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Vermögenswirksame Leistungen: Höchste Rendite mit VL-Fonds

Wer vermögenswirksame Leistungen in Aktienfonds steckt, kann sich über die höchste Rendite freuen; Bild: © picture alliance / Arco Images GmbH

Höchste Rendite mit VL-Fonds

Vermögenswirksame Leistungen

Gehört hat wohl jeder schon mal von vermögenswirksamen Leistungen (VL). Laut einer aktuellen Umfrage nutzen aber nur 15 Prozent aller Arbeitnehmer dieses Angebot – obwohl 90 Prozent darauf Anspruch hätten. "Doch wer verzichtet, verschenkt bares Geld", sagt Marion Weitemeier, Anlage-Expertin von Stiftung Warentest.

VL sind nämlich echte finanzielle "Geschenke", die Firmen ihren Mitarbeitern machen. Ohne Gegenleistung, einfach so. Umso unverständlicher ist für Weitemeier die hohe Quote der Abstinenzler. "Es gibt nur eine Hürde: Das Geld muss angefordert werden, kommt also nicht von alleine."

Dazu genügen ein Gang zur Bank oder ein paar Klicks im Internet. Lediglich die Durchschrift, die Sie dann erhalten, muss noch in der Personalabteilung abgegeben werden. Damit der Chef weiß, wohin er das Geld künftig überweisen soll. Danach fließen sie regelmäßig, die vermögenswirksamen Leistungen.

Ob und wie viel die Firma monatlich zahlt, regeln Tarif- oder Arbeitsverträge. Bei Banken und Versicherungen sind es zum Beispiel 40 Euro, in der westdeutschen Stahlindustrie 26,59 Euro. Beamte werden dagegen klein gehalten: Ihnen gibt der Staat nur 6,65 Euro.

"Bar ausgezahlt werden können VL nicht; sie müssen in einen Sparvertrag fließen", so Weitemeier. Eingezahlt wird exakt sechs Jahre. Danach schließt sich eine "Wartezeit" an, die mit dem folgenden Jahreswechsel aber schon endet. So steht das Geld nach spätestens sieben Jahren zur freien Verfügung. Ob damit dann eine Reise oder die Feier zur Silberhochzeit finanziert werden, bleibt jedem selbst überlassen.

Um VL-Leistungen anzulegen, gibt es sechs gängige Möglichkeiten: Banksparplan, Bausparvertrag, Aktienfonds, betriebliche Altersvorsorge, Lebensversicherung oder Tilgungszuschuss für ein aufgenommenes Baudarlehen.

Höchste Rendite mit VL-Fonds

"Die höchste Rendite versprechen Aktienfonds", sagt Weitemeier. Sie beruft sich dabei auf hauseigene Untersuchungen, die kürzlich in "Finanztest" veröffentlicht wurden. Acht bis zehn Prozent sind demnach mit VL-Fonds im Jahresdurchschnitt realistisch. "Da es sich um Aktien handelt, sind aber auch Verluste möglich", gibt sie zu bedenken.

Welche Fonds sich laut "Finanztest" am besten für VL eignen, zeigt unsere Tabelle unten.

Weiterer Vorteil von VL-Fonds: Man kann sie nach Ablauf der Wartezeit einfach stehen lassen. So laufen weiter Kursgewinne auf. "Besonders nach Schwächephasen an der Börse ist das sinnvoll", sagt Frank Bock vom Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) in Frankfurt am Main. Aber nicht nur dann: Auch eine private Altersvorsorge lässt sich so auf Firmenkosten aufbauen. Dazu werden VL-Verträge nahtlos aneinandergekoppelt und dann bis zur Rente nicht angerührt: Ist der erste voll, folgt ein zweiter, ein dritter, und so weiter.

Wie einträglich die "Sparen und Warten"-Strategie sein kann, zeigen Berechnungen des BVI: Angenommen, die Firma zahlt Ihnen 30 Jahre lang monatlich 40 Euro in einen Aktienfonds. Würde der sich wertmäßig so entwickeln, wie Fonds es in den vorigen 30 Jahren im Durchschnitt getan haben (7,4 % Rendite p.a.), könnten Sie sich am Ende über einen Rentenzuschuss von 54.000 Euro freuen.

Dabei ist die Arbeitnehmer-Sparzulage, die der Staat je nach Verdienst zusätzlich drauflegt (Verheiratete: 160 €/Jahr, Alleinstehende: 80), noch nicht berücksichtigt. Rechnet man die hinzu, erzielt ein Verheirateter sogar ein Endkapital von 67.600, ein Alleinstehender von 60.820 Euro. Und das alles ganz ohne eigene Einzahlungen.

Am günstigsten zu beziehen sind VL-Fonds über Vermittler im Internet wie fonds4you.de oder fonds-sparkauf.de. Die verzichten meist auf Kaufgebühren, im Fachchinesisch heißt das: "100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag". Normale Banken verlangen meist Gebühren von fünf Prozent, die sie dann von jeder VL-Rate abzweigen.

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Welche Fonds sich laut "Finanztest" am besten für VL eignen:

Anlageregion Deutschland

Name des Fonds: DWS Deutschland
ISIN: DE0008490962
Durchschnittliche Rendite p.a.*: 10,2%
Jährliche Kosten des Fonds**: 1,40 %

Name des Fonds: Pioneer German Equity
ISIN: DE0009752303
Durchschnittliche Rendite p.a.*: 7,1%
Jährliche Kosten des Fonds**: 1,30 %

Anlageregion Europa

Name des Fonds: Allianz RCM Wachstum Europa A
ISIN: DE0008481821
Durchschnittliche Rendite p.a.*: 7,7%
Jährliche Kosten des Fonds**: 1,79 %

Name des Fonds: Invesco Europa Core Aktien
ISIN: DE0008470337
Durchschnittliche Rendite p.a.*: 4,5%
Jährliche Kosten des Fonds**: 1,34 %

Anlageregion weltweit

Name des Fonds: UniGlobal
ISIN: DE0008491051
Durchschnittliche Rendite p.a.*: 4,3%
Jährliche Kosten des Fonds**: 1,33 %

Name des Fonds: M&G Global Growth – EURO A
ISIN: GB0030938145
Durchschnittliche Rendite p.a.*: k.A.
Jährliche Kosten des Fonds**: 1,93 %

*für die Berechnung unterstellt wurden regelmäßige, monatliche Einzahlungen in den jeweiligen Fonds für zehn volle Jahre: von Anfang 2001 bis Ende 2010
**bezogen auf das durchschnittliche, individuelle Fondsvermögen

Quelle: Stiftung Warentest, Renditeberechnung und Kostenangabe: Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI)

Autor: Stefan Vogt