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Tatort Leipzig Blutschuld

Die Hauptkommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla, rechts) und Andreas Keppler
(Martin Wuttke, links) sind geschockt vom kaltblütigen Vorgehen des Mörders.
Foto: © MDR/Steffen Junghans

Jeder gegen jeden

"Tatort: Blutschuld"

Wer kein Blut sehen kann, hat es nicht leicht mit diesem Krimi (So., 15.2., 20.15 Uhr, Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts). Zu Beginn läuft ein Mann mit einem Messer im Hals durch Leipzig. Aber es kommt noch schlimmer für die Kommissare Keppler (Martin Wuttke) und Saalfeld (Simone Thomalla).

Was passiert?

Am Tatort bietet sich der Polizei ein Bild des Grauens: Wände und Möbel blutverschmiert, das Opfer Harald Kosen zu Tode geprügelt und übel zugerichtet. Bald erfahren die Ermittler, dass viele Menschen Grund hätten, sich an Kosen zu rächen: sein krimineller Sohn, den er ins Gefängnis gebracht hat; der korrupte Schwiegersohn, den er nach einem Erpressungsversuch aus seiner Firma schmeißen wollte; die Tochter, die vom Vater missbraucht wurde und keine Kinder bekommen kann. Und der ehemalige Partner Scheidt, der seine Existenz verloren hat und Kosen für den Tod seiner Tochter verantwortlich macht.

Wer ist dabei?

"Er war ein cholerischer Despot", sagt der Schwiegersohn über Kosen, der von Bernhard Schütz gespielt wird, einem der besten Fieslinge des deutschen Films. Kurz und heftig ist sein brutaler Auftritt. Man versteht sofort, warum ihn alle hassen. So auch sein früherer Geschäftspartner Scheidt. Uwe Bohm spielt diesen verzweifelten Mann, der Firma und Familie verloren hat, als das personifizierte Elend. Seinetwegen lohnt es sich einzuschalten. Außergewöhnlich zu sehen, wie er mehr und mehr zerbricht. Schade, dass man Bohm nicht öfter in solch tragenden Rollen sieht.

Was ist das Besondere?

"Gibt es in Ihrer Familie irgendwelche Probleme?", fragt Saalfeld anfangs. Man möchte darüber fast lachen bei so viel Hass und Gewalttätigkeit. Da helfen auch Kepplers flaue Gags nicht weiter. Zum Glück drückt Autor und Regisseur Stefan Kornatz nicht auf die Tränendrüse. Er verzichtet auf still leidende Opfer, zeigt stattdessen Menschen voller Rachegefühle, die alle als Täter infrage kommen. Das verschärft die Dynamik des Geschehens. Gewalt wird zur teuflischen Spirale, die neue Aggressionen hervorruft und lauter zerstörte Menschen zurücklässt.

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Autor: Thomas Kunze