HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Top-Banker Karl Matthäus Schmidt verrät die schmutzigen Tricks der Bankberater.
Zur Bilderstrecke

Top-Banker Karl Matthäus Schmidt verrät die schmutzigen Tricks der Bankberater, Fotos © Norbert Michalke für HÖRZU: Fotolia

Top-Banker Karl Matthäus Schmidt

Der Insider-Report: Ein Banker packt aus

Viele Bankberater handeln nicht im Interesse ihrer Kunden. Insider Karl Matthäus Schmidt enthüllt HÖRZU, mit welchen Tricks sie versuchen, an unser Geld zu kommen.

Verschlafen, aber vertrauenswürdig: Es ist noch gar nicht so lange her, dass Banken das gleiche Image wie Behörden genossen. Von sich aus hätte der freundliche Schalterbeamte damals nie einen Kunden angesprochen, um ihn mit Tipps zur Geldanlage zu überhäufen. Heute sind solche Praktiken unter Bankberatern längst üblich - oft zum Nachteil des Kunden. Mit welchen Tricks sich die Branche zu unseren Lasten bereichert, fragten wir einen echten Insider: Karl Matthäus Schmidt, Chef der Quirin Bank.

HÖRZU: Falsche Beratung durch Banken hat viele Menschen in den letzten Jahren um ihr Vermögen gebracht. Warum geben sich Banken nicht mehr Mühe?

Karl Matthäus Schmidt: Dass Bankberatung sich am Wohl des Kunden orientiert, ist ein gängiges, aber teures Missverständnis. Empfohlen wird dem Kunden, was der Bank nützt, ihr also hohe Provisionen beschert. Bankberatung halte ich deshalb für eine Scheindienstleistung, die aufgebaut wird, um überteuerte Produkte verkaufen zu können.

HÖRZU: Schon beim Ausbruch der Finanzkrise wurde die Beratungspraxis kritisiert. Hat sich seitdem nichts geändert?

Karl Matthäus Schmidt: Nein, im Gegenteil. Der Druck der Banken auf ihre Berater ist noch größer geworden. Es gilt: Wer am meisten verkauft, steigt auf, egal, ob es dem Anleger nutzt oder schadet.

HÖRZU: Ist das nicht ein bisschen übertrieben?

Karl Matthäus Schmidt: Nein, eine neutrale Beratung lässt das jetzige System nicht zu. Banken sind in erster Linie Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften müssen. Aber nicht für ihre Kunden, sondern für die Eigentümer der Bank. Man muss kein Finanzprofi sein, um zu spüren, dass beide grundverschiedene Interessen haben.

HÖRZU: Wie steuern Banken ihre Berater?

Karl Matthäus Schmidt: Mit internen Vorgaben. Wer als Berater etwa weiß, dass er bis Ende der Woche 15.000 Euro an Provisionen reinholen muss, wird Produkte empfehlen, mit denen er dieses Ziel möglichst schnell erreicht. Häufig wird von der Zentrale der Bank auch ein "Produkt der Woche" vorgegeben. Das muss dann "auf Teufel komm raus" verkauft werden.

HÖRZU: Überspitzt gesagt: Veranstaltet meine Bank gerade China-Wochen, werde ich eben mit einem solchen Fonds beglückt.

Karl Matthäus Schmidt: Das kann passieren. Der Kunde ahnt ja nichts von solchen Verkaufsmeisterschaften.

Autor: Georg Francken / Stefan Vogt