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Die besten Steuer-Spartipps für Ihre Steuererklärung.

Verschenken Sie nicht bares Geld! Diese 10 Profi-Tipps helfen, Ihre nächste Steuererklärung klug auszufüllen. - Foto © picture-alliance/ ZB

Zehn Profi-Tipps

Die besten Steuer-Spartipps

Die Klage ist so beliebt wie falsch: Um von Steuerschlupflöchern zu profitieren, müsse man schon zu den oberen Zehntausend gehören. "Das ist kompletter Unsinn", sagen zwei erfahrene Steuerprofis, die exklusiv in HÖRZU den Gegenbeweis antreten. Hier nennen Tobias Gerauer von der Lohnsteuerhilfe Bayern e. V. aus München und Torsten Hahn von steuertipps.de aus Mannheim ihre besten Ratschläge für Rentner, Eltern, behinderte Menschen, Mieter, Eigentümer, Arbeitnehmer und Sparer.

1. Geld zurück für Sparer
Seit Einführung der Abgeltungssteuer 2009 werden Kursgewinne und andere Kapitalerträge akribisch erfasst. Abgeführt wird die Steuer mit dem Einheitssatz von 25 Prozent direkt von der Bank oder der Versicherung, bei der man Kunde ist. Was die wenigsten wissen: Liegt der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent, wie bei vielen Rentnern und verheirateten Alleinverdienern, wird die Differenz erstattet. Dafür im Steuerformular, Anlage KAP, in Zeile 4 eine "1" eintragen. Dann prüft das Amt Ihre Ansprüche.

2. Kinder, Kinder
Kosten für die Betreuung von Kindern, die älter als sechs sind, kann man bislang nur steuerlich absetzen, wenn beide Eltern arbeiten. Tun sie das nicht, geht das nur in Sonderfällen. Ab 2012 aber gilt: Egal ob nur ein Elternteil berufstätig ist oder beide arbeiten, bis zum 14. Geburtstag des Kindes sind Betreuungskosten dann generell absetzbar.

3. Der Reisekosten-Tipp
Menschen mit Behinderung, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, haben ein Privileg: "Statt der üblichen Entfernungspauschale dürfen sie die höhere Reisekostenpauschale ansetzen“, so Hahn. Bedingung: Sie haben einen Grad der Behinderung von mindestens 70 bzw. 50 und zusätzlich das Merkzeichen "G" oder "aG" (Anlage N, Seite 2).

4. Umbauen & Renovieren
Auch den behindertengerechten Umbau von Wohnung oder Haus unterstützt das Finanzamt, egal ob Sie Mieter oder Eigentümer sind. Ebenso die Umrüstung des Autos. Absetzbar sind solche Aufwendungen als "außergewöhnliche Belastung" (Mantelbogen, Zeilen 68 bis 70). "Davon zieht das Finanzamt aber noch eine Art Selbstbeteiligung ab: die zumutbare Belastung", erklärt Hahn. Je nach Einzelfall beträgt sie zwischen einem und sieben Prozent der Gesamteinkünfte, die im zugrunde liegenden Jahr erzielt wurden.

5. Umziehen lohnt sich
Kosten für den Umzug sind häufiger absetzbar, als viele denken. Dies ist etwa der Fall, wenn sich die tägliche Fahrzeit zur Arbeit (hin und zurück) um mindestens eine Stunde reduziert. Anerkannt als Werbungskosten werden dann etwa die Rechnung der Umzugsfirma, doppelte Mietzahlungen oder Maklergebühren (Anlage N). Tipp: Auch an privat veranlassten Umzügen beteiligt sich das Finanzamt: Kosten für die Umzugsfirma sind dann als haushaltsnahe Dienstleistung absetzbar (Mantelbogen, Seite 3, Zeile 76).

6. Vorteil für Rentner
Wie Arbeitnehmern steht auch Rentnern ein Werbungskostenpauschbetrag zu. Allerdings sind es in ihrem Fall nur 102 Euro. Berücksichtigt wird dieser automatisch, muss also nicht extra beantragt werden. "Entstehen aber höhere Aufwendungen, etwa um Ansprüche gegen die Rentenkasse durchzusetzen, lohnt der Nachweis der tatsächlichen Kosten", so Gerauer. Die sind dann in voller Höhe absetzbar (Anlage R, Zeile 50).

7. Kindergeld-Retter
Wenn volljährige Kinder mehr als 8004 Euro im Jahr verdienen, entfällt bislang der Anspruch der Eltern auf Kindergeld und den Kinderfreibetrag. Das ändert sich: Vom Jahr 2012 an spielt die Höhe von Verdienst oder Zuverdienst keine Rolle mehr, solange der Sprössling noch in der (ersten) Ausbildung steckt bzw. studiert und maximal 25 ist. Die oft komplizierte Prüfung des Kindeseinkommens fällt dann glücklicherweise weg.

8. Großes Trostpflaster
Wer Kinder finanziell unterstützt, die älter als 25 sind, erhält zwar kein Kindergeld mehr, kann die Unterstützungsleistung aber als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abziehen. Pro Jahr und Kind maximal 8004 Euro. Übernehmen die Eltern auch den Beitrag für Kranken- und Pflegeversicherung, kommt der obendrauf. Um das Trostpflaster geltend zu machen, die Anlage Unterhalt ausfüllen.

9. Geförderter Schutz
Beiträge für eine Unfall- und Rechtsschutzversicherung sind absetzbar. "Das gilt zumindest dann, wenn berufliche Risiken mit abgedeckt sind", sagt Gerauer. Bei einer Unfallversicherung werden dann pauschal 50 Prozent der Beitragszahlung anerkannt. Beim Rechtsschutz gibt es dagegen keinen einheitlichen Satz, er muss individuell vom Versicherer bescheinigt werden. Eingetragen werden die Beiträge hier: Anlage N, ab Zeile 47.

10. Mehr Dezember-Gehalt
Rückwirkend zum 1. Januar 2011 steigt für Arbeitnehmer die Werbungskostenpauschale von 920 auf 1000 Euro. Beim Lohnabzug durch die Firma wurde der Vorteil bislang nicht berücksichtigt. Trotzdem profitieren davon auch alle, die keine Steuererklärung abgeben: Verrechnet wird das Plus bereits mit dem jetzigen Dezembergehalt. Maximal 36 Euro werden mehr ausgezahlt.

Autor: Stefan Vogt