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Ein guter Arzt informiert den Patienten ausführlich über Diagnose und Therapien.

Ein guter Arzt informiert den Patienten ausführlich über Diagnose und Therapien. - Foto © picture alliance / Arco Images G

Experten-Liste Teil 1

Die 100 besten Ärzte

170.000 Behandlungsfehler bei Krankenhauspatienten

Wer Beschwerden hat, unter chronischen Krankheiten leidet oder plötzlich mit bedrohlichen Symptomen konfrontiert wird, weiß sich medizinisch gern in guten Händen. Was aber, wenn er als aufgeklärter Zeitgenosse aus den Medien weiß, dass Ärzte, früher gern als "Halbgötter in Weiß" bezeichnet, durchaus fehlbar sind? Dass es neben vielen ausgezeichneten, engagierten Medizinern – wie überall – auch einige mittelmäßige, überforderte, unmotivierte gibt? Und dass ihnen allen Fehler unterlaufen können?


Was einen guten Mediziner auszeichnet
Nicht allein Fachwissen zählt, auch Einfühlungsvermögen ist wichtig.

■ Neben fachlichen Qualitäten überzeugt ein guter Arzt dadurch, dass er ausführlich über Diagnose und Therapien informiert.
■ Das sollte er möglichst verständlich tun, sich nicht hinter komplizierten Fachbegriffen verschanzen und alle Vor- und Nachteile der empfohlenen Therapien erläutern.
■ Nachfragen des Patienten wiegelt er nicht als lästige Pflicht ab. Er nimmt dessen Anliegen ernst und bindet sein Gegenüber in alle wichtigen Entscheidungen ein.
■ Nichts geschieht über den Kopf des Patienten hinweg. Ein guter Mediziner akzeptiert es auch, wenn Betroffene eine zweite Meinung einholen möchten.


Im vergangenen Jahr gingen bei der Bundesärztekammer in Berlin wieder Tausende Patienten-Beschwerden zu möglichen Behandlungsfehlern ein. Genau 7355 Anträge wurden 2010 von Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bearbeitet. Für Experten ist das allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Der deutsche Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen legte vor vier Jahren eine Auswertung von über 180 Studien vor: Bei jährlich 17 Millionen Krankenhauspatienten kommt es danach zu rund 170.000 Behandlungsfehlern und etwa 17.000 Todesfällen – rund viermal mehr als im Straßenverkehr. "Die realen Schadensdaten gehören aber zu den am besten gehüteten Geheimnissen der Republik", heißt es dazu bei der Notgemeinschaft Medizingeschädigter in Bayern e. V. (weitere Infos unter: www.ngm-bayern.de).

Deutsche Ärzte zählen nach wie vor zu den besten der Welt

Angesichts solcher Zahlen fühlen sich viele Patienten bei der Suche nach einem Arzt verunsichert. Wie findet man einen geeigneten Mediziner? Welcher ist zuverlässig, fachlich kompetent und obendrein einfühlsam? Durch das Internet stehen allen Patienten mittlerweile viele Arztbewertungsportale zur Verfügung, deren Inhalte sind aber sehr subjektiv gefärbt. Denn die Wünsche an die Doktoren sind so vielfältig wie die Patienten selbst: Die einen bevorzugen kühle, datenorientierte Experten, die allein Laborwerten und bildgebenden Verfahren wie Röntgen und Ultraschall vertrauen. Andere wünschen sich ein mitfühlendes, gesprächsbereites Gegenüber, das psychosomatische Aspekte berücksichtigt. Dritte wiederum vertrauen sich nur routinierten "Handwerkern" an, etwa erfahrenen Chirurgen.

Angesichts solcher Anforderungen fühlen sich auch viele Ärzte überfordert, zumal sie unter wachsendem Kosten- und Effizienzdruck leiden. Trotz aller Fehler und Mängel unseres Gesundheitssystems gilt aber: Deutsche Ärzte zählen nach wie vor zu den besten der Welt. Sie forschen, optimieren die Diagnostik, etablieren neue Therapien und setzen sich so richtungsweisend für das Wohl der Patienten ein.

Die große Experten-Liste von HÖRZU, deren ersten Teil Sie hier finden, nennt Ihnen 100 Mediziner, die beispielhaft stehen für Tausende ihrer Kollegen. Die meisten von ihnen sind naturgemäß Professoren und Privatdozenten (PD), die den Forschungsauftrag einer Universitätsklinik erfüllen. Aber auch Ärzte an normalen Krankenhäusern und niedergelassene Mediziner werden genannt.

Arztsuche: Arztbewertungsportale sind keine geeignete Quelle

Sie suchen nach den Ursachen von Krankheiten, beschreiten in der Diagnostik neue Wege, entwickeln Medikamente sowie innovative Operationstechniken oder verfügen deutschlandweit über die größte Erfahrung bei bestimmten Eingriffen. Sie starten Gesundheitsinitiativen, gründen Fachgesellschaften oder engagieren sich für Selbsthilfegruppen und Forschungseinrichtungen. Natürlich ist die Arbeit eines Landarztes in Mecklenburg-Vorpommern oder im Hochschwarzwald genauso wichtig – zur Einordnung und Bewertung seiner Leistung existieren aber leider noch keine so objektiven Kriterien wie jene Forschungsarbeiten, Krankenhausauswertungen und Fachpreise, die für die HÖRZU-Liste herangezogen wurden. Selbst die Ergebnisse von Arztbewertungsportalen sind keine geeignete Quelle, da sie, wie erwähnt, zu subjektiv scheinen.

Die Ärzte der HÖRZU-Liste stehen somit repräsentativ für alle engagierten Kollegen, die Tag für Tag ihr Bestes geben, um Patienten zu helfen und dem Vertrauen, das diese in sie setzen, gerecht zu werden. Wie etwa Prof. Roland Hetzer vom Deutschen Herzzentrum Berlin, wo die meisten Herztransplantationen in Deutschland durchgeführt werden. Hier forscht man vor allem an speziellen Verfahren zur Vermeidung von Fremdblutgabe bei Herzoperationen, insbesondere bei Neugeborenen. Bei diesen schweren Eingriffen gilt die Gabe von Fremdblut als gefährlicher Komplikationsfaktor. Im Berliner Zentrum wurde sogar ein Kleinkind mit nur 900 Gramm Gewicht erfolgreich am offenen Herzen operiert – deutschlandweit Rekord!

Hilfe für kleine Patienten

Weiteres Beispiel: Prof. Wolfgang Schepp vom Klinikum Bogenhausen in München. Der Gastroenterologe gilt als Experte für Entzündungen und Tumoren in Speiseröhre, Magen und Darm, die er minimalinvasiv, also mit schonenden endoskopischen Mitteln, behandelt. Er implantierte als einer der Ersten in Süddeutschland Magenschrittmacher mittels Schlüssellochchirurgie.

Prof. Ania Muntau aus München wiederum arbeitet seit Jahren auf dem Gebiet seltener genetischer Krankheiten und angeborener Stoffwechselleiden wie der Phenylketonurie, bei der aufgrund eines Enzymdefekts der Abbau der Aminosäure Phenylalanin gestört ist. Bei Kindern kann das zu schweren neurologischen Defekten führen – bis hin zu Intelligenzverlust. Im Rahmen eines vereinfachten Zulassungsverfahrens der EU für Medikamente zur Therapie seltener Krankheiten arbeitete Prof. Muntau federführend an einer schnellen Entwicklung des Mittels BH4 mit, das eine lebenslange strenge Diät überflüssig macht und den meist kleinen Patienten mehr Lebensqualität schenkt. Bei der Suche nach solchen Experten hilft Ihnen in Zukunft die große Ärzteliste der HÖRZU. Teil 2 finden Sie in der nächsten HÖRZU Heft 29 und im Internet unter der Rubrik Gesundheit. Im Dschungel medizinischer Versorgung gilt nämlich: Information ist alles!

Autor: Onno Hub