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Polizeiruf 110: Kreise Das Erste

Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) und seine Kollegin
Constanze Hermann (Barbara Auer) am Tatort. - Foto: © Christian Schulz

Kreislauf des Bösen

"Polizeiruf 110: Kreise"

Die vielen Feinde einer Fabrikantin geben den Fahndern im "Polizeiruf 110: Kreise" (So., 28.6., 20.15 Uhr, Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts) einige Rätsel auf.

Ruhig geht es zu, vielleicht ein wenig zu ruhig. Statt auf wilden Verfolgungsjagden sehen wir Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt), wie er sich in aller Ruhe einen Kaffee aus dem Automaten zieht. Oder mit einem Modellbahnbastler philosophiert, den es nervt, dass "immer derselbe Zug um dieselbe Welt" kreist. Und dessen Anlage darum keinen Kreis bildet, sondern eine Gerade: Die Züge fahren unterhalb der Sperrholzplatte zum Ausgangsort zurück. Achtung, Symbolik!

Was passiert?

Die Eigentümerin einer Möbelmanufaktur und ihr Schoßhündchen werden auf einer Waldlichtung ermordet und verscharrt. Der Exmann des Opfers (Justus von Dohnányi) wird schnell zum Hauptverdächtigen – und bleibt das auch eine Weile. Allerdings gibt es durchaus noch andere Verdächtige: Immerhin hatte die Chefin mehr oder weniger ihre ganze Belegschaft gegen sich.

Wer ist dabei?

Barbara Auer steht in diesem Fall Matthias Brandt zur Seite – als Ermittlerin, die nach überwundenem Alkoholproblem den Wiedereinstieg in den Berufsalltag versucht. Die beiden sind schnell auf einer Wellenlänge. Am Ende reist sie wieder ab. Schade! Auer und Brandt sind ein gutes Team. Wiederkehr wünschenswert! "Ich habe meine Frau geliebt, und doch konnten wir uns nicht mehr ertragen": Justus von Dohnányi ("Männerherzen") gibt wunderbar den drangsalierten Exmann mit Vorliebe für Modellbahnen und Schmusepop.

Was ist das Besondere?

Der Pressetext zu diesem "Polizeiruf 110" verspricht nicht zu viel: "Die beiden Kommissare drehen sich im Kreis." Und: "Die beiden kommen nur schleppend voran." Genau so ist es anfangs – und leider bleibt es auch so. Drehbuchautor und Regisseur Christian Petzold will, wie er selbst sagt, von "ausgeschlossenen, erschöpften, versehrten, einsamen, aber auch großartig erwachsenen Menschen" erzählen. Zum Kreis der Gekränkten und Vernachlässigten gehören Täter und Ermittler gleichermaßen. Diese Botschaft setzt Petzold mit großer Ruhe und überzeugend um. Nur ist das leider für den Spannungsbogen eines Krimis das Todesurteil.

Wertung

Fans von langen Verhören im Halbdunkel und Fragen wie "Wo waren Sie am Freitag zwischen 15 und 17 Uhr?" kommen bei diesem Gegenentwurf zu Til Schweigers "Tatort"-Schießorgien voll auf ihre Kosten. Wer jedoch überraschende Wendungen mag, fühlt sich hier nicht so gut aufgehoben.

Autor: Thomas Röbke