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ETF-Fonds

ETF-Fonds haben einen enormen Kostenvorteil; Bild: © picture-alliance/chromorange

Geheimtipp ETF-Fonds

Geld clever anlegen

Der Dax schoss vergangenes Jahr in die Höhe, doch viele Fonds hielten dabei nicht mit. Tatsächlich belegen Studien, dass es 95 Prozent der Fondsmanager nicht gelingt, über einen längeren Zeitraum mehr Rendite herauszuholen als ihr maßgeblicher Börsenindex. Warum also nicht gleich auf Produkte setzen, die Dax & Co. eins zu eins abbilden? Genau so funktionieren Exchange Traded Funds, kurz ETFs.

"Hier wählt der Fondsmanager keine Aktien aus, die er für vielversprechend hält", erklärt Henning Seeler von der Comdirect Bank in Quickborn. "Er kauft einfach alle, die in einem bestimmten Index vertreten sind, und zwar mit derselben Gewichtung." Dadurch folgt ein ETF-Fonds wertmäßig genau dem Index. "Wer abends den Börsenbericht im 'heute-journal' sieht, weiß so, was seine Fonds am Tag getrieben haben."

Der Kostenvorteil von ETFs

Der größte Vorteil dieser Fonds liegt jedoch anderswo: Sie kosten kaum Gebühren. "Für ETFs, die auf populäre Indizes wie Dax oder Euro Stoxx setzen, werden jährlich nur zwischen 0,08 und 0,40 Prozent des individuellen Fondsvermögens verlangt", sagt Markus Jordan, der Herausgeber des ETF-Magazins "Extra". Selbst in Märkte, die für Anleger schwer zugänglich sind, wie etwa China, Indien, Brasilien oder Russland, lässt sich so bereits für 0,65 Prozent investieren ("Aktien Emerging Markets", siehe Tabelle unten).

Normale Fonds erheben je nach Anbieter und Anlageregion Verwaltungsgebühren von 1,0 bis 2,5 Prozent pro Jahr. Wie wohltuend sich der kleine Unterschied auswirkt, zeigt ein Beispiel: Steckt man 50.000 Euro in einen normalen Aktienfonds, werden daraus in 20 Jahren 114.000 Euro (unterstellte Rendite: 7 Prozent p. a.). ETFs würden dagegen rund 30.000 Euro mehr abwerfen. Keine Kleinigkeit! "ETFs ermöglichen es, zu sehr günstigen Konditionen ein Aktienportfolio aufzubauen", lobt auch Niels Nauhauser aus Stuttgart.

Geheimtipp: ETF-Fonds

Seine Worte sind ein Ritterschlag, denn Nauhauser arbeitet bei der Verbraucherzentrale, ist also schon von Berufs wegen sehr kritisch. Trotzdem empfiehlt er ETFs ausdrücklich. Angeboten werden ETFs hierzulande seit gut zehn Jahren, sind aber noch immer ein Geheimtipp: Jordan: "Weil Banken daran wenig verdienen, sind sie meist nur auf Nachfrage erhältlich."

Größter ETF-"Produzent" in Deutschland ist eine Tochter der US-Finanzfirma BlackRock: iShares aus München. Aber auch deutsche Institute geben ETFs heraus, etwa die Deutsche Bank ("db x-trackers") und die Commerzbank ("ComStage"). Am günstigsten kauft man ETFs über Online-Broker: Die verlangen dafür dieselben Gebühren wie für normale Börsenorders, also oft unter zehn Euro. Zum Vergleich: Wer normale Fonds kauft, zahlt den sogenannten Ausgabeaufschlag – zwischen 2,5 und 6,0 Prozent. Legt man zum Beispiel 5000 Euro an, würden so bis zu 300 Euro "verloren gehen".

ETFs sind sicherer als Zertifikate

Trotz aller Vorzüge: Für alle, die Sicherheit lieben, sind ETFs nicht geeignet. Schließlich kaufen die Fonds Aktien, die letztlich unberechenbar bleiben. Verglichen mit den beliebten (Index-)Zertifikaten sind ETFs jedoch sicherer: Geht ein ETF-Anbieter pleite, sind Einzahlungen bei ihm als Sondervermögen geschützt, also nicht Teil der Konkursmasse. Bei Zertifikaten ist genau das der Fall, wie Zigtausende 2008 zu spüren bekamen, als die US-Bank Lehman Brothers bankrottging.

Verbraucherschützer Nauhauser rät zu ETFs, die Märkte wie Deutschland oder Asien breit abdecken. "Von ETFs auf Branchen-Indizes, wie etwa Solar- oder Nahrungsmittelaktien, halte ich nichts. Zu speziell, zu gefährlich." Comdirekt-Mann Seeler rät, jetzt in ETFs zu investieren: "Aktien sind in den letzten Wochen schön billig geworden – ideal zum Einstieg."

Die beliebtesten ETF-Fonds aus fünf Kategorien

Hier sind die gefragtesten ETFs beim Online-Broker Comdirekt aufgelistet. Jeder ETF trägt eine individuelle Wertpapierkennnummer (WKN). Nennt man diese dem Bankberater oder gibt sie bei Online-Brokern ein, können diese das Papier an der Börse ordern.

1. Aktienkategorie: Aktien Deutschland

Name des ETFs: iShares DAX
WKN: 593393
Jährliche Gebühr: 0,15 %
Weiterentwicklung: + 13,54 %

Name des ETFs: iShares MDAX
WKN: 593392
Jährliche Gebühr: 0,50 %
Weiterentwicklung: + 25,30 %

2. Aktienkategorie: Aktien Europa

Name des ETFs: db x-trackers Stoxx 600
WKN: DBX1A7
Jährliche Gebühr: 0,20 %
Weiterentwicklung: + 7,46 %

Name des ETFs: Lyxor ETF MSCI Europe
WKN: A0JDGC
Jährliche Gebühr: 0,35 %
Weiterentwicklung: + 4,55 %

3. Aktienkategorie: Aktien Global

Name des ETFs: iShares Stoxx Global Select Divid. 100
WKN: A0F5UH
Jährliche Gebühr: 0,47 %
Weiterentwicklung: + 6,74 %

Name des ETFs: db x-trackers MSCI World
WKN: DBX1MW
Jährliche Gebühr: 0,45 %
Weiterentwicklung: + 7,77 %

4. Aktienkategorie: Aktien Emerging Markets

Name des ETFs: iShares MSCI Emerging Markets
WKN: A0HGZT
Jährliche Gebühr: 0,74 %
Weiterentwicklung: + 11,02 %

Name des ETFs: Lyxor ETF MSCI Emerging Markets
WKN: LYX0BX
Jährliche Gebühr: 0,65 %
Weiterentwicklung: + 10,49 %

5. Aktienkategorie: Rentenpapiere Euroland

Name des ETFs: Lyxor ETF EuroMTS Global
WKN: A0B9ED
Jährliche Gebühr: 0,17 %
Weiterentwicklung: – 2,65 %

Name des ETFs: iShares Barc. Cap. Euro Inflation Linked
WKN: A0HG2S
Jährliche Gebühr: 0,25 %
Weiterentwicklung: + 0,44 %

Autor: Stefan Vogt