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Erben-Ermittler spüren die rechtmäßigen Besitzer großer Vermögen auf.

Unerwarteter Luxus: Mancher Erbe wird über Nacht zum Millionär. / Foto © www.piqs.de / Fotograf: DeCalle, CC (Some rights are reserved.)

Mit Erben-Ermittler Henning Schröder

Erben gesucht!

Kein Testament da? Und wem gehören dann Haus und Vermögen? Immer mehr Profi-Ermittler fahnden nach Erben. Vielleicht sind Sie einer.

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben einen Palmenstrand auf Upolu geerbt, der Hauptinsel West-Samoas. Mit 42.000 Quadratmeter großen Ländereien!“ Rentnerin Emmy Kreuzer aus Aschheim bei München konnte kaum glauben, was ihr die Stimme am Telefon erzählte. Doch es war weder Schabernack noch Trickbetrug, sondern der Beginn eines modernen Märchens: Kreuzers Großvater mütterlicherseits hatte als 20-Jähriger eine Kakao-Plantage auf Upolu gekauft und war damit reich geworden. Nach seinem Tod suchten Erben-Ermittler in West-Samoa seine Nachfahren – und stießen nach langen Recherchen auf Emmy Kreuzer. Die alte Dame packte ihre Koffe und flog in den Südpazifik. Plötzlich und unerwartet gehörte ihr ein Stück Paradies.

Morgens arm, abends reich – das ist kein Einzelfall. Immer mehr Deutsche werden unverhofft zu Millionären. Sie erben prall gefüllte Bankkonten, Grundstücke oder Häuser, die sonst dem Staat zufallen würden – etwa, wenn eine unbekannte Tante ohne Testament stirbt. Doch um den Besitz zu bekommen, bedarf es der Hilfe von sogenannten Erben-Ermittlern. Henning Schröder aus Gummersbach ist so ein Profi. "Wir suchen Erben – im Inland und im Ausland", erklärt er. Seine Auftraggeber sind Nachlasspfleger. Zudem studiert er die Meldungen im "Bundesanzeiger", in dem wöchentlich ungeklärte Nachlässe veröffentlicht werden. Ist Schröder, der inzwischen 16 Rechercheure beschäftigt, erfolgreich, belohnen ihn die meisten Erben freiwillig mit einer Provision. Schließlich hätten sie ohne ihn nichts von ihrem Glück geahnt. Trotzdem arbeitet er auf eigenes Risiko: Ob ein rechtmäßiger Besitzer seine Detektivarbeit belohnt, lässt sich nie vorhersagen.

Doch man kann auch ohne einen Profi aktiv werden: Wer glaubt, auf den Nachlass entfernter Verwandter hoffen zu können, sollte regelmäßig das Kleingedruckte im "Bundesanzeiger" studieren (www.bundesanzeiger.de), wo nach Erben gefahndet wird. Die Gesuche lesen sich wie dieses Beispiel vom 22. Februar 2010: "Am 23.5.2009 verstarb in Kassel Irmgard Helene Dorothea Krug, geborene Görken, geb. am 10.9.1919 in Lehe, jetzt Bremerhaven, zuletzt wohnhaft in Kassel. Als gesetzlicher Erbe kommt ihr Onkel Martin Arthur Theodor Renke in Betracht – oder seine Abkömmlinge. Der Nachlasswert: 400.000 Euro" Meldet sich keiner, fällt Krugs Erbe an den Fiskus. Es gibt allerdings die Möglichkeit einer Rückübertragung.

Selbst bei einigen weltbekannten Kunstwerken sind die Besitzverhältnisse ungeklärt: Auf der Internetseite www.lostart.de (Verlorene Kunst) wird nach Eigentümern berühmter Gemälde wie etwa Carl Spitzwegs "Die Schatzgräber" gesucht. Meist handelt es sich um Raub- oder Beutekunst und enteignete Werke aus dem Zweiten Weltkrieg – und laut Experten um Werte bis zu 300 Millionen Euro.

Autor: Mike Powelz