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Viele Senioren, die privat vorgesorgt haben, können ihren Ruhestand genießen.

Viele Senioren, die privat vorgesorgt haben, können ihren Ruhestand sorgenfrei genießen. / Foto: © picture alliance/Denkou Images

Altersarmut erfolgreich abwenden

Arme Rentner, reiche Rentner: die große Kluft

Droht uns eine neue Altersarmut? Oder geht es den Rentnern von heute besser denn je – und womöglich besser, als es Senioren je wieder gehen wird? Nicht zum ersten Mal diskutiert Deutschland über Rentner und die Rente, aber nur selten war die Einkommensschere zwischen Reich und Arm so weit geöffnet wie heute. 849 Euro bekommt ein Rentner zwar im Schnitt jeden Monat vom Staat (Stand: 1. Juli 2012), immerhin mehr als sechs Prozent erhalten sogar zwischen 1600 und 1800 Euro. Aber: Mehr als 25 Prozent müssen mit weniger als 200 Euro auskommen. Viel zu wenig, um davon leben zu können.

Doch es geht um mehr als nur die Rente: HÖRZU berichtete über eine aktuelle Studie des renommierten Allensbach-Instituts für Demoskopie, wonach einem deutschen Rentner im Schnitt tatsächlich 1560 Euro pro Monat zur Verfügung stehen. Paare kommen laut dieser Umfrage unter mehr als 4000 Deutschen zwischen 65 und 85 Jahren sogar auf 2480 Euro.

Das Ruhegeld allein reicht nicht

Zahlen, die vielen unserer Leser keine Ruhe ließen: "Mein letzter Verdienst vor Eintritt in den Ruhestand war 2002 mit jährlich 36.000 Euro nicht gerade ein Niedriglohn. Und trotzdem beläuft sich meine Rente nach 40 Jahren Vollzeit auf gerade mal 998,79 Euro netto", schreibt Heinz Fried in einem Brief an die Redaktion. Und Waltraud Eckert aus Sachsen ergänzt: "Ich kenne in meinem Bekanntenkreis niemanden, der annähernd solche Renten bezieht."

Dass viele Ältere jeden Monat über mehr Geld verfügen, als ihnen die Rentenkasse überweist, verdanken sie ihrer privaten Vorsorge: Zusatzrenten beispielsweise, Zinsen auf ihr Erspartes, manchmal kommen auch noch Einnahmen aus vermieteten Immobilien hinzu. Denn dass die Rente nicht reichen wird, hat sich schon vor Jahrzehnten herumgesprochen – wer es sich leisten konnte, hat auf andere Weise für den Ruhestand vorgesorgt.

Altersarmut

Problem Altersarmut: Viele Senioren müssen jeden Cent zweimal umdrehen. / Foto: © dpa

"Bei mehr als acht Prozent aller älteren Paare und 2,5 Prozent der Alleinstehenden liegt das Einkommen sogar über 4000 Euro im Monat", so Studienleiter Oliver Bruttel vom Allensbach-Institut. Und wer sich keine private Vorsorge leisten konnte? Muss trotz lebenslanger Arbeit im Alter den Gürtel enger schnallen. Bruttel: "Knapp zwanzig Prozent der ledigen Rentner leben von weniger als 1000 Euro im Monat." Und das bei steigenden Mieten, Strompreisen, Energiekosten.

Um die Rente zumindest ein wenig aufzubessern, kann sich ein Antrag auf Grundsicherung lohnen. Immer mehr Senioren verdienen sich auch durch einen Job etwas dazu. Wer über 65 ist, darf das in unbegrenzter Höhe, bei Vorruheständlern werden bis zu 450 Euro im Monat nicht auf die Rente angerechnet. Vorsicht: Das zusätzliche Einkommen muss gemeinsam mit dem Ruhegeld versteuert werden, dadurch kann sich der Steuersatz erhöhen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat allerdings bekräftigt, dass noch vor der nächsten Bundestagswahl neue Regelungen beschlossen werden sollen – etwa zu höheren Grenzen für den Zuverdienst.

Altersarmut abwenden

Um die Altersarmut zu bekämpfen, sind weitere Maßnahmen geplant – vor allem, um Rentnern, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben, ein Einkommen deutlich über dem Niveau von Hartz IV zu garantieren. "Wir reden darüber, wie wir das gewünschte Ergebnis einer Erhöhung hinbekommen können", so Unionspolitiker Volker Kauder jüngst in einem Zeitungsinterview. Auch die drohende Altersarmut vieler Frauen, die wegen der Erziehung der Kinder nicht in die Sozialversicherung eingezahlt haben, soll durch eine bessere Grundsicherung abgewendet werden. Aber: Konkrete Zahlen zu all diesen Vorhaben gibt es bislang nicht.

Wem bis zum Ruhestand noch Zeit bleibt, der sollte deshalb so bald wie möglich über weitere Möglichkeiten der Vorsorge nachdenken. Mit der Riester-Rente gibt es eine für die meisten lohnende Möglichkeit, fürs Alter vorzusorgen. Vor allem Familien können mit hohen staatlichen Zuschüssen rechnen – allein pro Kind sind 300 Euro möglich. Und: Gerade wer heute wenig verdient, profitiert besonders von Riester-Verträgen.

Autor: SV, MF