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Letzter Tatort aus Leipzig

Letzte Runde für Keppler (Martin Wuttke) und Saalfeld (Simone Thomalla).
Foto: © MDR/Saxonia Media/Junghans

Finale in Leipzig

"Tatort: Niedere Instinkte"

Die Kritiken zum letzten Leipziger "Tatort" waren in den Onlineforen vernichtend und entzündeten sich vor allem an Simone Thomalla als Kommissarin Eva Saalfeld.

Die Schauspielerin wehrte sich mit Schuldzuweisungen an den federführenden MDR. Beides überzogene Reaktionen. Der 21. und letzte Fall (So., 26.4., 20.15 Uhr, Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts ) ist ein ganz besonderer Abschluss geworden.

Was passiert?

Als die achtjährige Magdalena am Montag nicht in der Schule erscheint, wird sofort ein Großfahndung eingeleitet. Keppler und Saalfeld sind erstaunt, als sie die Eltern verhören: Diese haben das Kind seit Sonntag nicht mehr gesehen, waren deshalb aber nicht besorgt. Es handelt sich um religiöse Fanatiker, die ihr Schicksal in Gottes Hand wähnen. Der Zuschauer weiß von Anfang an, wer die Entführer sind: ein kinderloses, gut situiertes Ehepaar. Als es Probleme mit dem Mädchen bekommt, überlegt es, ob das Kind nicht "weggeschafft" werden soll.

Wer ist dabei?

Susanne Wolf und Jens Albinus wirken als Kindesentführer verstörend: Da man nie sicher sein kann, ob sie dem Kind etwas antun, entsteht große Spannung. Besonders Susanne Wolf wirkt unberechenbar und gefährlich. Jens Albinus dürfte den Zuschauern vor allem aus der deutsch-dänischen Krimiserie "Der Adler" bekannt sein.

Was ist das Besondere?

Der letzte Leipziger Fall ist der Wahnsinn: Sowohl die Kidnapper als auch die Opfer sind völlig neben der Spur. Und das Ermittlerduo wird durch die Kindesentführung emotional von seiner gemeinsamen Vergangenheit eingeholt: Saalfeld und Keppler waren einst verheiratet und verloren ihr gemeinsames Kind. Gefühle von damals kochen hoch, vor allem als sich Keppler auf eine Liaison mit der Nachbarin von Saalfeld einlässt. Am Ende steht eine Überraschung. Trotz des ernsten Themas wird besonders Martin Wuttke von der Leine gelassen und darf sein komödiantisches Talent ausspielen – bis hin zu Slapstickeinlagen. Thomallas Kritik an miesen Drehbüchern fruchtet dieses Mal nicht: Mit Regisseurin Claudia Garde und Drehbuchautor Sascha Arango steckt ein preisgekröntes Team hinter dem Krimi.

Wertung

Arg überspitzt ist dieser letzte Fall aus Leipzig, nach Logik und Glaubwürdigkeit sollte man besser nicht fragen. Aber die humoristischen Einlagen von Martin Wuttke entschädigen. Stark ist auch die visuelle Umsetzung der Geschichte. Ein gelungener Abschied mit prickelndem Ende.

Autor: Thomas Kunze