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Tatort Cote d'Azur

Angst ums Baby: Sebastian Bezzel, Eva Mattes und Barnaby Metschurat (v. l.)

"Tatort: Côte d’Azur"

Wer der Mörder ist, will man gar nicht wissen

Im "Tatort: Côte d’Azur" (So., 1.11., 20.15 Uhr, Das Erste) führt der Mord an einer jungen Mutter die Kripo aus Konstanz zu Obdachlosen.

Von wegen CÔte d’Azur. Der Titel des neuen "Tatorts" ist irreführend: Es geht nicht um die sonnenverwöhnte französische Mittelmeerküste, sondern um eine verfallene Baracke in Konstanz, in der Obdachlose in der Vorweihnachtszeit Unterschlupf finden. Besinnlich geht es da jedenfalls nicht zu.

Was passiert im "Tatort: Côte d’Azur"?

Die SMS, die nachts bei der Polizei eingeht, versetzt die Kollegen in Aufregung. "Ich bin tot. Schilf am Ende vom Winterer Steig. Kümmern Sie sich um mein Baby", heißt es darin. Kommissar Perlmann (Sebastian Bezzel) macht sich sofort auf den Weg zum Tatort, um das Opfer zu suchen - und vergisst dabei völlig das Kleinkind.

Die Polizisten finden die Leiche von Vanessa Koch. Als Perlmanns Kollegin Vera Blum (Eva Mattes) verspätet dazustößt, veranlasst sie die Suche nach dem Baby. Völlig unterkühlt wird es im Gebüsch entdeckt. Das Kind schwebt in Lebensgefahr.

Ihre Ermittlungen führen die Fahnder zu Obdachlosen. Vanessa hatte Kontakt mit einer Clique gescheiterter Existenzen, zu der auch Hagen Bötzow (Andreas Lust) gehört, ein ehemaliger Polizist - und alles andere als ein angenehmer Zeitgenosse. Er wurde einst wegen zahlreicher Delikte suspendiert. Doch auch die anderen Mitglieder der Gruppe sind verdächtig.

Was ist das Besondere?

Die Stimmung zwischen Perlmann und Blum war nie schlechter: Während er wenig Empathie für die Obdachlosen aufbringt, zeigt Blume viel Mitgefühl, besonders für die junge Franziska (Friederike Linke). Zitat: "Hätte sie nur ein einziges Mal die richtige Abbiegung genommen im Leben." So ist auch die moralische Aussage des Films: Alle sind Opfer tragischer Lebensumstände, die jeden treffen können.

Wer ist dabei?

Barnaby Metschurat bringt als arroganter, selbstgefälliger und wenig sympathischer Mediziner eine besondere Note ins Spiel. Zur Gruppe der Obdachlosen gehören mit Andreas Lust und Peter Schneider zwei weitere Hochkaräter. Aber gut gemeint ist noch nicht gut gemacht: Auch die erstklassigen Darsteller können den Krimi nicht vor einigen Längen bewahren.

Wertung

Obwohl dieser "Tatort" als Milieustudie ambitioniert ist: Die Moralkeule wird zu kräftig geschwungen, die Polizisten wirken vor Mitgefühl fast gelähmt. Trotz guter Ansätze und starker Schauspieler plätschert der Krimi recht zäh und vorhersehbar dahin. Wer der Mörder ist, will man gar nicht wissen.

Autor: Thomas Kunze