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Tatort: Die Akte Siegrid und Roy

Kommissarin Dorn (Nora Tschirner) ermittelt sich einmal mehr durch einen raffinierten und wendungsreichen Fall. © MDR/Anke Neugebauer

Wie gut ist der neue "Tatort" aus Weimar?

"Tatort"-Check: Die Akte Siegrid und Roy

Für Sie vorab gesehen: Der Tatort aus Weimar. Seltsame Morde und schrullige Typen. Fall drei für Dorn & Lessing.

Tatort-Check: Die Akte Siegrid und Roy

Wie gut ist der neue "Tatort" aus Weimar?

Weimar ist die viertgrößte Stadt Thüringens. 63.000 Einwohner, Pilgerstätte aller Goethe- und Bauhaus-Fans, Weltkulturerbe. Und so schön abgelegen im Nirgendwo, dass es ein herrliches Pflaster für gruseligkomische "Tatort"-Geschichten abgibt. Im dritten Fall für Kira Dorn und den vornamenlosen Lessing wird viel in Erde und Staub gebuddelt und manche falsche Spur gelegt, bis die Wahrheit ans Licht kommt.

"Tatort"-Check: Was passiert?

In der Hochofenschlacke eines Stahlwerks werden die Überreste von Roy Weischlitz entdeckt. Ein grausiger Mord? Roy lebte mit seiner Schwester Siegrid zusammen, die seinen Tod gar nicht fassen will. Die Kommissare Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) finden bald heraus, dass zwischen den Geschwistern Krieg herrschte. Siegrid gab ihrem Bruder die Schuld für ihr zerstörtes Glück mit ihrem Exverlobten Karsten alias „Flamingo“, der durch Roys Schusseligkeit ein Bein verlor. Allein deshalb mordet man vielleicht nicht. Doch der verschwundene Lottoschein, der Roy kurz vor seinem Tod zum Millionär machte, bietet ein prächtiges Motiv.

"Tatort"-Check: Was ist das Besondere?

Herausragend ist hier die Kombination aus Komik und Spannung. Die heitere Gelassenheit selbst in schlimmsten Situationen. Lässige Dialoge, schwarzhumorige Szenen wie die Knochensuche im Schlick, verschrobene Figuren, die gefährlich ihre Existenz riskieren – alles fügt sich. Es ist erstaunlich, wie Regisseur Gregor Schnitzler fast immer den richtigen Ton trifft. Beim Drehen hatte er sichtlich Spaß, was er so erklärt: "Durch skurrile Geschichten kann man etwas kreieren, was eigentlich sonst nur in amerikanischen Serien wie 'Fargo‘ oder 'Breaking Bad‘ möglich ist.“

Tatort-Check: Die Akte Siegrid und Roy

"Tatort"-Check: Wer ist dabei?

Die eine clever und bodenständig, der andere ein hintersinniger Kopfmensch: Nora Tschirner und Christian Ulmen, beide Stars des neuen deutschen Kinos, spielen sich inzwischen perfekt die Bälle zu. Das macht umso mehr Freude, als auch die weiteren Rollen mit echten Könnern besetzt sind, etwa mit Fritzi Haberlandt, Florian Lukas und Matthias Matschke.

Fazit: "Tatort: Der treue Roy"

Nicht das klassische Weimar, sondern das der kleinen Leute steht im Mittelpunkt. Als Roy, an sich eine treue Seele, im Lotto gewinnt und nicht teilen will, weckt das in seiner engsten Umgebung Mordgelüste. So entwickelt sich ein raffinierter, wendungsreicher Fall. Amüsant und spannend.

Autor: SABINE ULRICH