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Viele Anleger suchen Zuflucht in vermögenssichernden Fonds.

Viele Anleger suchen Zuflucht in vermögenssichernden Fonds. Doch ein Restrisiko bleibt. / Foto: © picture alliance / dpa Themendienst

Tipps zur Vermögenssicherung

VV-Fonds gegen die Eurokrise

Es ist jedes Mal das gleiche Spielchen: Kaum kommt eine Branche an der Börse groß heraus, legen Fondsgesellschaften den passenden Fonds dazu auf: Unzählige Sparer investieren dann plötzlich in Solar-, Biotechnologie- oder Technologiefonds. Doch das böse Erwachen folgt spätestens, wenn der Höhenflug vorbei ist und die Kurse wieder auf Normalniveau sinken.

"Warum", fragen sich viele Anleger dann verzweifelt, "schichtet der Fondsmanager mein Geld nicht einfach um? Und zwar in Branchen, die aktuell gefragt sind und gute Gewinne machen." Antwort: weil er das gar nicht darf. Denn Solarfonds dürfen nur in Solaraktien investieren, Biotechnologiefonds nur in Biotechnologieaktien und die anderen Branchenfonds nur in die Papiere ihrer jeweiligen Branche.

"Um solch ein Dilemma zu vermeiden, bieten die Fondsgesellschaften seit einiger Zeit vermehrt neue Konzepte zur Vermögensverwaltung an", sagt Sasa Perovic von der Ratingagentur Scope. "Diese sogenannten VV-Fonds, also vermögensverwaltenden Fonds, erlauben es dem Manager, weitgehend frei zu entscheiden, wo er seine Kundengelder am besten anlegen will."

Die Zyklen in den Finanzmärkten werden kürzer

Besondere Kennzeichen dieser Fonds sind, dass sie in mindestens drei Anlageklassen investieren, den Kapitalerhalt innerhalb eines klar definierten Zeitraums anstreben, vor allem aber den maximalen Verlust begrenzen. Läuft es etwa bei Aktien nicht gut, kann der Fondsmanager deren Anteil im Portfolio reduzieren und verstärkt zum Beispiel in Zinsanlagen, Rohstoffe oder Immobilien umschichten.

"Man musste einfach auf die veränderten Gegebenheiten an den Finanzmärkten reagieren", erläutert Markus Temme von der Fondsgesellschaft Union Investment. "Früher gab es in den Märkten viel längere Zyklen entweder mit steigenden oder fallenden Kursen, auf die man sich einstellen konnte. Seit einigen Jahren aber sind die Zyklen viel kürzer geworden und mit stärkeren Kursschwankungen verbunden."

Derzeit kann der Anleger bereits unter mehreren Hundert vermögensverwaltenden Fonds wählen. Meist bietet die Fondsgesellschaft verschiedene Varianten an, die sich im Risiko unterscheiden. Dabei gibt es unterschiedliche Strategien, wie die Kundengelder investiert werden: Einige Manager picken sich hoffnungsvolle Einzelwerte heraus – etwa jene der Fonds "DWS Sachwerte" und "Fidelity Multi Asset Strategic Defence".

Eine andere Gruppe investiert nur in Fonds – etwa die Manager der Reihe "Deka Struktur: 5". Ihre Produkte gehören somit zu den Dachfonds. Dazu Experte Perovic: "Dachfonds haben den Vorteil, dass sie das Risiko breiter streuen und in möglichst erfolgreiche Fonds anderer Manager investieren."

Die dritte Gruppe mixt beide Strategien, wählt Einzelwerte und Fonds – etwa mehrere Angebote von Allianz Global Investors.

Eigebaute Verlustbremse bei Fonds

Eine Garantie für Werterhalt oder gar steigende Kurse ist das freilich nicht. Einige wenige Fonds bauen deshalb eine kurzfristige Verlustbremse ein. So wird beim "Privatfonds: Konsequent" von Union Investment angestrebt, dass der Wert des Fonds innerhalb von zwölf Monaten nicht mehr als drei Prozent verliert, beim "Privatfonds: Konsequent pro" nicht mehr als zehn Prozent. "Das klingt verlockend", sagt Perovic, "doch eine Garantie gibt es auch dafür nicht." Immerhin: Vom Start im Herbst 2010 bis Ende Juli 2011 ist diese Strategie aufgegangen. Ob sie allerdings über den angestrebten Anlagehorizont von fünf beziehungsweise sechs Jahren Bestand hat, müssen die Fondsmanager erst noch beweisen.

Viele andere Fonds haben diesen Nachweis bereits in den letzten drei Jahren angetreten. Die Finanzkrise nach der Lehman-Pleite war ein Extremtest für solche Produkte. Denn Anspruch eines VV-Fonds ist es ja gerade, auch in turbulenten Marktphasen den Kapitalerhalt zu schaffen. "Knapp vier Fünftel der defensiven VV-Fonds haben das hinbekommen, immerhin ein Fünftel aber nicht", registriert Analyst Sasa Perovic. "Die Qualität des Managements spielt damit eine noch wichtigere Rolle als bei anderen aktiv gemanagten Produkten."

Autor: Wolfram Tauscher