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Inflation: Viele Sparer fürchten eine schleichende Geldentwertung.

Inflation: Viele Sparer fürchten eine schleichende Geldentwertung. Doch einige Fonds und Staatspapiere sind inflationsresistent. - Foto © picture-alliance / Lars Halbauer

Bundeswertpapiere

Gut geschützt bei Inflation

Viele Sparer fürchten eine schleichende Geldentwertung. Mit diesen Anlagen sichern Sie sich gegen Wertverlust ab.

Aktuelle Inflationsrate 2,4 Prozent

So langsam kann einem angst und bange werden angesichts der aktuellen Inflationsrate: Happige 2,4 Prozent sind es gegenwärtig – höher lag die Rate in den vergangenen 15 Jahren lediglich ein einziges Mal. Zu spüren bekommen wir diesen Anstieg nicht nur im Supermarkt, wo etwa Butter ungefähr 20 Prozent mehr kostet als vor einem Jahr. Auch unser Erspartes verliert an Wert. Frank Bock vom Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) erklärt: "Deutsche Sparer sind auf steigende Inflationsraten nur schlecht vorbereitet. Statt ihre Ersparnisse wirklich anzulegen, lassen sie viel zu viel auf niedrig verzinsten Sparkonten liegen."

Leider hat er damit recht. Um keine Kaufkraft einzubüßen, müsste der Zinssatz eines solchen Kontos nämlich mindestens so hoch sein wie die Inflationsrate, also 2,4 Prozent. Doch die sind nicht in Sicht: Im Schnitt verzinsen sich Sparbücher aktuell mit läppischen 0,61 Prozent. Tagesgeld schneidet mit 1,40 zwar etwas besser ab, aber auch die reichen nicht, um den "Geldräuber“ Inflation zu stoppen. Als Allheilmittel werden häufig Sachwerte empfohlen: Immobilien, Gold, Rohstoffe oder Briefmarken. Doch praxistauglich sind solche Ratschläge selten. "Wer, bitte schön", fragt Bock, "kauft schon mal eben ein Haus?"

Fonds: Linker bieten Sparern einige Vorteile

Was die meisten nicht wissen: Nicht nur Sachwerte schützen vor Inflation, sondern auch bestimmte Finanzprodukte. Dr. Jan Holthusen von der DZ-Bank in Frankfurt erläutert: "Auch einige Staatspapiere der Bundesrepublik Deutschland gehören seit 2006 zu den Anlageformen, die gegen Inflation immun sind.“ Genau wie die bekannten Bundesschatzbriefe werden diese sogenannten Linker über jede Bank oder Sparkasse verkauft. Mit dem Erlös, der dabei erzielt wird, stopft Finanzminister Schäuble dann Löcher im Staatshaushalt. "Linker bieten Sparern den großen Vorteil, dass ihnen der Staat neben Zins und Tilgung auch noch die aktuelle Inflationsrate zahlt", so Holthusen. Egal ob diese also 2,4 oder 5,8 beträgt, sie wird immer ausgeglichen. So behält Geld seine ursprüngliche Kaufkraft.

Ein weiterer Vorzug gegenüber Immobilien: Weil diese Linker jederzeit wieder über die Börse verkauft werden können, bindet man sich keinen Klotz ans Bein. Im Gegenzug für so viel Sicherheit muss der Sparer allerdings eine Kröte schlucken: Alle Linker, die derzeit in Umlauf sind, werfen nur Mini-Renditen ab: Wie die letzte Spalte unserer Tabelle (unten) zeigt, sind es bei der zuerst genannten Bundesobligation aktuell nur 0,13 Prozent. Dabei handelt es sich allerdings um reale Renditen, also echten Zugewinn nach Abzug der Inflationsrate. Würde man die aktuelle Rate von 2,4 Prozent dazurechnen, die ja ausgeglichen wird, käme man so schon auf 2,53.

Festgeld hilft gegen Inflation

Das zeigt: Der auf den ersten Blick renditeschwache Linker hängt Sparbuch und Tagesgeld locker ab. Diese Fonds bieten Schutz Es gibt auch Fonds, die in Linker investieren. Meist kaufen Sie dann nicht nur deutsche, sondern ebenfalls vergleichbare Papiere aus dem Ausland, etwa aus Frankreich oder den USA. Tipp: Länderübergreifend legt etwa der "Inflationsschutz P" von Cominvest oder der "RentenReal" von Deka an.

Gegen Inflation helfen prinzipiell auch Festgelder. "Da diese nicht kündbar sind, muss man allerdings sehr genau überlegen, ob der gebotene Zins während der gesamten Laufzeit Gewinn verspricht", sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. "Bei steigender Inflation passiert es sonst leicht, dass heutige Zinssätze bereits morgen von der Teuerung überholt werden." Sein Tipp: Bank of Scotland. Bei zwölfmonatiger Festlegung zahlt diese aktuell 2,8 Prozent. Vor dem Inflations-Unwetter ist man damit erst mal sicher.

Mit diesen Staatspapieren stoppen Sie die Geldentwertung

Deutschland bietet aktuell vier Bundeswertpapiere an, die gegen Inflation immun sind: Man erhält also Rendite plus einen Ausgleich der aktuellen Inflationsrate. Derzeit beträgt sie 2,4 Prozent.

1. Wertpapiertyp: Bundesobligationen
ISDN: DE0001030518
Laufzeit bis: 15. April 2013
reale Rendite*: 0,13 %

2. Wertpapiertyp: Bundesobligationen
ISDN: DE0001030534
Laufzeit bis: 15. April 2018
reale Rendite*: 0,71 %

3. Wertpapiertyp: Bundesanleihen
ISDN: DE0001030500
Laufzeit bis: 15. April 2016
reale Rendite*: 0,51 %

4. Wertpapiertyp: Bundesanleihen
ISDN: DE0001030526
Laufzeit bis: 15. April 2020
reale Rendite*: 0,84 %

* Hinzu kommt noch der Inflationsausgleich. Die genannte Rendite ergibt sich, wenn das Papier bis Laufzeitende gehalten wird. Quelle: Finanzagentur. Stand: 1.6.2011

Autor: Stefan Vogt