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Sofortrente, Fondsrente oder Bankrente? Welche Rentenart die sinnvollste ist.

Einfach mehr Rente mit Sofortrente, Fondsrente oder Bankrente. Bild: © picture alliance/chromorange

Einfach mehr Rente

Geldanlagen: Sofortrente, Fondsrente, Bankrente

Wird die Lebensversicherung ausgezahlt, sollte man das Geld neu anlegen. Als Fondsplan, Bank- oder Sofortrente? Was für wen sinnvoll ist.

Endlich ist es geschafft: Die Lebensversicherung wird ausgezahlt. Oft kommt da ein ganz schöner Batzen zusammen. "Hat man in den letzten 30 Jahren jeden Monat 100 Euro eingezahlt, kann man jetzt mit einer Summe von 100.000 Euro rechnen", sagt Dennis Missfeldt, unabhängiger Finanzberater aus Hamburg.

Doch wie legt man das Geld sinnvoll an, um sich später ein wenig Luxus gönnen zu können? Eine Wohnung kaufen und dann vermieten? Bringt nur Ärger, wenn der Mieter nicht zahlt. Auf Gold setzen? Auch nicht gut, weil Gold keine regelmäßigen Erträge wie Zinsen abwirft und stark im Wert schwankt.

"Im Prinzip sind nur zwei Möglichkeiten zu empfehlen", so Missfeldt. "Entweder man legt den Betrag bei einer Versicherung an und erhält dann ad hoc monatlich eine Sofortrente. Oder man setzt auf den Entnahmeplan bei einer Fondsgesellschaft oder einer Bank."

Die Sofortrente bietet größtmögliche Sicherheit

Zu Recht am beliebtesten ist die Sofortrente. Sie hat den Vorteil, dass bis zum Lebensende gezahlt wird, egal wie alt man wird. Das schützt vor Altersarmut und gibt größtmögliche Sicherheit. "Wer das braucht, findet keine Alternative", meint auch Stiftung Warentest.

Im Grunde handelt es sich bei der Sofortrente um eine Wette auf ein langes Leben. Stirbt man früher, fällt das restliche Kapital in den Topf der Versichertengemeinschaft, ist für die eigenen Erben also futsch. Partner und Kinder gehen leer aus. Um den Verlust abzumildern, kann eine Garantiezeit vereinbart werden. Bis zu deren Ablauf wird dann an Hinterbliebene weitergezahlt. Sogar die Rückgewähr von Beiträgen wird auf Wunsch zugesagt. Angehörigen wird dann das Restkapital überwiesen.

Freilich hat beides seinen Preis. Missfeldt: "Bei einer Garantiezeit von 20 Jahren muss man sich mit etwa zehn Prozent weniger Rente begnügen." Wie hoch die Rente ausfällt, hängt von zwei wichtigen Faktoren ab: dem Garantiezins und dem Überschussanteil, also dem Betrag, den die Versicherer über den Garantiezins hinaus gutschreiben. Letzterer ist staatlich festgelegt.

Wer bis Jahresende eine Sofortrente unterschreibt, profitiert noch vom jetzigen Satz in Höhe von 2,25 Prozent. Bei Neuverträgen ab 2012 sind es dagegen nur noch 1,75 Prozent.

Missfeldts Tipp: unbedingt mehrere Angebote einholen, denn man ist nicht an die Gesellschaft gebunden, bei der bislang die Lebensversicherung lief. Wichtig: Die angegebene Rentenhöhe enthält auch den prognostizierten Überschuss. Der aber kann bei schlechter Wirtschaftsentwicklung zusammenschrumpfen oder ganz wegfallen, sodass nur der garantierte Teil ausgezahlt wird. "Das wären dann bis 20 Prozent weniger als ursprünglich angegeben", sagt Missfeldt.

Zu beachten sind auch happige Abschlusskosten von oft fünf Prozent. Bei einer 100.000-Euro-Anlage "verlöre" man so ganze 5000 Euro. Tipp: Deutlich günstiger sind in dieser Hinsicht Anbieter ohne Außendienst wie beispielsweise Ergo Direkt oder Hannoversche Leben.

Fondsrente als Alternative

Als Alternative zur Sofortrente bietet sich der Entnahmeplan einer Fondsgesellschaft an. Investiert wird hierbei in einen oder mehrere Fonds, je nach Risikobereitschaft mit stärkerem Aktien- oder Rentenanteil.

Bei der Variante ohne Kapitalverzehr bleibt der Anlagebetrag erhalten, nur die jeweiligen Erträge werden entnommen. Mit Kapitalverzehr reduziert sich die Summe dagegen stetig und ist irgendwann aufgebraucht. "Der Vorteil eines Entnahmeplans besteht darin, dass ich von den Chancen des Kapitalsmarkt profitiere", sagt Missfeldt.

Doch Vorsicht: Wie bei allen Börsenengagements existiert ein Kursrisiko. Nur Geld, auf das Sie im Zweifel verzichten können, darf so angelegt werden. Für viele läuft es deshalb auf einen Mix hinaus: Eine Sofortrente sichert den Grundbedarf, die Fondsrente reinen Luxus.

Eine Variante der Fondsrente ist die Bankrente. Hierbei wird das Geld bei einem Kreditinstitut eingezahlt, das es dann mit Zins und Zinseszins auszahlt. Vorteil: Die Rente ist sicher, unterliegt keinem Kursrisiko. Nachteil: Das Geld kann vor dem Ableben verbraucht sein. Falls nicht, können sich die Erben freuen: Genau wie bei der Fondsrente gehört ihnen dann das Restkapital.

Autor: Wolfram Tauscher