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Ein Blick verrät oft mehr als tausend Worte.

Ein Blick verrät oft mehr als tausend Worte. Umso wichtiger ist es, die Gesundheit der Augen bis ins hohe Alter zu erhalten. / Foto: © picture alliance/dpa-Zentralbild

Von Grauem Star bis AMD

Vorsorge-Untersuchungen beim Augenarzt

Die Augen sind unsere wichtigsten Sinnesorgane. Um sich das zu verdeutlichen, braucht man nur einmal das Licht auszuschalten – im Dunkeln tappen wir hilflos umher, weil wir unsere Umwelt nicht mehr richtig wahrnehmen können. Allerdings sind die Augen überaus empfindlich und häufig ungenau. Ungefähr 65 Prozent der über 16-Jährigen benötigen eine Brille oder einen operativen Eingriff, um scharf zu sehen.

Und die Probleme nehmen mit dem Alter zu. Spürbar fängt das meist ab dem 40. Lebensjahr mit Alterssichtigkeit an. Dieser Elastizitätsverlust der Linse ist zwar lästig, aber nicht bedrohlich. Wirklich gefährlich sind andere Risiken. Ab 30 erhöht sich etwa die Gefahr, an grünem Star (Glaukom) zu erkranken. Und später droht die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Diese beiden Krankheiten sind hierzulande die häufigsten Gründe für Erblindungen.

Die gute Nachricht hierzu: Es gibt Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten. Aber gerade die Früherkennung zu dem besonders gefährlichen Glaukom und zur AMD gerät immer wieder in die Kritik. Teuer und unnütz, lautet der Vorwurf. Zu Unrecht, findet Dr. Georg Eckert, Augenarzt aus Senden bei Ulm. "Die Krankenkasse zahlt diese Untersuchung nun mal nicht. Das ist Fakt. Aber: Wer betroffen ist, würde sein letztes Hemd geben, um das rückgängig zu machen."

Wie bei allen IGeL-Leistungen müssen die Patienten vorher durch den Arzt aufgeklärt werden, die Notwendigkeit der Untersuchung sollte plausibel sein, und auch die Kosten müssen vorab genau geklärt werden. "In der Praxis zeigt sich, dass die wenigsten Patienten ein Problem damit haben, die Kosten von 20 bis 50 Euro für eine Vorsorge tatsächlich zu zahlen", sagt Eckert.

Welche Gefahren für das Augenlicht gerade im Alter drohen, lesen Sie hier:

Besuch beim Augenarzt

Rechtzeitig erkannt, können viele schwere Augenkrankheiten erfolgreich behandelt werden. (Foto: © picture alliance/JOKER )

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Sehr häufig im höheren Alter. Die AMD ist die schwerwiegendste Erkrankung bei Menschen, die älter sind als 65 Jahre. Ab dem Alter von 70 Jahren leidet sogar jeder Dritte an der schleichenden Erblindung. In der Netzhautmitte sterben Sehzellen ab, die für scharfes und farbiges Sehen zuständig sind. Unscharfes und welliges Sehen bei geraden Linien ist ein deutliches Warnsignal für die Makuladegeneration.

"Wird das Problem aber rechtzeitig erkannt, muss niemand mehr dadurch erblinden", sagt Experte Eckert. Denn die AMD ist heutzutage in der Frühphase meist gut behandelbar. Augenärzte empfehlen ab 60 Jahren regelmäßige Makulavorsorge, die etwa 20 bis 50 Euro kostet.

Alterssichtigkeit

Nervig, aber harmlos. Ab 40 Jahren beginnen die Buchstaben bei normalem Leseabstand von etwa 35 Zentimetern zu verschwimmen. Die altersbedingte, aber normale Erstarrung der Linse verursacht diese weitverbreitete Sehschwäche im Nahbereich. Eine Brille gleicht sie problemlos wieder aus.

Grauer Star (Katarakt)

Gefährlicher Grauschleier. Wenn man alles wie grau in grau sieht, liegt das meist an einer Trübung der Augenlinse. Rund 90 Prozent der Fälle betreffen Menschen ab 60 Jahren, aber der graue Star kann auch bei sehr jungen Menschen auftauchen – und eine Folge von Diabetes oder Neurodermitis sein. Eine Einschränkung des räumlichen Sehens, Kontrastverlust und eine stärkere Blendempfindlichkeit im Hellen sind weitere mögliche Symptome von trüber werdenden Linsen. In schweren Fällen erkennt man die trüben Linsen direkt beim Anschauen.

Chirurgen entfernen die getrübten Linsen nacheinander und ersetzen sie durch künstliche. Dieser Eingriff gilt heute als die häufigste Augenoperation und kann inzwischen sogar ambulant durchgeführt werden. Meist wird das stärker betroffene Augen als erstes operiert, dann folgt das andere.

Grüner Star (Glaukom)

Tückisch, weil kaum Symptome auftreten. "Man spürt nichts, auch wenn das Glaukom bereits fortgeschritten ist!", warnt Dr. Georg Eckert. Da anfangs nur Ausfälle im äußeren Gesichtsfeld auftauchen, bemerken Patienten dies meist gar nicht. Erst in einem sehr späten Stadium, wenn die Sehnerven bereits stark geschädigt sind, treten blinde Flecken auf. Fast immer verursacht ein erhöhter Augeninnendruck die Schädigung des Sehnervs.

IIn 90 Prozent der Fälle, in denen ein erhöhter Augeninnendruck diagnostiziert wurde, hilft eine medikamentöse Therapie, die meist in Form von Augentropfen verabreicht wird. Der Rest wird dann mit dem Laser oder durch Operation therapiert.

Netzhautablösung

Höheres Risiko für Kurzsichtige. Bei ihnen tritt diese Erkrankung aufgrund der Anatomie des Augapfels etwas häufiger auf. Aber auch das Alter kann das Risiko für die Ablösung steigern. Dr. Eckert: "Wenn sich etwas von der Seite wie ein Vorhang vor das Blickfeld schiebt, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen oder in die Augenklinik gehen."

Dank Laser und neuen Operationstechniken führt die Netzhautablösung nicht mehr wie bis in die 1960er-Jahre zu extremen Sehbeeinträchtigungen oder gar zur Erblindung. Leichte Fälle können mittlerweile sogar ambulant behandelt werden.


Augen lasern

Eine Augen-Laser-Op wird vorher am Computer genau geplant. (Foto: © dpa - Report)

Laser in der Augenmedizin

In keinem anderen Fachbereich der Medizin hat sich der Laser so frühzeitig und so umfangreich durchgesetzt. Ganz besonders gilt das für die Korrektur der Fehlsichtigkeit. Allerdings ist bei fünf Prozent der behandelten Patienten eine Nachkorrektur nötig. Nachteile: Nicht jede Fehlsichtigkeit kann gelasert werden, und die Kosten von ungefähr 2000 Euro pro Auge muss man aus eigener Tasche zahlen.

Autor: Esther Langmaack