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Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um alle Versicherungen zu überprüfen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um alle Versicherungen zu überprüfen. Oft bringt ein Wechsel mehrere Hundert Euro Ersparnis. / Foto: © picture alliance/chromorange

Von Haftpflicht bis Hausrat

Welche Versicherung brauche ich wirklich?

Ende November läuft die Frist für den Wechsel der Kfz-Haftpflicht aus: Bis dahin muss eine Kündigung beim bisherigen Versicherer eingegangen sein. Manche Autobesitzer wechseln sogar konsequent jedes Jahr zum günstigsten Anbieter. Diesmal ist das Sparpotenzial so groß wie noch nie: "Die Differenz zwischen dem günstigsten und teuersten Tarif beträgt bei Vielfahrern teilweise 900 Euro, bei jungen Familien immerhin noch rund 300 Euro im Jahr", sagt Daniel Engelbarts, Chefredakteur des Internetdienstes sparwelt.de. Der Grund: 2013 werden neue Typklassen eingeführt.

Engelbarts sagt dazu: "Die große Klassen-Lotterie. Fast die Hälfte aller Fahrzeuge landet in einer neuen Beitragsklasse. Denn erstmals spielen bei der Einstufung auch das Alter des Versicherungsnehmers und das Alter des jüngsten Fahrzeugnutzers eine Rolle. Auch die Zulassungsregion ist jetzt entscheidend für den Versicherungsbeitrag."

Die neuen Typklassen richten sich nach den Schadens- und Unfallbilanzen jedes zugelassenen Automodells und den Unfallzahlen im jeweiligen Zulassungsbezirk. Auch die Unisextarife, die Angleichung der Policen für Frauen und Männer, ziehen Umwälzungen nach sich. Den bequemsten Vergleich ermöglichen Internetportale wie check24.de, transparo.de, financescout24.de und der Bund der Versicherten (www.bundderversicherten.de/kfzversicherung).

Man sollte laut Engelbarts unbedingt mehrere Portale befragen: "Auch die großen Vergleichsplattformen sind nicht unabhängig, denn sie blenden einen beträchtlichen Teil der mehr als 100 Anbieter aus – zugunsten derjenigen, von denen sie Provisionen erhalten."

Auch wer seinem Autoversicherer treu bleiben will, kann aktiv werden: "Verbraucher sollten ganz direkt nach einem Treuebonus fragen. Oder sich ihren aktuellen Beitrag nach dem Tarif für Neukunden berechnen lassen, die oftmals weniger zahlen."

Wer jetzt schon den Ordner mit den Versicherungsunterlagen in der Hand hält, sollte die Gelegenheit nutzen und seinen kompletten Versicherungsschutz überprüfen. Das gilt natürlich auch für alle, die kein Auto haben. Ein unbedingtes Muss für den privaten Schutz sind gerade mal drei bis vier Policen. Je nach individuellem Lebensstil können weitere sinnvoll werden: Für Vielreisende empfiehlt sich beispielsweise ein Auslandskrankenschutz, für Hausbesitzer eine Wohngebäudepolice oder eine Öltankhaftpflicht, für Pferde- und Hundehalter einespezielle Tierhaftpflicht.

Doch es gibt auch etliche überflüssige Verträge, die nur den Gesellschaften nützen. Tipp zum Auflösen der Verträge: Generell gilt immer dann ein Sonderkündigungsrecht, wenn der Beitrag steigt, nicht aber der Leistungsumfang. Die Kündigung tritt zu dem Zeitpunkt in Kraft, an dem die höhere Prämie fällig wäre. Im Folgenden stellen wir Vor- und Nachteile der vier populärsten Policen vor:

Private Haftpflicht

Wer keine Haftpflichtversicherung hat, gefährdet die eigene Existenz! Sie leistet nicht nur Ersatz für die berühmte Vase des Nachbarn, die man versehentlich umgestoßen hat, sondern sie zahlt auch bei "Horrorunfällen": Verursacht man beispielsweise als Fußgänger oder Radfahrer einen Unfall, durch den ein anderer zum Pflegefall wird, leistet sie dem Geschädigten lebenslange Zahlungen. Außerdem ist sie eine der günstigsten Versicherungen: Für eine Jahresprämie unter 100 Euro bekommt man mehrere Millionen Euro Versicherungssumme! Unverheiratete Auszubildende sind übrigens noch über die Eltern mitversichert.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Ihr Sinn und Zweck: Fällt der Verdienst plötzlich weg, springt die Versicherung in die Bresche. Arbeitnehmer, die nach dem 1. Januar 1961 geboren wurden, erhalten keine staatliche Berufsunfähigkeitsrente mehr, sondern nur noch eine Erwerbsminderungsrente von maximal 32 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Der Lebensstandard muss also deutlich heruntergeschraubt werden. Weil die meisten Fälle von Berufsunfähigkeit durch Krankheiten verursacht werden, ist eine Unfallversicherung keine Alternative! Je niedriger das Eintrittsalter, desto günstiger sind die Prämien in der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Außerdem können schon kleinere Leiden und Vorerkrankungen zu einer Ablehnung des Versicherungsantrags oder höheren Prämien führen. Achtung: Bei Verträgen, die nach dem 21. Dezember 2012 abgeschlossen werden, darf bei der Beitragshöhe nicht mehr zwischen Männern und Frauen unterschieden werden – für Männer wird’s teurer. Darüber hinaus raten Verbraucherorganisationen wie die Stiftung Warentest zu Kinderinvaliditätsversicherungen, obwohl die Police relativ teuer ist. Sie zahlt bei schweren Behinderungen durch Krankheiten oder Unfälle (die übrigens nur 0,45 Prozent aller Fälle ausmachen).

Risikolebensversicherung

Wer Vorsorge dafür treffen will, dass beim Tod eines Elternteils (oder beider Eltern) genug Geld für die Ausbildung der Kinder da ist, sollte diese Police abschließen. Sie ist deutlich sinnvoller als eine Ausbildungsversicherung. Die Risikolebenspolice zahlt Hinterbliebenen eine feste, im Voraus vereinbarte Summe: Üblich und sinnvoll sind mehrere Hunderttausend Euro. Die Summe fließt jedoch nur im Todesfall – anders als bei der Kapitallebensversicherung. Da diese einen Sparvertrag beinhaltet, ist sie auch erheblich teurer. Wegen hoher Verwaltungskosten und niedriger Rendite urteilen Verbraucherschützer deshalb meist: "wenig sinnvoll".

Hausratversicherung

Für alle, die sich mit Gebrauchtmöbeln oder Regalen aus schwedischen Möbelhäusern die erste Wohnung einrichten, ist sie überflüssig. Sinn macht sie aber, wenn Schäden am Hausrat durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel oder Einbruch in die Tausende gehen und existenzbedrohend sein können. Die Versicherungssumme sollte dem Neuwert entsprechen und regelmäßig angepasst werden. Sonst kann es passieren, dass nur ein Teil des Schadens ersetzt wird.


KÜNDIGEN & SPAREN! Diese Policen braucht keiner

Sachversicherungen sind jeweils zum Ende des Versicherungsjahres kündbar. Trat der Vertrag etwa zum 1. März in Kraft, kann man jährlich zu diesem Termin aussteigen.

Glasbruch: Es gibt nur sehr wenige Situationen, in denen diese Versicherung greift – und selbst dann ist die Schadenssumme in der Regel überschaubar.

Reisegepäck: Sie kennt zu viele Ausschlüsse: Wer das Gepäck nur einen Moment aus den Augen lässt, geht leer aus.

Insassenunfall: Meist tritt die Kfz-Haftpflicht ein, außerdem bekommt man fürs gleiche Geld eine Unfallversicherung, die bei Unfällen aller Art gilt.

Sterbegeld: Der Bund der Versicherten spricht von "Geldvernichtung" und einer "katastrophalen Rendite". Auch Ausbildungsversicherungen sind anderen Sparformen unterlegen.

Fahrrad: Nur bei sehr teuren Rädern sinnvoll – auch da gelten viele Ausschlüsse.

Garantieverlängerungen: Treten erst nach zwei Jahren (Ablauf der gesetzlichen Gewährleistung) in Kraft, ersetzen dann nur den Zeitwert, viele Ausnahmen.

Autor: Thomas Röbke