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Akupunktur lindert nachweislich viele Allergiebeschwerden.

Hilfe per Piks: Akupunktur lindert nachweislich viele Allergiebeschwerden. - Foto © picture alliance

Zehn sanfte Strategien

Schnelle Hilfe bei Allergien

Egal ob der Winter mild war oder Eiseskälte herrschte – Blütenpollen lassen sich nicht aus dem Konzept bringen. Sie starten ihre Flugsaison pünktlich im Frühjahr. Und sie sind überall. 15 Millionen Allergiker rührt der Frühling auch jetzt wieder zu Tränen. Ihre Augen brennen, der Hals schmerzt, die Nase läuft. Medikamente helfen, indem sie die Produktion von Histamin hemmen, jenem körpereigenen Botenstoff, der für Allergiesymptome verantwortlich ist. Aber es gibt auch sanftere Methoden, um sich im Akutfall gegen die Angreifer zu wehren. Oft lindern schon sanfte Naturarzneien die Beschwerden – oder kleine Veränderungen im Alltag.


Immuntherapie gegen die Pollen

Weltweit arbeiten Forscher an neuen Methoden zur Bekämpfung von Allergien. Doch die Therapie der Wahl ist immer noch die klassische Hyposensibilisierung. "Damit können wir Allergien für etwa acht Jahre stoppen“, sagt Prof. Thomas Fuchs, Leiter der Allergologieabteilung des Universitätsklinikums Göttingen. Durch regelmäßige Injektionen des Allergens lernt das Immunsystem, den Allergieauslöser wieder zu tolerieren. Nachteil dieser Therapie: Sie kann bis zu fünf Jahre dauern. Schneller wirkt eine neue Variante. "Dabei wird die Einleitungsphase, die sonst drei Monate lang ist, auf drei Wochen verkürzt", erklärt Prof. Fuchs. Noch schneller soll die Impfung mit dem Wirkstoff Pollinex Quattro Erlösung bringen – nämlich bereits nach nur vier Spritzen.


Hier die besten Tipps, die gegen den lästigen Blütenstaub helfen

1. Die Luft ist rein!
Es regnet? Super! 30 Minuten nach einem Schauer sind die Pollen aus der Luft gewaschen. Dann heißt es: nichts wie raus in die Natur! Weniger Blütenstaub ist auch an windstillen, kühleren Tagen unterwegs, vor allem in Nadelwäldern. Felder und Laubwälder hingegen sind bevorzugtes Pollenterrain. Beim Lüften beachten: In der Stadt herrscht morgens zwischen sechs und acht Uhr die niedrigste Pollenkonzentration, auf dem Land zwischen 19 und 24 Uhr.

2. In der Ruhe liegt die Kraft
Nach neuesten wissenschaftlichen Studien der Ohio State University spielt Stress eine viel größere Rolle im Allergiegeschehen als angenommen. Psychische Belastung verstärkt anscheinend nicht nur die Symptome, Gestresste reagieren auch auf mehr Allergene. Deshalb: regelmäßig Auszeiten einplanen!

3. Pollenfreie Zonen schaffen
Staubsaugen und feuchtes Wischen entfernen den Blütenstaub aus der Wohnung. Schutzgitter vor den Fenstern grenzen bis zu 85 Prozent der Pollen aus. Allergiker sollten, wenn sie nach Hause kommen, immer ihre Kleidung wechseln und diese nicht im Wohn- und Schlafbereich aufbewahren. Sonst haben sie jede Menge unerwünschter "Untermieter".

4. Abhilfe durch Hygiene
Vor dem Schlafengehen spült eine Dusche den Blütenstaub von Haut und Haar. Auch anschließendes Eincremen ist wichtig: Pollen können über winzige Öffnungen der Haarfollikel durch die Haut in den Körper gelangen. Spezielle Cremes (Apotheke) stärken die Hautbarriere, erschweren den Eintritt um bis zu 96 Prozent.

5. Nadeln gegen die Plage
Mehrere Studien zeigen, dass Akupunktur in über 90 Prozent der Fälle deutliche Linderung bringt. Stich für Stich werden spezielle Körperpunkte gereizt und das Immunsystem dadurch gestärkt. Die positive Wirkung der chinesischen Heiltherapie bestätigt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

6. Kneippsche Güsse gegen Triefnasen
Bei Heuschnupfen schaffen kalte Gesichtsgüsse nach Kneipp Linderung. So geht’s: erst die Stirn mit der Dusche abbrausen, dann die rechte Gesichtshälfte, danach die linke. Dann das ganze Gesicht in Kreisen abduschen.

7. Hilfe aus der Küche
Rohe Zwiebeln ins Essen geben: Sie dämpfen die Histaminausschüttung. Sonnenblumenkerne, Kalbfleisch und Käse enthalten viel Zink. Das Mineral erschwert das Andocken der Pollen an die Schleimhaut. Auch Bakterienkulturen im Joghurt können dabei helfen, überschießende Immunreaktionen zu regulieren.

8. Grüne Helfer in der Not
Brennnesseltee wirkt harntreibend und blockiert die Produktion von Histamin. Bewährt hat sich auch ein Wirkstoff aus der Adhatoda-Pflanze (Indisches Lungenkraut). In einer Herstellerstudie gaben nach siebentägiger Einnahme 80 Prozent der betroffenen Heuschnupfenpatienten an, dass sie sich deutlich besser fühlten (z. B. "Allergin", Apotheke). In der Homöopathie lindert Galphimia glauca (viermal täglich fünf Tropfen) akute Beschwerden.

9. Auszeit Urlaub
Reisen Sie den Pollen davon! Ein Trip ans Meer oder auch ins Hochgebirge ist eine ideale Verschnaufpause, weil die Belastung dort deutlich geringer ist. Steigen Sie bei Ihrer Pollenflucht besser auf Bahn oder Flugzeug um. Denn der Blütenstaub auf stark befahrenen Straßen ist besonders aggressiv, weil er mit Abgasen oder Rußpartikeln behaftet ist. Oder helfen Sie sich mit einem Pollenfilter in der Lüftungsanlage des Autos (wichtig: regelmäßig austauschen!).

10. Brillenschutz
Wenn die Augen überlaufen: Brille auf! Sogenannte Wrap-around-Brillen (Sportbrillen), die rund ums Auge geschlossen sind, schützen vor dem Blütenstaub.

Autor: Susan Junghans-Knoll