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Mehr Geld für Sie - durch ganz legale Steuertricks.

Mehr Geld für Sie - durch ganz legale Steuertricks. Foto © www.piqs.de / Baseking, CC (Some rights are reserved.)

Die besten Steuertipps

So sparen Sie jetzt noch Steuern

Lästig, aber einträglich: Eine Steuererklärung abzugeben zahlt sich für die meisten aus. "Über 90 Prozent aller Berufstätigen können mit einer Erstattung rechnen", sagt Siegfried Stadter, Vorstandsmitglied des Lohnsteuerhilfevereins Bayern. Für die Mitglieder seines Vereins betrug die Rückzahlung 2009 im Durchschnitt stattliche 1210 Euro – eine Größenordnung, mit der er auch in diesem Jahr rechnet. Wer die Formulare in Eigenregie ausfüllt, muss sie bis spätestens 31. Mai abgeben. Danach gerät er automatisch in Verzug und zahlt womöglich Verspätungszuschläge und Strafzinsen. Überlässt man die Sache dagegen einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein, verlängert sich die Frist bis Jahresende. Der 30. September, der dafür früher galt, ist seit einigen Jahren hinfällig. In Kooperation mit Siegfried Stadter hat HÖRZU Tipps für Arbeitnehmer, Rentner, Eltern, Mieter und Sparer aufgelistet, die eines gemeinsam haben: Alle bieten hohes Erstattungspotenzial.

■ Für die Fahrt zur Arbeit sind 30 Cent je Entfernungskilometer absetzbar. Da beim Steuerabzug in der Gehaltsabrechnung schon 920 Euro "Werbungskosten-Pauschbetrag" pro Jahr berücksichtigt sind, führt das allerdings erst zu einer Erstattung, wenn die Entfernung zum Arbeitgeber 14 Kilometer und mehr beträgt. Tipp: Die Pendlerpauschale steht jedem Arbeitnehmer zu, also auch Fußgängern, Radlern, Bus- und Bahnfahrern.
Unfallkosten auf dem Arbeitsweg, die der Arbeitgeber nicht ersetzt, werden neuerdings wieder als Werbungskosten anerkannt.
■ Wer aus beruflichen Gründen einen Zweitwohnsitz unterhält, kann dafür Miet-und Nebenkosten absetzen. Zusätzlich spendiert der Fiskus jede Woche eine Heimfahrt – pro Entfernungskilometer ebenfalls 30 Cent.
■ Nicht nur Kindergeld gibt der Staat Eltern, sondern alternativ auch einen Steuerfreibetrag. Liegt das zu versteuernde Einkommen 2009 oberhalb von 67.000 Euro, ergibt sich so ein Nachschlag. Alleinerziehende profitieren davon bereits ab 33.600 Euro.
■ Wenn Jugendliche und Studenten nebenbei jobben und im Jahr mehr als 7680 Euro verdienen, verlieren Eltern den Anspruch auf Kindergeld. Der lässt sich aber mit einem Trick retten: Zahlt das Kind vom eigenen Verdienst in die Sozialversicherung oder eine betriebliche Altersvorsorge ein, darf man diese Beiträge vom Einkommen abziehen – und es bleibt möglicherweise unter der Grenze.
■ Nicht nur Eltern von Kindergartenkindern können den Staat an Betreuungskosten beteiligen. Sind Vater und Mutter beide berufstätig, lassen sich bis zum 14. Lebensjahr maximal 4000 Euro absetzen. Alleinerziehende haben darauf in gleicher Höhe Anspruch.
■ Wer Ausgaben für die Pflege und Betreuung von Angehörigen übernimmt, kann den Fiskus ebenfalls mit ins Boot holen. Bis zu 4000 Euro werden dafür anerkannt.
■ Ihre jährliche Nebenkosten-Abrechnung sollten Mieter nicht vorschnell entsorgen. Einige Kostenpositionen wie die für Hausmeister, Treppenhausreinigung oder Schornsteinfeger lassen sich nämlich weiterreichen. Um sie dem Amt nachzuweisen, reicht es, die Nebenkosten-Abrechnung mit einzureichen.
■ Kosten für Haushaltshilfen auf Minijob-Basis sind jetzt zu 20 Prozent (vorher: zehn) absetzbar. Dadurch lässt sich die Steuerschuld um maximal 510 Euro reduzieren.
■ Auch Beiträge zur Riester-Rente lassen sich in der Steuererklärung ansetzen. Ist die dadurch entstehende Erstattung höher als die ursprünglich vom Staat gezahlte Riester-Zulage, wird die Differenz gutgeschrieben.
■ Auch Spenden mindern die Steuerschuld. Bei Zuwendungen bis 100 Euro akzeptiert der Fiskus als Nachweis den Bankbeleg.
■ Viele Gesundheitsausgaben, die die Kasse nicht trägt, sind als außergewöhnliche Belastung absetzbar: Zahnersatz, Brille, Kur, Zuzahlungen und sogar die Praxisgebühr. Voraussetzung ist aber, dass alle Ausgaben zusammen bestimmte Zumutbarkeitsgrenzen überschreiten, etwa drei Prozent vom Jahreseinkommen für eine vierköpfige Familie.
■ Ausgaben für Steuer-Ratgeber, Steuer-Software oder Beiträge an Lohnsteuerhilfevereine werden bis 100 Euro voll als Werbungskosten anerkannt. Hat man dafür mehr ausgegeben, hat man alternativ auch die Möglichkeit, die Hälfte des tatsächlichen Aufwands abzusetzen.

Hier gibt's Steuer-Tipps zum Sparpreis

Wer sich mit seiner Steuererklärung schwertut, muss nicht gleich einen teuren Steuerberater engagieren. Drei günstige Alternativen:

Lohnsteuerhilfe-Vereine unterhalten in jeder größeren Stadt Beratungsstellen. Sie fertigen nicht nur die eigentliche Steuererklärung an, sondern prüfen den späteren Bescheid auch auf Richtigkeit und legen notfalls Einspruch ein. Mitglieder zahlen eine Jahresgebühr, die oft sozial gestaffelt ist und sich zum Beispiel beim Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (www.nvl.de) zwischen 40 und 230 Euro bewegt. Weitere Vereine: www.bdl-online.de, www.lohi.de, www.vlh.de.
Steuersoftware Wer sich selbst an den Zahlensalat wagt, kann spezielle PC-Programme nutzen. Stiftung Warentest hat in diesem Jahr zwar keine bewertet, beim letzten Test siegte aber die "Steuer-Spar- Erklärung" der Akademischen Arbeitsgemeinschaft. Das aktuelle, gleichnamige Nachfolgeprodukt kostet 39,95 Euro.
Internet-Ratgeber Erstklassige Steuertipps und Ausfüllhilfen liefert das Internetportal Steuerrat24.de. Kostenpunkt: 29 Euro/Jahr.

Autor: Max Geissler