgenheit. Ebenso wichtig für ein gutes Lebensgefühl ist ein positives Bild von sich selbst. Und waren die dunklen Monate nicht immer schon die Zeit für tiefe Gedanken?

"Jetzt ist der ideale Moment für eine persönliche Bilanz des Jahres", sagt Coaching-Expertin Elke Nürnberger (www.laroca.de). "Wichtig ist dabei ein positiver Blick, der das Gute würdigt und Zuversicht schenkt." Leicht gesagt – aber für Menschen, die zum Pessimismus neigen, nicht so einfach. Nürnberger ermutigt: "Optimismus kann man lernen!" Die Tendenz zum Schwarzsehen sei nicht angeboren, sondern eine Folge persönlicher Erfahrungen – also erlernt. Da das Gehirn aber lebenslang lernfähig bleibt, kann man Schritt für Schritt eine optimistischere Sicht auf die Dinge trainieren.

Neue Denkmuster üben

Das lohnt sich: Optimisten leiden seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sind weniger anfällig für Demenz oder Depression, verfügen über eine bessere Immunabwehr, sind kreativer, erfolgreicher und beliebter als Pessimisten. Vor allem sind sie glücklicher mit sich und ihrem Leben – egal ob arm oder reich, Single oder liiert, vom Pech verfolgt oder vom Glück verwöhnt.

"Optimismus ist keine Frage der äußeren Umstände, sondern der persönlichen Sichtweise", sagt Nürnberger. Und an genau dieser kann jeder Einzelne arbeiten. Vorausgesetzt, er wird sich seiner negativen Denkmuster bewusst und ersetzt sie durch positive oder zumindest neutrale. "Das erfordert gerade am Anfang viel Übung und Disziplin, weil man diese Muster verinnerlicht hat", weiß die Expertin. Sie empfiehlt, allabendlich eine kurze Bilanz des Tages zu ziehen und schriftlich mindestens drei Dinge zu notieren, die gut waren: "Das verändert den Blickwinkel."

Eigene Erfolge erkennen

Negative Situationen gehören auf den Prüfstand: Gibt es nicht auch gute Anteile oder positive Deutungsmöglichkeiten? "Pessimisten neigen zu Schwarz-Weiß-Malerei und Generalisierung", so Nürnberger. Das drückt sich oft auch sprachlich aus: Mit "nie", "alles" oder "immer" verdammen sie die Dinge in Bausch und Bogen. Besser sind Abstufungen wie "mitunter" oder "manches". Kleine Details, die für einen großen Unterschied im Denken sorgen.

Wichtigster Schlüssel zu mehr Optimismus ist auch Selbstwirksamkeit: die Überzeugung, mit eigenen Kompetenzen und Taten seine Umwelt mitzugestalten. Auch dies ist eine Frage der eigenen Bewertung. "Optimisten führen Erfolge auf ihre Fähigkeiten zurück, ein Scheitern eher auf äußere Umstände", erläutert Nürnberger. Pessimisten erklären Erfolg dagegen mit Glück und Misserfolg mit persönlichem Unvermögen. Damit schwächen sie sich selbst. Zum Optimismustraining gehört daher ein liebevollerer Blick auf sich. Wer dranbleibt und täglich übt, wird sehen, dass schon kleine Veränderungen große Wirkung haben.

Autor: Georg Francken