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Tatort Der Inder mit Richy Mueller

Thorsten Lannert (Richy Müller) muss sich im "Tatort: Der Inder" mit dem umstrittenen
Bauprojekt Stuttgart 21 beschäftigen. - Foto: © SWR/Alexander Kluge

Bauskandal in Stuttgart

"Tatort: Der Inder"

Frischer Wind für den "Tatort" aus Stuttgart: "Die großen Themen der Stadt sollen stärker in die Reihe integriert werden", kündigte SWR-Fernsehdirektor Christoph Hauser kürzlich an. Mal sehen, was daraus wird.

In der neuen Episode "Tatort: Der Inder" (So., 21.6., 20.15 Uhr, Das Erste) jedenfalls müssen sich die Kommissare Sebastian Bootz (Felix Klare) und Thorsten Lannert (Richy Müller) gleich mit Stuttgarts größtem politischem Aufreger der vergangenen Jahrzehnte beschäftigten: dem umstrittenen Bauprojekt Stuttgart 21, bei dem der Verkehr der Stadt neu konzipiert wird.

Was passiert?

Ein Joggingausflug endet tödlich: Jürgen Dillinger (Robert Schupp), ehemaliger Staatssekretär im Bauministerium, wird im Stuttgarter Pfaffenwald mit drei gezielten Schüssen umgebracht. Kurz zuvor hatte er noch als Zeuge vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss ausgesagt. Dieser soll einen Skandal im Umfeld des Großprojekts Stuttgart 21 aufklären: Der renommierte Architekt Busso von Mayer (Thomas Thieme) plante mit einem indischen Investor einen visionären Bau und strich dafür hohe staatliche Subventionen ein. Doch der Partner aus Indien entpuppte sich als Hochstapler, das Geld war weg – und von Mayer landete im Knast. Musste Dillinger sterben, weil er zu viel wusste?

Wer ist dabei?

Thomas Thieme spielt den Architekten an der Grenze zwischen Genie und Größenwahn überzeugend. Robert Schupp war bis vor Kurzem Kommissariatsleiter im "Tatort: Dortmund". Vorsitzende des Untersuchungsausschusses ist Katja Bürkle aus dem Ensemble der Münchner Kammerspiele.

Was ist das Besondere?

Eindeutig das Thema! Beim Bauprojekt Stuttgart 21 wird unter anderem der Hauptbahnhof der Stadt unter die Erde verlegt. Das Vorhaben löste kontroverse Debatten aus, immer wieder gab es Demonstrationen. Autor und Regisseur Niki Stein versucht sich an einer komplexen Betrachtung des Phänomens: "Mich interessiert die Gemengelage zwischen Angst, Hysterie und Begeisterung. Die Figuren, von denen der Film handelt, repräsentieren den Konflikt um den Bahnhof."

Wertung

Die Themenwahl ist gut, einige Figuren sind sehr interessant. Leider wird die Geschichte rund um einen Bauskandal anfangs sehr gehetzt und konfus erzählt. Es fällt schwer, ihr zu folgen. Von diesem Manko erholt sich die ohnehin sehr ambitionierte Episode bis zum Schluss nicht mehr.

Autor: Sven Sakowitz