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Nicht immer hält die Zufriedenheit der Bankkunden nach der Beratung auch an.

Nicht immer hält die Zufriedenheit der Bankkunden nach der Beratung auch an. Besser ist es, gewisse Dinge vorab zu hinterfragen. - Foto: © Getty Images / Thomas Lohnes

Die Tricks der Banken

Tagesgeld, Festgeld und Sparpläne

Bis zu 100 Prozent Bonus! Stufenzins! Extra-Zins!! Topzins!!! Die Versprechen der Banken klingen verheißungsvoll. Doch was genau steckt hinter den Werbesprüchen und Worthülsen? Für Laien ist das kaum zu verstehen.

Beispiel: Ein Kunde möchte 15 Jahre lang 50 Euro pro Monat sparen. Seine Bank bietet ihm einen Sparplan an, der "attraktiv verzinst" wird: variabel und abhängig vom Marktzinssatz. Obendrauf, so verspricht die Bank, kämen noch "jährlich steigende Bonuszahlungen auf die Sparleistung des abgelaufenen Vertragsjahres". Es folgt eine Liste mit steigenden Bonus-Prozentsätzen. Im 15. Jahr sollen es sogar 35 Prozent sein.

Lassen Sie sich nicht blenden!

Das klingt gut. Tatsächlich fehlt aber eine entscheidende Information: Wie hoch ist das angesparte Kapital einschließlich Zins und Boni nach Ablauf der 15 Jahre? "Geldinstitute sind bei Produkten wie dem Sparplan nicht verpflichtet, einen Effektivzins zu nennen. Deshalb sollte man vor Vertragsabschluss eine exakte Aufstellung anfordern, mit allen Zinsen, Boni und durchschnittlicher Rendite pro Jahr", rät Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main.

Wer die Sparplan-Konditionen von Banken vergleichen möchte, kann dies am einfachsten übers Internet tun: Unter fmh.de bietet Herbst entsprechende Vergleichslisten kostenlos an. Dort erfährt man: Der beschriebene 15-jährige Sparplan bringt voraussichtlich einen Ertrag an Zinsen und Boni in Höhe von 1663,39 Euro. Das entspricht einer jährlichen Durchschnittsrendite von 2,21 Prozent. Allerdings: Bei einer anderen großen Bank hätte derselbe Sparbetrag in15 Jahren eine Rendite von 2,25 Prozent ergeben, also etwas mehr. Zahlt man dagegen nur zehn Jahre ein, siegt Bank 1: Hier wären es dann 1,56 Prozent, bei Bank 2 nur 1,5.

Ebenso intensiv sollten Kunden die Verträge für Festgeld prüfen – vor allem, wenn diese mit Zinsstaffelungen locken. Herbst empfiehlt darüber hinaus, bei Festgeldanlagen auch ausländische Angebote zu beachten. In Europa bieten viele Banken höhere Zinssätze als die deutschen. "Manche Kunden befürchten, ausländische Banken seien unsicher. Aber das stimmt nicht", so Herbst. "Entscheidend ist: Wer haftet, wenn die Bank pleitegeht?" Beispiel Renault Bank: "Hier steht der französische Staat – also eine seriöse Institution – mit 100.000 Euro pro Person gerade."

Tagesgeld: Manche Banken versprechen höhere Zinsen für neue Verträge, der Zinssatz gilt aber nur begrenzt. Beispiel IngDiba: 1,5 Prozent Zinsen gibt es für ein Guthaben von bis zu 100.000 Euro. Dieser Satz ist jedoch nur für vier Monate ab Kontoeröffnung garantiert (Stand: 28.10.13).

Festgeld: Je nach Anlagesumme und Vertragsdauer belaufen sich die jährlichen Zinsen zurzeit auf etwa ein bis zwei Prozent. Achtung: Rechtzeitig vor Ende der Laufzeit muss man der Bank mitteilen, was mit dem Geld weiter geschehen soll. Andernfalls können die Geldhäuser den Vertrag eigenständig verlängern.

Sparplan: Zusätzlich zum garantierten Zins versprechen Banken oft Boni oder Prämien, die kompliziert zu berechnen sind. Deshalb bleiben Angebote kaum vergleichbar, und Kunden wissen nicht, welche Rendite zu erwarten ist. Tipp: Vergleichen Sie Angebote online (unter fmh.de/ansparplan). Oder lassen Sie sich die voraussichtliche Rendite von mehreren Banken berechnen

Autor: Nele-Marie Brüdgam