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Tatort: Einmal wirklich sterben

Emma (Anna Drexler) bei den Elefanten. Foto: © Bernd Schuller

"Tatort: Einmal wirklich sterben"

Mehr Psychodrama als Krimi

Das Drama um eine traumatisierte Frau fordert im "Tatort: Einmal wirklich sterben" (So., 6.12., 20.15 Uhr, Das Erste) aus München neue Opfer.

Emma wurde als Kind schwer traumatisiert. Ihr Vater hat ihre Mutter und ihren Bruder aus Verzweiflung erschossen. Und Emmas Welt, in einem Moment noch wie ein sorgloser, heller Sommertag, verdüsterte sich mit einem Schlag. Nie wieder würde es sein wie zuvor.

"Emmas persönliches Hiroshima" nennt es ihre Freundin Lissy. Ist sie deshalb auch zur Mörderin geworden? Die Münchener Kripokommissare Batic und Leitmayr tauchen in diesem "Tatort" tief hinab in seelische Abgründe.

Was passiert im "Tatort: Einmal wirklich sterben"?

In einem Einfamilienhaus finden die Kommissare Batic und Leitmayr eine erschossene Frau und den schwer verletzten Daniel Ruppert. Der sechsjährige Sohn der Toten ist verschwunden, wird später aber unversehrt gefunden.

Spuren ergeben starke Parallelen zu einem Verbrechen vor 15 Jahren in Augsburg, dem fast eine ganze Familie zum Opfer fiel. Auch damals gab es eine Überlebende: Rupperts siebenjährige Tochter. Die nennt sich heute Emma, arbeitet als Tierpflegerin im Zoo und ist mit der Karatelehrerin Lissy liiert.

Ist der Hass auf den Vater, der seinen Selbsttötungsversuch in Augsburg überstand, so gewachsen, dass sie auf ihn und seine neue Lebensgefährtin geschossen hat? Psychologisch durchaus möglich, sagt Fallanalytikerin Lerch.

Was ist das Besondere an diesem "Tatort"?

Ein düsterer Fall in düsteren Bildern erzählt. Schwer lastet auf allem die Frage: Wie lebt man damit, dass der eigene Vater einen töten wollte? Selten steht im Krimi eine Person so im Mittelpunkt wie hier die junge Emma. Beeindruckend, wie Schauspielerin Anna Drexler die Balance in ihrer Rolle hält. Zur Vorbereitung hat sie sich Dokus über Jugendliche mit Depressionen angeschaut: " Mir war es wichtig, Emma als eine hilflose und gleichzeitig als eine gefährliche, unberechenbare Figur zu zeigen."

Wer ist dabei?

Neben der überzeugenden Anna Drexler fällt besonders die Verjüngung des "Tatorts" München auf: Die grauen Wölfe Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec haben zwei ernst zu nehmende neue Mitspieler bekommen: Ferdinand Hofer als Assistent Kalli Hammermann (was für ein Name!) und Lisa Wagner als Fallanalytikerin Lerch.

Wertung

Mehr Psychodrama als Krimi, obwohl es ganz handfest um Gewalt, Hinrichtung und Entführung geht. Mit geschickt gesetzten Rückblenden werden zwei Fälle auf einmal erzählt: Die grausige Vorgeschichte der Verdächtigen und die aktuelle Mordermittlung. Interessant und anspruchsvoll.

Autor: Sabine Ulrich