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Allergie Heuschnupfen

Die Pollensaison ist bereits in vollem Gang. Die besten Therapien gegen Schniefen, Schnäuzen & Co. - Foto: JIM WATSON/AFP/Getty Image

Symptome und Behandlung

Die besten Therapien bei Allergien

Jetzt im Frühling herrscht für Allergiker Hochsaison im Kampf mit dem Blütenstaub. Seit Februar schwirren bereits Erlen- und Haselnusspollen durch die Lüfte. Und seit März haben Betroffene unter Birken- und Eschenpollen zu leiden.

Eine neue Studie der Rutgers University in New Brunswick (USA) hat ergeben, dass sich durch den globalen Klimawandel die Pollensaison sogar noch verlängern und intensivieren wird. Experten sagen voraus, dass sich bis spätestens 2040 die Menge an Pollen verdoppelt.

Mehr als 15 Millionen Betroffene

Die gute Nachricht: Die Allergieforschung ist in den letzten Jahren weit vorangekommen. Eine optimal eingestellte Therapie kann praktisch allen Allergikern spürbare Linderung verschaffen, das Leiden für viele Jahre stoppen und in manchen Fällen sogar ganz heilen. Betroffen sind viele: Mindestens 15 Millionen leiden allein in Deutschland unter Heuschnupfen. Das Fatale daran ist: Nur bei sieben Prozent wird eine ursächliche Therapie in Form einer Hyposensibilisierung durchgeführt. Das ergab die aktuell vorgestellte größte Allergiestudie Deutschlands. "Die Daten zeigen eine dramatische Unterversorgung", warnt Prof. Thomas Fuchs, Leitender Oberarzt an der Universitätsmedizin Göttingen: "Allergien werden immer noch von vielen Patienten bagatellisiert, ausgesessen oder verschleppt." Das kann jedoch schlimme Folgen haben: Jeder dritte Heuschnupfenpatient entwickelt nämlich zusätzlich ein potenziell gefährliches allergisches Asthma, also dauerhaft entzündete Atemwege. Prof. Fuchs: "Dabei verschiebt sich die Entzündung von der Nasen- zur Bronchialschleimhaut." Er appelliert, die ersten Anzeichen einer Allergie ernst zu nehmen und einen Allergologen aufzusuchen: "Je früher das Leiden behandelt wird, desto größer sind die Chancen, es dauerhaft in den Griff zu bekommen."


Test: Habe ich eine Allergie?

Um Heuschnupfen handelt es sich vermutlich, wenn:
1. Die Beschwerden immer wieder zur selben Jahreszeit auftreten.
2. Draußen die Nase läuft, drinnen die Niesattacken nachlassen.
3. Rachen und Augen jucken und das Nasensekret eher wässrig ist.
4. Sich die Beschwerden nachts verstärken.


Die besten Therapien

Die Hyposensibilisierung gilt als einzig wirksame Therapie. Sie funktioniert wie eine Impfung und behandelt nicht nur die Symptome, sondern auch die Ursache. Das Immunsystem wird dabei langsam an den Auslöser gewöhnt. "Damit können wir Allergien für etwa acht Jahre stoppen", sagt Prof. Thomas Fuchs. Für die Allergieimpfung stehen zwei Methoden zur Verfügung. Bekannter ist die Variante, den Wirkstoff regelmäßig von einem Arzt unter die Haut spritzen zu lassen, zu Beginn wöchentlich (Therapiedauer: ungefähr drei Jahre). Doch nicht jeder verträgt oder mag Spritzen. Deshalb kann der Wirkstoff seit wenigen Jahren auch in Tablettenform oder als Tropfen selbstständig zu Hause eingenommen werden (Therapiedauer: drei bis fünf Jahre). Studien belegen, dass beide Therapieformen eine Erfolgsquote von bis zu 90 Prozent aufweisen.

Allergien

So schützen Sie sich

Ganz hilflos sind wir den Pollen ohnehin nicht ausgeliefert, sie lassen sich auf Abstand halten: Allergiker sollten am besten 30 Minuten nach einem Regenguss spazieren gehen, dann ist die Luft pollenrein. Weniger Blütenstaub ist auch an windstillen, kühleren Tagen unterwegs, vor allem in Nadelwäldern. Gelüftet werden sollte in der Stadt zwischen sechs und acht Uhr morgens, auf dem Land zwischen 19 und 24 Uhr. Pollenschutzgitter vor den Fenstern halten übrigens mindestens 85 Prozent der Pollen fern. Wer eine Pollenauszeit sucht, macht Urlaub. Atlantikküste und Hochgebirge (ab 1500 Meter) sind fast frei von Blütenstaub. Als sanfte Helfer bei Allergien haben sich Akupunktur und Kneipp’sche Gesichtsgüsse bewährt.

Autor: S. J.-K./J. B.