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Polizeiruf 110 Muenchen Smoke in the Water

Ermittelt in Adelskreisen: Hanns von Meuffels (Matthias Brandt).
Foto: © BR/Julia von Vietinghoff

Polizeiruf 110 München

"Polizeiruf 110: Smoke on the Water"

Zurück zu den Wurzeln: Kommissar von Meuffels (Matthias Brandt) ermittelt in der gehobenen Schicht, aus der er selbst stammt – unter Adligen. Bei einem Mord geht es um Milliardendeals der Rüstungsindustrie. Entsprechend gnadenlos gehen die Täter in "Polizeiruf 110: Smoke on the Water" (So., 19.10., 20.15 Uhr, Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts) vor.

Was passiert?

Als eine Journalistin erschlagen wird, behauptet der Musiker Mischa, er habe die Frau aus Eifersucht getötet. Erstaunlich, denn er hat ein Alibi. Warum lügt er? Die Reporterin war einer brisanten Story auf der Spur und recherchierte über ein Werk, das für die Rüstungsindustrie arbeitet. Die Ermittlungen führen Kommissar von Meuffels zu Dr. Joachim von Cadenbach, der die Aufträge als EU-Politiker beschafft hat.

Was ist das Besondere?

Regisseur Dominik Graf spielt bei diesem Krimi mit einer Art 70er-Jahre-Ästhetik. Besonders das ständige Zoomen der Kamera und die enervierende Saxophon-Untermalung sind gewöhnungsbedürftig und schaffen eine extrem künstliche Atmosphäre. "Distanz ist die Voraussetzung für Wahrheit", sagt Hanns von Meuffels in einem Gespräch mit Corry, der Freundin des Opfers. Das passt zum Krimi, dessen Härte nur durch seine Künstlichkeit erträglich ist. Die brutalen Morde an der Journalistin und später an einem Zeugen sowie ein Überfall auf Familie von Cadenbach lösen Beklemmung aus. Gönnt Graf den Zuschauern anfangs noch einige humoristische Einfälle, ist im furiosen Finale Schluss mit lustig. Dafür steigt die Spannungskurve an. Der Überfall auf die Adelsfamilie erinnert in seiner Brutalität an "Clockwork Orange" von Stanley Kubrick. Die maskierten Täter sind gefühllos und sadistisch, schrecken auch vor einer Vergewaltigung nicht zurück. Wie so oft bei Dominik Graf wird dabei eine Frau als Sexualobjekt missbraucht.

Wer ist dabei?

Marek Harloff gibt eine gescheiterte Randfigur der Gesellschaft, Ken Duken darf sich als arroganter Adelsschnösel austoben – auch im Bett, was für heiße Erotikszenen sorgt. Dabei spielt er seinen an Guttenberg erinnernden Blaublüter als einen Getriebenen, der seiner Tradition verhaftet ist und selbst zum Opfer wird.

Polizeiruf 110 heute Kritik

Autor: Thomas Kunze