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Steigende Gewinne mit Schwellenländer-Fonds

Mit Schwellenländer-Fonds klug vorsorgen für die Rente; Bild: © picture alliance/chromorange

Klug vorsorgen für die Rente

Schwellenländer- Fonds

Es ist ja nicht so, dass in Deutschland für Sparer kein Geld zu verdienen wäre. Im Gegenteil: 2010 schoss der Dax um 16 Prozent in die Höhe, 2009 waren es sogar 23. "Während viele Länder Europas die Finanzkrise noch nicht verdaut haben, strotz Deutschland derzeit vor Kraft und Dynamik und erlebt ein zweites Wirtschaftswunder", sagt Simon Nöth von der Ratingagentur Morningstar in München.

Wirtschaftliche Entwicklung der Schwellenländer

Noch schneller abgehakt haben die Wirtschaftskrise einige Schwellenländer. So wächst die Wirtschaft Chinas auch im laufenden Jahr um saftige zehn Prozent. "Ich werde oft gefragt, ob auch Otto Normalsparer davon profitieren kann", sagt Antonio Sommese, Finanzcoach aus Mainz. "Möglich ist das sehr wohl", erwidert er dann, denn die meisten Schwellenländer haben sich ausländischem Kapital schon vor Jahrzehnten geöffnet. Viele sind vom steten Zufluss regelrecht abhängig. Ohne den könnten sie ihr imposantes Wachstum nämlich nicht finanzieren.

Für den Anleger birgt das auch Risiken: Versiegte der Zustrom plötzlich, so wie während der Asienkrise 1997/98, würden die Aktienkurse einbrechen, sich dann aber höchstwahrscheinlich wieder erholen. "Deshalb sollte man sich auf das Abenteuer Schwellenland nur einlassen, wenn man einen langen Atem besitzt und Schwächephasen notfalls aussitzen kann", sagt Simon Nöth.

Ist man sich der Risiken bewusst, bieten sich hier exzellente Chancen. Besonders vier Länder haben es Experten angetan: Brasilien, Russland, Indien und China – nach ihren Anfangsbuchstaben auch BRIC genannt.

"Brasilien ist das Rohstofflager der Welt, reich an Eisen, Nickel und Kupfer. Russland die Zapfsäule für Öl und Gas. Indien mit seinen Computerspezialisten die Denkfabrik. Und China die Werkhalle", sagt Jim O’Neill, Chefvolkswirt der US-Investmentbank Goldman Sachs. Ins Leben gerufen hat er das BRIC-Konzept bereits
2001. Was beweist, dass es keine Eintagsfliege war, die – wie böse Zungen damals behaupteten – nur erdacht wurde, um den Verkauf darauf zugeschnittener Finanzprodukte anzukurbeln.

Was Anleger an den BRIC-Staaten auch heute elektrisiert, sind O’Neills Prognosen: Er erwartet, dass die "Fantastischen Vier" ab 2050 die Industrienationen der G7 überholen werden, also wertmäßig mehr Güter und Dienste produzieren als diese. Das BRIC-Bruttoinlandsprodukt wäre dann größer als das von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA – zusammengerechnet. "Aus westlicher Sicht tut dieses Szenario zwar ein bisschen weh. Es zu ignorieren wäre aber fahrlässig", sagt Finanzcoach Sommese.

Kauf von Schwellenländer-Aktien

Allen, die in Schwellenländern anlegen wollen, bieten sich inzwischen mehrere Möglichkeiten. Auch der Kauf von Aktien gehört dazu, etwa jenen der Firma Lenovo aus China, die wie Konkurrent Dell aus den USA Computer baut.

Tipp: Besorgen können Banken die Aktie nicht nur über die Lenovo-Heimatbörse Hongkong. Gehandelt wird sie auch in Frankfurt, so wie rund 200 weitere Aktien der Volksrepublik. Dem Anleger bringt der Kauf im Inland satte Gebührenvorteile: Teure Auslandsspesen für An- und Verkauf entfallen. Für China-Aktien zahlt man dann genauso viel oder wenig Gebühren wie für deutsche.

Mit Schwellenländer-Fonds klug vorsorgen für die Rente

"Persönlich würde ich nicht alles auf eine Karte bzw. Aktie setzen. Das wäre mir zu riskant", sagt Sommese. Stattdessen rät er zu speziellen Fonds, sogenannten Schwellenländer-Fonds. "Im Management dieser Fonds arbeiten Leute, die tagein, tagaus diese Länder und Firmen beobachten und dann gezielt nur Aktien kaufen, die sie für erfolgversprechend halten", erklärt Sommese. Trotzdem ist nicht jeder Schwellenländerfonds ein Selbstgänger, bringt also nicht automatisch üppige Rendite.

Zudem gibt es nach Angaben des Analysehauses Morningstar allein in Deutschland mehr als 160 Fonds dieser Kategorie. Einen guten zu finden ist also nicht leicht. Fondsanalysten wie Simon Nöth können bei der Auswahl helfen. Anders als Fondsmanager, die Länder oder Aktien bewerten, nimmt er die Fonds selbst unter die Lupe. Welcher erwirtschaftet Mehrwert, wo verstecken sich Nieten?

Exklusiv für HÖRZU hat Nöth ein Ranking der 10 besten Schwellenländer-Fonds erstellt (siehe unten).

Auf Platz eins: ein Produkt der Fondsgesellschaft Aberdeen. Auf die hält Nöth große Stücke: "Keiner kennt sich so gut mit Schwellenländern aus wie das Aberdeen-Team um Devan Kaloo." Geht die Rechnung auf, können sich künftige Senioren entspannt zurücklehnen. Zusätzlich zur gesetzlichen Rente besitzen sie dann ein sattes Geldpolster aus Südamerika und Fernost.

  • Die 10 besten Schwellenländer-Fonds

  • Die Tabelle, erstellt von Fondsanalyst Simon Nöth, zeigt, welche Schwellenländer-Fonds in den letzten drei Jahren die meiste Rendite brachten. Mit dem sogenannten ISIN-Code kann man die Schwellenländer-Fonds bei Banken ordern.

    1. Aberdeen Global Emerging Markets Smaller Companies
    ISIN: LU0278932362
    Wertentwicklung:* + 17,27 %

    2. First State Global Emerging Markets Leaders 3
    ISIN: IE00B0169P41
    Wertentwicklung*: + 11,73 %

    3. First State Global Emerging Markets Leader 1
    ISIN: IE00B0169N27
    Wertentwicklung*: + 10,92 %

    4. J.P. Morgan Emerging Markets Small Cap
    ISIN: LU0318933057
    Wertentwicklung*: + 10,64 %

    5. Aberdeen Global Emerging Markets
    ISIN: LU0132412106
    Wertentwicklung*: + 10,28 %
    Rating-Urteil Morningstar**: exzellent

    6. Schroder ISF Global Emerging Markets Opportunities
    ISIN: LU0279459456
    Wertentwicklung*: + 8,13 %
    Rating-Urteil Morningstar**: gut

    7. Raiffeisen Emerging Markets
    ISIN: AT0000796404
    Wertentwicklung*: + 7,52 %
    Rating-Urteil Morningstar**: standard

    8. Aviva Investors Emerging Markets
    ISIN: LU0300873303
    Wertentwicklung*: + 6,58 %

    9. Banque de Luxembourg Emerging Markets
    ISIN: LU0309191905
    Wertentwicklung*: + 6,08 %

    10. Robeco Active Quant Emerging Equities
    ISIN: LU0329355670
    Wertentwicklung*: + 5,59 %

    *pro Jahr im Durchschnitt, bezogen auf die zurückliegenden 3 Jahre
    **nur angegeben, sofern von Morningstar ein Rating vergeben wurde

    Autor: Stefan Vogt