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Die Dauerkrise am Finanzmarkt lässt unser Erspartes schrumpfen.

Dauerkrise am Finanzmarkt: Prof. Otte und andere Profis geben 22 Geldtipps für vorsichtige, fortgeschrittene und auch wagemutige Sparer. - Foto © picture alliance / ZB

Plus: Mehr Geld im Alter

Die 22 besten Tipps für Ihr Geld

Der Euro in der Krise, die Zinsen ganz unten – wie legt man nun sein Geld an? HÖRZU hat Ideen für jeden Spartyp.

Wovon soll ich im Alter eigentlich leben? Eine Frage, die fast jeden beschäftigt. Ja, natürlich wird es die gesetzliche Rente später noch geben – sie wird aber so niedrig sein, dass sich der heutige Lebensstandard damit nicht halten lässt. Gegen diese Lücke haben wir jahrelang brav angespart, doch das Ergebnis ist oft zum Heulen: Was auf dem Papier noch nach einem guten Geschäft aussah, schrumpft die Dauerkrise am Finanzmarkt klitzeklein.

"Geldanlage ist Chefsache, also Ihre", sagt Prof. Max Otte vom Institut für Vermögensentwicklung. Eindringlich fordert er, sich selber darum zu kümmern, statt vertrauensselig einfach andere machen zu lasssen. Wie die Geldanlage gelingen kann, hat HÖRZU für Sie recherchiert: Prof. Otte und andere Profis geben 22 Geldtipps für vorsichtige, fortgeschrittene und auch wagemutige Sparer.


Anlagetipps für Vorsichtige

1. Sparbuch
"Wer sein Volk liebt, nimmt ihm die Sparbücher weg", warb die Dresdner Bank 1999. Angesichts des damals grassierenden Börsenfiebers riet sie ganz normalen Kunden, ihr Geld lieber in Fonds "umzutauschen". Heute wären Millionen froh, wenn das Fieber sie nicht erfasst hätte. An Verlusten, aber auch Erfahrungen reicher, wissen sie ihr Sparbuch wieder zu schätzen. Aktuell verzinst sich der Klassiker im Schnitt mit nur 0,28 Prozent. Das reicht nicht, um die derzeitige Inflationsrate von 1,2 Prozent auszugleichen. Mit Sparbüchern, die in Zins-Rankings ganz vorne stehen, gelingt das aber sehr wohl: "Spitze" in diesem Sinne ist mit 1,75 Prozent die Bank 11 aus Neuss mit dem "Sparbriefkonto Total Flex". Es ist aber ein reines Internetkonto. Bei den Filialbanken liegt die Targobank, die früher Citibank hieß, mit dem "Doppelzins-Sparen" und 0,8 Prozent vorn. Gezahlt werden die aber nur, wenn das Guthaben innerhalb eines Jahres um mindestens 600 Euro wächst. Sonst sind es 0,4 Prozent.

2. Tagesgeld
Auch die Zinsen für Tagesgeld sind in den letzten Wochen rapide gefallen. Gerade mal 0,87 Prozent werfen diese Konten im Schnitt noch ab. Einer der größten Vorteile von Tagesgeld: Das Geld kann jederzeit in voller Höhe abgehoben werden. Beim Sparbuch sind dagegen im Monat nur maximal 2000 Euro verfügbar, wenn nicht drei Monate im Voraus gekündigt oder Strafzinsen akzeptiert werden. Top-Anbieter für Tagesgeld mit 1,66 Prozent ist die Ikano Bank aus Wiesbaden. Sie gehört der Ikea-Gründerfamilie Kamprad und nimmt nur Online-Kunden. Wer die Telefon-Hotline anruft, fühlt sich sofort wie bei Ikea: Man wird geduzt. "Das gehört bei uns zur Firmenphilosophie", sagt eine Mitarbeiterin.

3. Festgeld
Bei Festgeldern ist der Zinssatz bis zum Ende der Laufzeit garantiert. Eine plötzliche Absenkung wie bei Sparbüchern und Tagesgeld-Konten ist damit unmöglich. Spitzenreiter bei Festgeldern mit zwölfmonatiger Bindung ist die AutoBank aus Österreich, die hierzulande ebenfalls aktiv ist. Der Zinssatz aktuell: 1,87 Prozent. Auch Laufzeiten von 6, 24, 36 und 48 Monaten bietet die Bank an.

4. Wohneigentum
Deutschland erlebt derzeit einen Bauboom fast wie nach dem Krieg. Grund ist die Euro-Krise, die viele nach einem Stück Sicherheit suchen lässt. Zu Recht! Wer es sich leisten kann, sollte den Traum jetzt verwirklichen.

5. Offene Immobilienfonds
Sie schätzen Sachwerte, wollen sich aber nicht an eine Immobilie binden? Dann sind Immobilienfonds das Richtige. Sie investieren in Bürohäuser, Einkaufszentren und andere Großprojekte. Im Gegensatz zu Wohnimmobilien sind deren Preise bislang kaum durch die Euro-Krise gestiegen. Achtung: Wer in so einen Fonds einsteigt, sollte dies vor dem 21. Juli tun. Nur dann kann man noch jedes Halbjahr bis zu 30.000 Euro aus dem Fonds abheben. Wer den Termin verpasst, kommt erst nach zwei Jahren an sein Geld.

6. Baugrundstück
Auch ein Sachwert, um Geld zu "konservieren". Der erworbene Grund kann später verkauft, bebaut oder als bleibender Wert an Kinder oder Enkel vermacht werden.

7. Lebensversicherung
Zu Recht die beliebteste Altersvorsorge. Je nach Anbieter gibt es große Unterschiede bei der Auszahlsumme, so der neue Map-Report: Demnach kann ein 30-jähriger Nichtraucher, der 30 Jahre lang jährlich 1200 Euro einzahlt, beim Spitzenreiter HUK Coburg am Ende mit 77.288 Euro rechnen, während er beim schlechtesten Anbieter nur 51.285 erhält.

8. Sofort-Rente
Wird die Lebensversicherung fällig, fragen sich viele: Wie teile ich das Kapital so auf, dass es bis zum Lebensende reicht? Machbar ist das mit einer Sofort-Rente, die fast jeder Versicherer anbietet. Er wandelt das Geld in eine Rente um, die garantiert bis zum Lebensende gezahlt wird. Wer sehr alt wird, macht so ein gutes Geschäft, weil er mehr bekommt, als er eingezahlt hat. Verstirbt man früh, kommt das restliche Geld anderen zugute.


Anlagetipps für Fortgeschrittene

9. Gold
Mitte April stürzte der Goldpreis ab. Der Auslöser: Die EU hatte Zypern gezwungen, sich an der eigenen Rettung durch Goldverkäufe zu beteiligen. Da das Angebot dadurch stieg, ging der Preis in die Knie. Ihr Allzeithoch erreichte die Feinunze (31,1 Gramm) im September 2011, derzeit liegt sie um 1500 Dollar. "Noch ist die Korrektur nicht vorbei", sagt ein Experte. "Spätestens bei 1200 Dollar schlage ich aber zu und hoffe auf neue Höhenflüge."

10. Aktienfonds Deutschland
Deutschland ist nicht zu bremsen. Kein anderes Land in Europa steht wirtschaftlich so glänzend da wie wir. Deshalb eilt der DAX von Rekord zu Rekord. Mit Fonds, die in DAX-Aktien investieren, kann jeder mitverdienen.

11. Aktie von Samsung
Die Revolution frisst ihre Kinder. Während die Apple-Aktie seit September rund 40 Prozent an Wert verloren hat, geht es für Samsung weiter steil bergauf. "Mach es nach, aber mach es besser", lautet das Motto der Koreaner. Mit dem neuen Smartphone Galaxy S4, das seit Ende April verkauft wird, ist es ihnen gelungen, sagen einige Experten.

12. Big Data
Alle zwei Tage produziert die Menschheit so viele Daten wie im gesamten Jahr 2003: Videos, Zahlenkolonnen oder GPS-Signale. Big-Data-Firmen sammeln, sortieren und analysieren diese. Deren Kunden erfahren so etwa, was im Internet gekauft wird und sich deshalb zu produzieren lohnt. Führend sind Data-Firmen aus den USA: Cisco, EMC und Intel.

13. Aktie von Sky Deutschland
Deutsche Fußballclubs sind derzeit spitze. Weil viele Champions-League-Spiele jedoch nur bei Sky zu sehen sind, abonnieren immer mehr den Bezahlsender. Obwohl dessen Aktie seit einem Jahr bereits um 175 Prozent gestiegen ist, sehen Experten noch weiteres Aufwärtspotenzial.

14. Aktien aus Japan
Jahrzehntelang rollten Sparer nur die Augen, wenn von Japan die Rede war. Ein hoffnungsloser Fall, gefangen in Stagnation. Doch seit November ist alles anders: Um 50 Prozent hat die Börse seitdem zugelegt. Jetzt wollen alle dabei sein und pumpen Milliarden nach Japan. Wie lange die Sache gut geht, ist fraglich. Deshalb Kurse genau im Auge behalten.

15. Aktie von Abercrombie
Das Internet gräbt Einzelhändlern das Wasser ab? Nicht allen! Das beweist der US-Modekonzern Abercrombie auch hierzulande. Vor den Läden stehen Jugendliche Schlange, um etwa für ein Sweatshirt 100 Euro zahlen zu dürfen. Auch die Marke Hollister, ebenfalls schwer angesagt, gehört zum Konzern.


Anlagetipps für Wagemutige

16. Börsentrend: 3-D-Drucker
Heiße Branche, deren revolutionäre Kraft jüngst US-Präsident Obama beschwor. 3-D-Drucken bedeutet, dass Produkte wie Lampen oder Schuhe am Computer entworfen und dann sofort "ausgedruckt" werden können. Dafür sorgen "Druckgeräte", die den Entwurf dann Schicht für Schicht dreidimensional aufbauen. Tätig in diesem Bereich sind kleine und mittelgroße Firmen, deren Aktienkurse sehr stark schwanken. Gebündelt sind mehrere Papiere in einem Zertifikat der Schweizer Bank UBS, dem "Index Solactive 3D Printing" (Börsen-ISIN: DEOOOSLA3DP9).

17. Dim-Sum-Anleihen
Um sich Geld zu borgen, geben viele Firmen Anleihen aus. Für die Abnahme dieser Wertpapiere zahlen sie dem Geldgeber Zinsen. So ist es auch bei Dim-Sum-Anleihen, nur dass es chinesische Firmen sind, die nicht Euro leihen, sondern Renminbi. Für Ausländer ist Chinas Währung hochattraktiv: Wertet sie weiter auf, kassieren sie für ihre Anleihen neben Zinsen auch Wechselkursgewinne.

18. Aktien aus Schwellenländern
Benannt nach ihren Anfangsbuchstaben, sind Brasilien, Russland, Indien und China auch als BRIC-Staaten bekannt. Doch seit fünf Jahren treten die dortigen Börsen auf der Stelle, weshalb neue Länder "entdeckt wurden", die Next Eleven (unter anderem Türkei, Indonesien, Philippinen). Gemeinsames Merkmal: Dort leben viele konsumhungrige junge Menschen. Und es geht an den Börsen aufwärts: in den letzten fünf Jahren um 60 Prozent.

19. Aktie von Harley-Davidson
Keine fünf Jahre ist es her, da drohte dem "Easy Rider"-Konzern das Aus. Grund: Die Finanzkrise setzte der Kundschaft zu. 2012 dann das Comeback: Knapp eine viertel Million der kultigen Chrom-Chopper verließ die Werkshallen in Milwaukee. Gleichzeitig kletterte der Aktienkurs um ein Fünftel. Auch für 2013 heißt es an der Börse freie Fahrt.

20. Aktie von RTL
Wer wird Aktionär? Seit 30. April ist die Aktie der RTL Group auch an der Frankfurter Börse notiert. Insgesamt gehören ihr 53 TV- und 28 Radio-Sender in neun Ländern. Trotzdem ist Deutschland mit einem Umsatzanteil von 35 Prozent das wichtigste. Obwohl RTL hier aktuell mit Quotenproblemen kämpft, hält ein Börsenanalyst von der Deutschen Bank die Aktie für unterbewertet. Sein Kursziel: 70 Euro statt der gegenwärtigen 57.

21. Luxusuhren
Sind als Sachwert derzeit ein Renner. Doch Vorsicht: Nur wenige werden wertvoll. Meist dauert es zehn bis 15 Jahre, bis der Wert den gezahlten Kaufpreis erreicht, denn: Juweliere kalkulieren mit hohen Handelsspannen von bis zu 100 Prozent. Tipp: Günstiger sind Luxusuhren im Pfandhaus, bei Versteigerungen oder im Internet (z. B. www.chrono24.de).

22. Aktie: Hellenic Telecoms
Eine Aktie mit 100 Prozent Luft nach oben? Genau das trauen Experten der Hellenic Telecoms zu. Die Firma ist griechisch und das Pendant zu unserer Telekom. In Griechenland sind verrückte Kurssprünge derzeit keine Seltenheit: Wegen des drohenden Staatsbankrotts flüchtete Kapital aus dem Land, sodass Aktienkurse ins Bodenlose fielen. Mutige kehren jetzt zurück: So gewann die Aktie von Thessaloniki Port Authority während der letzten zwölf Monate bereits 100 Prozent, Mytilineos Holdings sogar über 130 Prozent.


Anti-Euro-Partei AfD im Check

Was passiert, wenn der Euro wirklich abgeschafft würde?

Um den Euro zu retten, wurden bereits Milliarden an Steuergeldern ausgegeben. Trotzdem ist ein Ende der Krise nicht absehbar. Eine neue Partei, die nur ein Wahlziel verfolgt, kommt jetzt mit einem radikalen Lösungsvorschlag: Die "Alternative für Deutschland" (AfD) will den Euro abschaffen. "Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der D-Mark darf kein Tabu sein", sagt AfD-Chef Konrad Adam.

Je nach Umfrage unterstützen zwei bis fünf Prozent der Wähler seine Partei. Aber was passiert, wenn Adams Pläne in die Tat umgesetzt werden würden?
Exporte: 40 Prozent unserer Ausfuhren gehen in andere Euro-Länder. Schlagartig würden sie teurer. Der Grund: Die neue D-Mark würde gegenüber anderen Währungen um 15 bis 20 Prozent aufwerten. Weil die teuren Waren sich dann weniger Leute leisten können, bricht der Außenhandel ein.
Jobs: Neun Millionen hängen direkt oder indirekt am Export. Durch den Absatzeinbruch wäre ein Teil davon bedroht.
Import: Deutsche Firmen kauften 2012 für 909 Milliarden Euro im Ausland, etwa Textilien und Öl. Durch die Aufwertung wären sie billiger zu haben.
Urlaub: Auch der würde angesichts der "harten" D-Mark billiger. Um bis zu 17 Prozent, so Experten.
Schulden: Kredite, die ans Ausland vergeben wurden, wären durch die Aufwertung weniger wert. Rückzahlwährung bleibt schließlich der "schwache" Euro.
Rettungsschirm: Den würde Deutschland wohl verlassen. Die Folge: Krisenstaaten gehen dann pleite.

Autor: Stefan Vogt