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Trickbetrüger werden immer dreister, um an Ihr Geld zu kommen.

Trickbetrüger werden immer dreister, um an Ihr Geld zu kommen. - Foto © www.piqs.de / Knipsermann, CC

Vorsicht, Falle!

Schutz vor neuen dreisten Betrugsmethoden

Tatort Hamburg. Nachmittags um 16 Uhr läutet es an der Wohnungstür von Friedrich Kluge. Der 65-Jährige Ex-Lehrer erwartet niemanden – und schaut durch den Spion. Vor seiner Tür steht die Polizei. Doch Kluge ist auf der Hut. Er öffnet die Tür mit Sperrbügel – und lässt sich den Ausweis zeigen. "Gut, dass Sie so vorsichtig sind", loben die Beamten den umsichtigen Senior. "Gerade treiben Einbrecher ihr Unwesen in Ihrer Nachbarschaft! Deshalb sind wir gekommen, um ein neues Sicherheitsschloss in Ihre Tür einzubauen!" Erleichtert stimmt Kluge zu. Anschließend erhält er zwei Schlüssel. Was er nicht ahnt: Einen dritten Schlüssel behalten die vermeintlichen Kripo-Beamten. Am nächsten Tag stehlen sie Friedrich Kluges Ersparnisse, die der Senior aus Angst vor der Finanzkrise in der Wohnung aufbewahrte, und bereichern sich um 40.000 Euro. Einer von vielen neuen Tricks:

Wasser-Trick
Vorsicht, wenn vermeintliche Mitarbeiter der Bauaufsichtsbehörde vor Ihrer Tür stehen und behaupten, die Hausverwaltung schicke sie, um die Wohnung auf Schimmel zu untersuchen. Schimmel ist ein Ekelthema, das Mieter von Alt- und Neubauwohnungen ängstigt. Deshalb fallen derzeit immer mehr Menschen auf diese dreiste Masche herein. Sind die Trickbetrüger erst mal in der Wohnung, wenden sie den Wasser-Trick an: Sie besprühen die Ecke eines Zimmers mit Wasser und bitten die Bewohner, den Fleck zu beobachten, während sie weitere Räume begutachten. Am Ende fehlen dann Geld und Schmuck – obendrein ist die Wohnung nass.

Lautsprecher-Trick
Geldautomaten sprechen nicht! Weder in Deutschland noch im Ausland. Wer das beherzigt, kann sein Konto vor der Plünderung durch Trickbetrüger schützen. Ihre Masche: Nachdem Sie die Geheimnummer Ihrer EC-Karte am Automaten eingegeben haben, ertönt die Warnung "Nummer ungültig! Bitte sofort in die Bank kommen". Sind Sie in der Filiale, plündern die Gangster Ihr Konto. Ähnlich gemein: Betrüger manipulieren den Geldschlitz am Automaten – es kommen keine Scheine heraus. Vermeintliche Bankangestellte schicken Sie nach Hause, versprechen, sich zu kümmern – und nehmen die von Ihnen abgehobene Summe an sich.

Renten-Trick
Die Rentenversicherung warnt: Immer mehr Trickbetrüger geben sich am Telefon oder an der Haustür als Mitarbeiter der Rentenprüfung aus, die wegen "Problemen mit der Rentenanpassung" Ihr Konto prüfen sollen. Tatsächlich wollen sie nur Ihre Bankdaten in Erfahrung bringen und Ihr Konto leer räumen. Deshalb: im Zweifelsfall bei der Deutschen Rentenversicherung nachfragen (DRV, Telefon: 0800/10 00 48 00). Eine weitere Falle: "Mitarbeiter" einer Institution überbringen an der Haustür die "frohe Botschaft", ein Guthaben von z. B. 50 Euro auszahlen zu können. Überreicht wird ein falscher 200-Euro-Schein – mit der Bitte um Wechselgeld. Geht man darauf ein, sind 150 Euro weg!

Schlitz-Trick
Die Geheimnummer am Geldautomaten stets verdeckt eingeben – diese Regel kennt inzwischen jeder. Doch statt ihren Opfern heimlich über die Schulter zu schauen, spähen kluge Betrüger inzwischen aus dem Automaten heraus die Bankdaten ihrer Opfer aus.
Trick 1: Sie installieren dort Lesegeräte, die den Magnetstreifen der Karte ausspionieren.
Trick 2: Sie tauschen die komplette Zahlentastatur gegen eine Attrappe. Anschließend werden die ergatterten Daten per Funk an Betrüger übermittelt, die ein perfektes Duplikat Ihrer Karte herstellen.

Telefon-Trick
Teure Vorwahlnummern: Wer meidet sie nicht? Doch was, wenn die Hotlines verschleiert werden? Immer mehr Betrüger bringen ihre Opfer dazu, teure Nummern anzuwählen. Ihr Trick: Sie melden sich telefonisch auf eine Kleinanzeige, die das jeweilige Opfer geschaltet hat, unterbrechen das Gespräch plötzlich unter einem Vorwand und bitten um Rückruf – unter einer teuren Nummer. Wer unüberlegt darauf eingeht, wird dann mit unzähligen Fragen minutenlang hingehalten und zahlt zuletzt eine bittere Rechnung. Jeder Betroffene sollte sich sofort an die Verbraucherzentrale wenden.

Gegen diese fünf fiesen Tricks gibt es nämlich wirksamen Schutz. Kriminalrat Ewald Weber, am Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) Experte in puncto Prävention, rät zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:
➊ Vergewissern Sie sich vor dem Öffnen der Tür, wer zu Ihnen will: Schauen Sie durch den Weitwinkel-Spion der Tür oder aus dem Fenster, benutzen Sie die Sprechanlage. Öffnen Sie nur mit vorgelegtem Sperrbügel.
➋ Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen den Dienstausweis, prüfen Sie ihn bei gutem Licht, eventuell mit Lesebrille. Rufen Sie im Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Lassen Sie dabei Ihre Tür versperrt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus.
➌ Übergeben Sie nie Geld an Personen, die Sie nicht kennen.
➍ Lassen Sie sich am Telefon keine Namen oder anderen Informationen über Angehörige, Freunde oder Bekannte entlocken.
➎ Informieren Sie die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt. Notrufnummer: 110.

Autor: Mike Powelz