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Wer Wind erntet, saet Sturm Tatort Bremen

Der Umweltaktivist Henrik Paulsen (Helmut Zierl) macht mit einem Videoblog auf
Umweltskandale aufmerksam. - Foto: © Radio Bremen/Jörg Landsberg

Mordfall in Bremen

"Tatort: Wer Wind erntet, sät Sturm"

Hat der Betreiber eines Windparks einen Öko-Aktivisten erschossen? Die Frage wird im "Tatort: Wer Wind erntet, sät Sturm" (So., 14.6., 20.15, Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts und in unserem TV-Programm) beantwortet.

Ein großer Erfolg im hohen Norden: 10,61 Millionen Zuschauer sahen im März die "Tatort"-Episode "Wiederkehr" mit den Kommissaren Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) – so viele wie noch nie bei einem Fall aus Bremen. Damals ging es um ein vermisstes Mädchen, das nach zehn Jahren plötzlich wieder auftauchte. Diesmal erfahren die eingespielten Ermittler, dass Windkraft durchaus eine mörderische Angelegenheit sein kann.

Was passiert?

Erst wird ein Umweltschützer erschossen, dann verschwindet dessen Freund und Mitstreiter Henrik Paulsen (Helmut Zierl) spurlos. Paulsen engagiert sich in seinem Blog sowie mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen gegen den Aufbau von Windkraftanlagen in der Nordsee. Seiner Meinung nach führt die vermeintlich saubere Energie dazu, dass Wale und Vögel verenden. Eine erste Spur führt zu dem Windparkbetreiber Lars Overbeck (Thomas Heinze). Er benötigt dringend einen Kredit von der Bank und kann Negativpresse deshalb überhaupt nicht gebrauchen.

Wer ist dabei?

Thomas Heinze und Helmut Zierl sind die bekanntesten Gesichter und meistern ihre Parts souverän. Von den weiteren Darstellern sticht vor allem Rafael Stachowiak als schräger Hedgefonds-Manager hervor. Stachowiak gehört zum Ensemble des Hamburger Thalia Theaters und war zuletzt im TV-Drama "Nackt unter Wölfen" zu sehen.

Was ist das Besondere?

In Bremen setzt man auf Kontinuität: Schon zum zehnten Mal führt Florian Baxmeyer bei einem "Tatort" aus der Hansestadt Regie. Als einer von drei Drehbuchautoren ist Wilfried Huismann dabei: 2011 wies er mit der viel diskutierten TV-Dokumentation "Der Pakt mit dem Panda - Was uns der WWF verschweigt" auf zweifelhafte Praktiken der weltweit größten Naturschutzorganisation hin. Jetzt nutzt der dreifache Grimme-Preisträger den "Tatort" für eine umweltpolitische Spitze: "Das Problem des massiven Vogelsterbens durch die Windkraftanlagen wird von Naturschützern oft verdrängt, weil sie auf das Thema Klimakatastrophe fixiert sind."

Wertung

Der "Tatort: Wer Wind erntet, sät Sturm" ist ein komplex erzähltes Stück aus dem Bereich Umweltpolitik, das lieb gewonnene Gewissheiten infrage stellt. Die Akteure werden nicht in ein simples Gut-Böse-Schema gepresst, sondern in all ihren Widersprüchlichkeiten gezeigt. Zum Schluss hin vielleicht ein wenig überfrachtet

Autor: Sven Sakowitz