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Renten auf Fondsbasis - für wen sich Fonds im Alter lohnen

Renditemäßig überlegen: Renten auf Fondsbasis ; Bild: © picture-alliance / beyond/beyond foto

Auch im Alter erste Wahl

Für wen sich Fonds im Alter lohnen

Dass sich mit Investmentfonds ein Vermögen aufbauen lässt, weiß jeder. Doch ist es dann beisammen, wollen die meisten von Fonds nichts mehr wissen. Lieber vertrauen sie ihr Sparkapital dann Versicherungsgesellschaften an, die es in eine feste, monatliche Sofort-Rente umwandeln. Schließlich wird die bis zum Lebensende gezahlt, egal ob man 85 oder 102 wird. Auch Fondsgesellschaften bieten solche Produkte an, allerdings ohne "Methusalem-Garantie". Hier kann das Geld also irgendwann aufgebraucht sein. Zugegebenermaßen kein schöner Gedanke.

Trotzdem kann es sinnvoll sein, auch im Alter auf Fonds zu setzen. "Selbst Leute, die sich gefühlsmäßig dagegen sträuben, sollten den Gedanken nicht voreilig verwerfen", sagt Susanne Meunier, Altersvorsorge-Expertin bei Stiftung Warentest ("Finanztest"). Wie bei allen Börsenengagements gelte jedoch: Nur Geld, auf das man später im Zweifel verzichten kann, darf so investiert werden. Wird es dagegen gebraucht, um den Grundbedarf zu sichern, rät sie zu herkömmlichen Sofort-Renten. "Die sind wegen der lebenslangen Garantie dann eindeutig besser."

Renten auf Fondsbasis

Wie sich Renten auf Fondsbasis in der Vergangenheit geschlagen haben, hat Meunier untersucht. Das Ergebnis überrascht selbst Skeptiker: Wird das Kapital so entnommen, dass es nach zehn Jahren aufgezehrt ist, entstanden nur in einem von vier untersuchten Fällen Verluste. Entnahmepläne, die 20 Jahre liefen, erzielten sogar durchweg positive Renditen: "Im schlechtesten Fall waren es jährlich zehn Prozent, im besten sogar 20", sagt Susanne Meunier. Zum Vergleich: Herkömmliche Sofort-Renten kamen im Schnitt nur auf fünf Prozent. Ob Fonds auch in Zukunft besser abschneiden, steht zwar in den Sternen. "Die Zahlen zeigen jedoch, dass übertriebene Ängste vor einer Fondslösung ungerechtfertigt sind", sagt die Expertin.

Wer sich dafür entscheidet, muss zunächst klären, über welchen Zeitraum das Geld aufgezehrt werden soll. "Dabei würde ich nicht mit meiner gefühlten Lebenserwartung kalkulieren, sondern fragen, wie lange mir die Fonds-Rente wirklich nützt", sagt Antonio Sommese, Finanzcoach aus Mainz. "Vielleicht bin ich mit 80 gesundheitlich so eingeschränkt, dass ich nicht mehr verreisen kann und dann weniger Geld brauche."

Sinnvoll ist es auch, in guten Zeiten an der Börse mehr Geld zu entnehmen als in schlechten. Auf diese Weise springt mehr heraus als bei durchweg konstanten Entnahmen. Denkbar ist auch, nur zu entnehmen, was der Fonds an Erträgen erwirtschaftet – so bleibt das Ursprungskapital erhalten. Auch ein Fondswechsel ist jederzeit möglich. "Drohen etwa Gewinne, die mein Aktienfonds angehäuft hat, verloren zu gehen, kann ich sofort umsatteln, z. B. in einen risikoarmen Rentenfonds", sagt Sommese.

Fonds können vererbt werden

Verändert werden kann der Auszahlbetrag einer Fonds-Rente beliebig oft. Auch Einmalbeträge sind abrufbar. So können auch Rentner auf die Schnelle größere Summen mobilisieren. Mit Sofort-Renten geht das nicht: Nur Auszahlungen, die gleich bleiben oder leicht ansteigen, können vereinbart werden. Auch vererbt werden können Sofort-Renten kaum: Wer früh verstirbt, subventioniert andere, die länger leben, so das Prinzip. Anders bei Fonds-Renten: Hier wird Kapital, das am Ende übrig ist, in voller Höhe an die Erben ausgezahlt.

Bleibt die Frage, welche Art von Fonds für Entnahmepläne infrage kommen. Meunier rät zu Aktienfonds. Interessant sind aber auch Zielfonds, die in einem vorab festgelegten Jahr (z. B. 2030) auslaufen. Je näher der Termin rückt, desto sicherheitsorientierter legt dieser an. Dadurch wird aus einem anfänglich chancenreichen Aktienfonds ganz allmählich und automatisch ein beruhigend sicherer Rentenfonds.

Autor: Stefan Vogt