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Twitter hat den Börsengang noch vor sich.

Das soziale Netzwerk Twitter hat den Börsengang noch vor sich. Privatpersonen, Organisationen, Unternehmen und Massenmedien nutzen Twitter als Plattform zur Verbreitung von kurzen Textnachrichten im Internet. - Foto © picture alliance / maxppp

Vielversprechend

Aktien sozialer Netzwerke

Aktien von Internetfirmen? Das weckt bei vielen Anlegern noch immer Skepsis. Zu gut erinnern sie sich an den sogenannten Neuen Markt, jenes Segment der Frankfurter Börse, in dem um die Jahrtausendwende das große Rad gedreht wurde. Was Firmen, die dort notiert waren, genau taten, verstand kaum einer. Wohl aber, dass sich mit ihnen prächtig Geld verdienen ließ. Anfangs.

Im Frühjahr 2001 brachte die "Bild"-Zeitung die Euphorie auf den Punkt und titelte: "Reich mit Aktien". Wenig später platzte der Traum: Kurse fielen ins Bodenlose, beendeten den deutschen Volksausflug an die Börse. "Seit dem Crash am Neuen Markt wurden Aktien von Internetfirmen lange gemieden“, sagt Analyst Alexander Braun vom Hamburger Research-Haus Montega. Begehrt macht sie jetzt ein neuer Trend. Sein Name: Web 2.0. Angelehnt ist er an Computerprogramme, die mit jeder Generalüberholung (Update) eine neue Versionsnummer erhalten. Zugleich soll er aber auch zeigen, dass die neuen Firmen in einer höheren Liga spielen. Ihr gemeinsames Merkmal: Sie betreiben im Internet Mitmachseiten. Wie etwa Facebook, wo jeder Freunde treffen kann. Oder YouTube, wo man der ganzen Welt eigene Videos zeigt. Oder Twitter, wo Neuigkeiten vermeldet werden. Oder LinkedIn und Xing, wo sich Karrierekontakte knüpfen lassen.

Facebook: schon 50 Milliarden US-Dollar wert

Das letztgenannte Unternehmen mit Sitz in Hamburg ist übrigens die einzige Nicht-US-Firma in dieser Riege. Wie allgegenwärtig solche sozialen Netzwerke mittlerweile sind, zeigt die folgende Zahl: "Ein Drittel der Zeit, die wir im Internet verbringen, geht auf ihr Konto", sagt Heinrich Ey, Telemedien-Experte bei Allianz Global Investors in Frankfurt. Und auch Thomas Dapp, Branchenanalyst bei Deutsche Bank Research, hält soziale Netzwerke für keine Eintagsfliege. "Vor allem Jugendliche und jüngere Erwachsene verbringen damit oft mehrere Stunden pro Tag."

Zwar geben die meisten Netzwerke keine Mitgliederzahlen bekannt. Platzhirsch Facebook soll aber weltweit über 750 Millionen Nutzer haben. "Das sind 50 Prozent mehr Menschen, als in der Europäischen Union leben", so Dapp. Börsennotiert sind von den reinen Netzwerken bislang nur LinkedIn und Xing. YouTube ist indirekt über die Muttergesellschaft Google erhältlich, desgleichen der neue Facebook-Konkurrent Google+.

Twitter hat den Börsengang noch vor sich, ebenso Facebook, das kürzlich auf 50 Milliarden US-Dollar taxiert wurde. Ein immenser Wert, den Allianz-Mann Ey für "durchaus gerechtfertigt" hält: "Weil soziale Netzwerke die Vorlieben ihrer Mitglieder genau kennen, sind sie ein ideales Instrument für Werbetreibende." Andere Einnahmen erzielen sie allerdings kaum, denn meist kann jeder bei ihnen kostenlos Mitglied werden.

Nur LinkedIn und Xing haben erfolgreich Gebühren durchgesetzt. Deshalb ist längst noch nicht ausgemacht, ob soziale Netzwerke auch für Anleger zum Hit werden. Aktienanalyst Braun warnt: "Obwohl ihr Geschäftsmodell schon sehr ausgereift ist, können einige in zwei, drei Jahren sehr wohl offline sein, also weg vom Fenster." Dass Anbietern Mitglieder abhandenkommen, passiert durchaus, wie der Facebook-Konkurrent Myspace erfahren musste. Verliert der Hauptaktionär dann die Geduld und stößt die Firma ab, sieht es auch für die übrigen Aktionäre schnell düster aus. "Weniger riskant als reine Netzwerke sind Google und Amazon", sagt Andreas Wagenhäuser vom Fondsanbieter Deka. "Die besitzen ein profitables Kerngeschäft außerhalb des Web 2.0, streben jetzt aber mit Vollgas in den Boombereich."


Top 10: Fonds, die auch auf soziale Netzwerke setzen

HÖRZU zeigt, mit welchen sogenannten Telemedien-Fonds, die u. a. auch in soziale Netzwerke investieren, Anleger in den letzten drei Jahren am meisten Geld verdienten:

Name des Fonds: Pictet-Digital Communication-P***; Ordernummer*: LU0101692670; Wertentwicklung p. a.**: + 19,25 %
Name des Fonds: KBC Equity Consumer Durables Inc; Ordernummer*: BE0171889059; Wertentwicklung p. a.**: + 15,20 %
Name des Fonds: Allianz RCM Telemedia A; Ordernummer*: DE0008481789; Wertentwicklung p. a.**: + 13,86 %
Name des Fonds: Deka-TeleMedien TF; Ordernummer*: DE0009771923; Wertentwicklung p. a.**: + 11,84 %
Name des Fonds: DWS Telemedia Typ O; Ordernummer*: DE0008474214; Wertentwicklung p. a.**: + 10,86 %
Name des Fonds: ING (L) Invest Telecom P Acc***; Ordernummer*: LU0119217528; Wertentwicklung p. a.**: + 10,68 %
Name des Fonds: BNPP L1 Equity World Telecom C D; Ordernummer*: LU0074280578; Wertentwicklung p. a.**: + 9,83 %
Name des Fonds: Dexia Eqs B World Telecom C Acc; Ordernummer*: BE0172846892; Wertentwicklung p. a.**: + 9,72 %
Name des Fonds: Fidelity Global Telecomms A; Ordernummer*: LU0099575291; Wertentwicklung p. a.**: + 9,65 %
Name des Fonds: UBS (Lux) EF Communication P-acc; Ordernummer*: LU0098993750; Wertentwicklung p. a.**: + 9,44 %

*ISIN **bezogen auf die letzten drei Jahre ***Fondswährung US-Dollar statt Euro
Quelle: Morningstar

Autor: Stefan Vogt